Das Heizungswasser dient als Trägermedium für die Wärmeenergie. In einigen Fällen muss es aus dem System abgelassen werden. Dieser Beitrag erklärt das korrekte Vorgehen und die typischen Anlässe.

Wann muss ich das Wasser aus der Heizung ablassen?

Wasser aus der Heizung ablassen

Der Wasserkreislauf bildet ein geschlossenes System, das man nicht ohne Grund unterbrechen sollte. Übliche Anlässe für eine Entleerung sind:

  • ein zu hoher Druck im Heizungssystem
  • der Ausbau eines Heizkörpers
  • eine Heizungsmodernisierung

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wasser aus der Heizung abzulassen ist unter anderem bei zu hohem Druck, dem Ausbau eines Heizkörpers oder einer Modernisierung nötig.
  • Vor dem Ablassen muss die Anlage ausgeschaltet sein, insbesondere die Umwälzpumpe.
  • Für den Tausch eines einzelnen Heizkörpers genügt es, nur diesen zu entleeren, statt das gesamte System.
  • Das abgelassene Heizwasser ist verunreinigt, daher sollten Sie direkten Kontakt vermeiden und Spritzer auffangen.
  • In leer stehenden Häusern ist der Frostschutzbetrieb meist die bessere Wahl als eine vollständige Entleerung.

Anleitung für den Entwässerungsvorgang

Schalten Sie zunächst die gesamte Anlage aus, bevor Sie Wasser ablassen. Achten Sie besonders auf die Umwälzpumpe, die sich nicht mehr im Betrieb befinden darf. Schließen Sie anschließend einen Schlauch an den Entleerungshahn an und leiten Sie das Heizwasser in den Abfluss.

Die austretende Flüssigkeit ist verunreinigt. Durch den langen Verbleib im System und die Aufnahme von Abrieb und Partikeln enthält sie Schadstoffe. Vermeiden Sie daher den direkten Kontakt und legen Sie alte Handtücher oder Lappen unter, um Spritzer aufzufangen. Öffnen Sie dann den Entleerungshahn. Je nach Größe des Systems kann es zwei bis drei Stunden dauern, bis das Wasser vollständig abgeflossen ist.

Kann ich einen Heizkörper ausbauen, ohne das ganze System zu entleeren?

Das hängt vom Ziel ab. Möchten Sie nur einen einzelnen Heizkörper austauschen, müssen Sie nicht das komplette Wasser aus der Heizung ablassen. Es genügt, das Wasser aus dem betreffenden Kompaktheizkörper abzuführen. Gehen Sie so vor:

  • Schließen Sie das Thermostatventil.
  • Schließen Sie das Rücklaufventil.
  • Reduzieren Sie den Druck im Heizkörper und starten Sie den Ablassvorgang.

Für den letzten Schritt benötigen Sie einen Heizkörperentlüftungsschlüssel. Halten Sie einen Auffangbehälter unter die Ablassschraube. Zunächst entweicht mit einem Zischen die Luft, danach tritt Flüssigkeit aus, die Sie auffangen.

Leer stehendes Haus: im Winter das Wasser ablassen?

Wird ein Haus über den Winter nicht bewohnt, möchte man Heizkosten sparen. Am einfachsten ist es, die Anlage im Frostschutzmodus zu betreiben. So frieren die Rohre nicht ein und die Kosten bleiben niedrig. Ältere Heizungen besitzen oft keinen Frostschutzbetrieb. In diesem Fall lohnt es sich, einen Heizungsbauer hinzuzuziehen und einen entsprechenden Umbau vornehmen zu lassen.

Wenn Sie in der kalten Jahreszeit dennoch das Wasser ablassen möchten, beachten Sie folgende Hinweise:

  • Es darf kein Restwasser im System verbleiben, da sonst Korrosionsschäden drohen. Nach dem Ablassen sollte ein Fachbetrieb die Anlage vollständig ausblasen.
  • Ohne Wasser ist das System nicht funktionsbereit und das Haus kühlt aus. Die Gefahr von Gebäudeschäden, etwa durch Schimmel, steigt.
  • Schalten Sie die Heizung aus, ohne das Wasser abzulassen, kann die Flüssigkeit in den Rohren gefrieren und Frostschäden verursachen.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Heizungsbauer, ob die Zugabe eines Frostschutzmittels sinnvoll ist.

Am einfachsten und sichersten ist es, die Heizung in unbewohnten Gebäuden im Frostschutzmodus laufen zu lassen. Moderne Systeme verfügen serienmäßig über eine solche Funktion.

Was tun, wenn der Druck zu hoch ist?

Am Manometer erkennen Sie, ob der Wasserdruck stimmt. Steht die Nadel im roten Bereich, sollten Sie etwas Wasser ablassen. Wie viel, hängt unter anderem von der Höhe des Gebäudes ab. Heizungsbauer beziehen bei der Bestimmung des zulässigen Drucks die Höhendifferenz zwischen dem Heizungskeller und dem höchstgelegenen Heizkörper mit ein. Ist der Druck dagegen dauerhaft zu niedrig oder schwankt stark, kann ein defektes Ausdehnungsgefäß die Ursache sein, das ein Fachbetrieb prüfen sollte.

Nach dem Ablassen richtig befüllen

Wurde das System entleert, ist das fachgerechte Wiederbefüllen ebenso wichtig wie das Ablassen selbst. Frisches Leitungswasser bringt Sauerstoff und Härtebildner in den Kreislauf, die Korrosion und Kalkablagerungen begünstigen. Deshalb sollte das Füllwasser bei Bedarf aufbereitet, also enthärtet oder entsalzt werden. Nach dem Befüllen muss die Anlage sorgfältig entlüftet werden, da eingeschlossene Luft die Wärmeverteilung stört und zu Geräuschen führt. Prüfen Sie anschließend den Druck am Manometer und stellen Sie ihn auf den für Ihr Gebäude passenden Wert ein.

Gerade bei größeren Eingriffen wie einer Modernisierung lohnt es sich, das Befüllen dem Fachbetrieb zu überlassen. Er dokumentiert die Wasserqualität, was für die Herstellergarantie vieler moderner Wärmeerzeuger von Bedeutung ist, und stellt sicher, dass die Anlage danach effizient und störungsfrei läuft. Wer das Wasser aus der Heizung ablässt, sollte den Vorgang also immer als Ganzes betrachten, vom Entleeren über das Aufbereiten bis zum kontrollierten Wiederbefüllen.

So betrachtet ist das Ablassen des Heizungswassers kein isolierter Handgriff, sondern Teil einer sorgfältigen Anlagenpflege. Wer im Zweifel den Fachbetrieb hinzuzieht, vermeidet Korrosionsschäden, Luft im System und Druckprobleme und sorgt dafür, dass die Heizung anschließend wieder einwandfrei arbeitet.

Ein letzter Hinweis: Notieren Sie sich vor dem Ablassen den aktuellen Druck und die Einstellungen der Regelung, damit Sie die Anlage nach dem Wiederbefüllen genauso einstellen können wie zuvor. Das erspart unnötiges Nachjustieren.