Drainagerohr

Ein Haus holt sich immer wieder nasse Füße: Niederschläge sowie Boden- und Grundwasser sammeln sich am ins Erdreich ragenden Mauerwerk. Kommt es zu Stauungen, drohen Unterspülungen und Schäden an der Bausubstanz. Ein Drainagerohr in Verbindung mit versickerungsfähigen Bettungen verteilt die Wasserlasten und sorgt für einen zuverlässigen Abtransport.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine korrekt verlegte Drainage schützt das Haus vor Feuchtigkeitsschäden, indem sie Wasser gleichmäßig abführt und Stauungen vermeidet. Bei Sanierungen ist sie oft die Grundlage für die Heizungsinstallation.
  • Wichtige Schritte sind die Planung des Verlaufs, ein Versickerungstest, das Ausheben eines Grabens und die Wahl eines geeigneten Drainagerohrs. Ein Gefälle von zwei bis drei Prozent sorgt für gleichmäßigen Abfluss.
  • Das Rohr wird mit einem Revisionsschacht versehen und in einem Bett aus Sickerkies verlegt. Bei hohem Wasseraufkommen sind zusätzliche Abflussanschlüsse oder Pufferreservoirs sinnvoll.

Korrekte Verlegung einer Drainage

Wichtig ist eine individuelle Planung. Vorab sind mehrere Parameter zu ermitteln: die Tiefe des Bauwerks, die Bodenbeschaffenheit und das Sickerverhalten, die möglichen Wassermengen sowie die Ablauf- und Entsorgungsoptionen und der Verlauf in horizontaler und vertikaler Richtung. Besonders bei einer vollständigen Haussanierung hat die Drainage große Bedeutung, denn oft bildet sie den Grundstein für die Heizungsinstallation. Ob Fußbodenheizung oder klassisches Heizsystem, ohne funktionierende Entwässerung ist der Ausbau nicht möglich.

1. Verlauf festlegen

Zuerst legen Sie anhand der örtlichen Gegebenheiten den Verlauf der Rohre fest. Auf der niederschlagsanfälligen Gebäudeseite planen Sie ein Gefälle zur geschützteren Seite hin. Der Revisionsschacht muss an einer Stelle liegen, die ein späteres Durchspülen ermöglicht. Sandfangelemente helfen, das Drainagerohr dauerhaft sauber zu halten.

2. Versickerungstest

Um die Versickerungsfähigkeit des Bodens zu prüfen, graben Sie ein quadratisches Loch von etwa vierzig mal vierzig Zentimetern und vierzig Zentimetern Tiefe. Bedecken Sie den Boden gleichmäßig mit feinem Kies, füllen Sie die Grube bis auf dreißig Zentimeter mit Wasser und stecken Sie einen Messstab ein. Versickert das Wasser in etwa dreißig Minuten weitgehend, kann der Boden als Drainageanschluss dienen. Bei geringerer Versickerung schließen Sie den Auslauf an ein Reservoir wie einen Teich oder, was genehmigungspflichtig ist, an die Kanalisation an.

3. Aushub

Heben Sie rund um das Gebäude einen Graben von etwa fünfzig Zentimetern Breite und achtzig Zentimetern Tiefe aus. Füllen Sie den Grubenboden mit einer rund zehn Zentimeter dicken Schicht Sickerkies auf, die als Bettung dient.

4. Rohre auswählen und verlegen

Je nach möglichem Wasservolumen wählen Sie ein Drainagerohr in DN 100 oder DN 50. Das mögliche Wasservolumen hängt unter anderem von der Größe der Heizungssysteme ab. Die Gebäudedrainage muss mit starren Rohren nach den einschlägigen Normen erfolgen, die durch ihre blaue Farbe kenntlich sind. Gelbe Rohre sind nicht zulässig, orangefarbene nur in bestimmten Fällen. Verlegen Sie das Rohr mit einem Gefälle von zwei bis drei Prozent, wobei der höchste Punkt auf der wasserreichsten Seite liegt. Auf den Sickerkies legen Sie ein Filtervlies, und das Gefälle formen Sie zuvor durch entsprechendes Modellieren der Kiesschicht.

5. Revision einrichten

Drainagerohr Verlegung

Der Revisionsschacht ist ein senkrechter Rohrzylinder, der an einem der höher gelegenen Eckpunkte der Drainage gesetzt wird. Beschweren Sie den Schacht nach Herstellerangabe mit Stein, Sand oder Beton, um einen späteren Auftrieb zu verhindern.

6. Bettung und Verfüllung

Fixieren Sie das Drainagerohr mit seitlich angesetztem Kies. Korrigieren Sie eventuelle Fehllagen oder ein zu geringes Gefälle durch das Modellieren des Rohrbetts. Ist das Rohr in der richtigen Lage und der Revisionsschacht angeschlossen, verfüllen Sie die Grube vollständig mit Sickerkies, ohne die Schüttung zu verdichten. Achten Sie darauf, dass volle Auffangeinrichtungen die Funktion der Drainage nicht behindern, was besonders bei Ableitungen in Sickergruben, Kanäle oder Teiche zu prüfen ist.

7. Abflussanschluss montieren

Bei ausreichender Versickerung verteilt sich das Wasser durch die Schlitze im Rohr. Für zeitweise hohes Wasseraufkommen können Sie ein Pufferreservoir im Verlauf einbauen. Ist eine Ableitung in eine Sickergrube, einen Teich, einen Tank oder einen Kanal nötig, wählen Sie einen Anschluss mit Rückstauklappe. Mit dem erfolgreichen Einbau des Drainagerohrs haben Sie zugleich den Grundstein für die spätere Heizungsinstallation und den Heizkörper gelegt.

Fazit

Zusammengefasst ist eine fachgerecht verlegte Drainage ein wirksamer Schutz vor Feuchtigkeitsschäden und häufig die Grundlage für die weitere Haustechnik. Entscheidend sind eine sorgfältige Planung, ein Versickerungstest, das richtige Gefälle und ein Bett aus Sickerkies mit Filtervlies. Ein Revisionsschacht ermöglicht die spätere Reinigung, und bei hohem Wasseraufkommen sorgen Pufferreservoirs oder Ableitungen für die nötige Sicherheit. Wer diese Schritte gewissenhaft umsetzt oder von einem Fachbetrieb ausführen lässt, schützt sein Gebäude dauerhaft vor eindringender Nässe und schafft die Voraussetzung für einen trockenen Untergrund.

Zu beachten ist, dass die Verlegung einer Drainage rechtliche Vorgaben berühren kann, etwa wenn Wasser in die Kanalisation oder in ein Gewässer abgeleitet werden soll. Solche Ableitungen sind in der Regel genehmigungspflichtig, weshalb es sich lohnt, vorab bei der zuständigen Behörde nachzufragen. Auch die fachgerechte Ausführung ist wichtig, denn eine falsch verlegte oder zu gering dimensionierte Drainage kann ihre Schutzwirkung verfehlen. Bei größeren Bauvorhaben oder schwierigen Bodenverhältnissen ist es daher ratsam, die Planung und Ausführung einem erfahrenen Fachbetrieb zu überlassen, der die örtlichen Gegebenheiten fachkundig beurteilt.