Wie funktioniert eine Ölheizung? Schritt für Schritt erklärt

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Abbildung: Viessmann Werke

Einer der in Deutschland am häufigsten Heizungstypen ist die Ölheizung. Doch wie funktioniert eine Ölheizung eigentlich? Die Individualisierung erfolgt durch die Wahl der Bauteile. Hier macht es zunächst einmal Sinn, sich die zentralen Funktionseinheiten einer jeden Anlage anzuschauen:

  • Öltank mit Zulieferleitung
  • Brenner
  • Wärmespeicher
  • Umwälzpumpe
  • Ausgleichsbehälter
  • Wärmetauscher
  • Zirkulationsverrohrung
  • Wärmeausgabegeräte
  • Abgasausführung
Das grundsätzliche Funktionsprinzip einer Ölheizung ist bei allen Heizungen grundlegend gleich, kann allerdings durch zusätzliche Bauteil- und Montagearten abgewandelt und angepasst werden. Klassisches Beispiel und bei modernen Ölheizungen gesetzlich vorgeschrieben ist der Betrieb mit Brennwerttechnik. Er besitzt eine spezielle Abgastechnik, einen Brennwertkessel und auf diese Technik ausgelegte Einzelbauteile wie den Wärmetauscher und eine Vorrichtung zum Ableiten von Kondenswasser.

Acht Arbeitsschritte als Funktionsbasis

Die Frage, wie funktioniert eine Ölheizung, lässt sich mit acht hauptsächlichen Arbeitsschritten zusammenfassen. Der standardisierte Vorgang unterscheidet sich zwischen älteren Heizwertthermen, modernen Brennwertgeräten und Anlagen mit gleichzeitiger Trinkwasserversorgung nur in Details:

1. Eine Pumpe transportiert das Öl vom Heizöltank in den Brenner.
2. Eine Vorwärmeeinrichtung bereitet das Öl vor und optimiert den Zündungsvorgang
3. Mit einer oder mehreren feinen Düsen wird das Öl in die Brennkammer gespritzt
4. Das Öl und flüchtiger Öldampf werden mit einem elektrischen Funken gezündet
5. Die entstehende Wärme wird vom Wärmetauscher auf das Heizwasser geleitet
6. Eine Pumpe tranportiert das Heizwasser in den Zirkulationskreislauf
7. Das Ausdehnungsgefäß sorgt für die optimale Leitungsdruckanpassung
8. Die Abgase werden abgeleitet, bei Brennwerttechnik mit Rückführungszwischenstopp

Ölheizung mit zwei Heizkreisläufen

Die Funktion einer Ölheizung kann neben die Raumerwärmung auf die parallel erfolgende Warmwasserbereitung erweitert werden. Gesetzlich sind zwei vollkommen unabhängige Wasserkreisläufe vorgeschrieben. Dementsprechend muss ein Warmwasserspeicher für Trinkwasser montiert werden. Je nach Heizungsmodell und Konstruktionsausführung können einige Bauteile wie der Wärmetauscher beide Kreisläufe bedienen. Aus der Kesselleistung wird die Wärme für beide Zirkulationssysteme generiert.

Nicht in allen Fällen ist eine in die Ölzentralheizung integrierte Warmwasserversorgung die beste Lösung. Lange Wasserfließwege erfordern hohe Pumpenkraft, um den benötigten Wasserdruck bis zu jeder Entnahmestelle zu bringen. Auf langen Transportwegen sind außerdem Wärmeverluste nicht zu vermeiden, die auch von einem Pufferspeicher nur teilweise ausgeglichen werden können.

Aufbau, Bauteile und Ablauf

Um die Funktionsweise einer Ölheizung anschaulich darzustellen, ist eine chronologische Ablaufbeschreibung vom Tank füllen bis zum Schornstein rauchen hilfreich:

Der Öltank besitzt einen Einfüllstutzen, durch den er befüllt wird. Metalltanks können einwandig sein, Kunststofftanks müssen doppelwandig beschaffen sein. Eine Ölleitung führt das Heizöl zum Brenner, gegebenenfalls durch eine Pumpe unterstützt. Wenn das Heizöl im Kessel ankommt, wird es auf die optimale Betriebstemperatur gebracht. Düsen spritzen das Öl in die Brennkammer, wo es mit einer blauen Flamme im sogenannten Blaubrenner verbrennt. Die entstehende Hitze wird vom Wärmetauscher aufgenommen. Er überträgt die Wärme am Anschluss des Brenners an das Zirkulationssystem.

Die Umwälzpumpe „drückt“ das warme Wasser in den Kreislauf und gegebenenfalls in einen Pufferspeicher. Das während des Verbrennungsvorgangs entstehende Luft-Gas-Gemisch wird bei Heizwertgeräten in den Schornstein abgeleitet. Die Funktionsweise einer Öl Brennwertheizung ist technisch komplexer. Hier wird eine Art zweite Nachverbrennung der „eingefangenen“ Rußgase ausgeführt. Dafür ist das Abkühlen des Rücklaufwassers erforderlich. Das dabei entstehende Kondenswasser wird durch entsprechende Drainagerohre und Wannen aufgefangen und abgeleitet. Erst nach dem zweiten Verbrennungsvorgang werden die Abgase durch den Schornstein abgeleitet.