Kompaktheizkörper im Badezimmer

Der Kompaktheizkörper gehört zu den am häufigsten verbauten Heizkörpern in Wohngebäuden. Er vereint Heizfläche und Verkleidung in einem Bauteil und wird an der Wand befestigt, sodass er über dem Boden zu schweben scheint und die Bodenfläche frei bleibt. Damit ein Raum zuverlässig warm wird, muss die Leistung des Kompaktheizkörpers zum Wärmebedarf und zum Luftvolumen des Zimmers passen. Meist werden Sets angeboten, die den Heizkörper und die nötige Befestigung enthalten. Dieser Ratgeber erklärt Aufbau, Typen und Preise und hilft bei der Auswahl.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Kompaktheizkörper besitzt vier seitliche Anschlüsse und benötigt ein separates Thermostatventil. Beim verwandten Ventilheizkörper ist das Ventilunterteil bereits integriert.
  • Die Typbezeichnung (etwa Typ 11, 22 oder 33) verrät den Aufbau: Die erste Ziffer steht für die Zahl der Heizplatten, die zweite für die Zahl der Konvektionsbleche. Mehr Platten bedeuten mehr Leistung bei gleicher Höhe und Breite, aber größere Bautiefe.
  • Die Preise reichen je nach Typ und Größe von rund 40 Euro für einen kleinen Typ 11 bis über 120 Euro für einen leistungsstarken Typ 33.

Unterschied zwischen Kompaktheizkörper und Ventilheizkörper

Auf dem Markt gibt es verschiedene Heizkörpertypen. Das Besondere am Kompaktheizkörper sind seine vier seitlichen Anschlüsse, jeweils zwei auf der linken und der rechten Seite. Für den Betrieb wird ein Thermostatventil als separates Bauteil benötigt. Haben Sie sich dagegen für einen Ventilheizkörper entschieden, ist das Thermostatventilunterteil bereits werkseitig eingebaut. Bei den Anschlüssen bestehen je nach Hersteller und Modell verschiedene Möglichkeiten, etwa mittig an der Unterseite oder seitlich.

Kompaktheizkörper: Preise im Vergleich

Die Preise hängen stark von Typ und Abmessungen ab. Ein kleiner Kompaktheizkörper vom Typ 11 des Herstellers Buderus ist bereits für rund 40 Euro erhältlich. Ein mittlerer Typ 22 in kompakter Baugröße liegt bei etwa 55 bis 70 Euro, während ein leistungsstarker Typ 33 rund 120 Euro und mehr kostet. Da jedes Zimmer mit mindestens einem Heizkörper ausgestattet sein sollte, summieren sich die Kosten über die gesamte Wohnung. Für die genaue Auslegung ist eine Berechnung der Heizleistung sinnvoll, damit der Heizkörper weder unter- noch überdimensioniert ist.

Ausgewählte Typen von Kompaktheizkörpern

Die Typangabe beschreibt die Konstruktionsform. Beim Typ 33 arbeiten drei wasserführende Heizplatten: Die erste Ziffer steht für diese drei Platten, die zweite für drei Konvektionsbleche. Zwischen den drei Heizplatten liegen zwei Zwischenräume, in denen die Konvektionsbleche für zusätzliche Wärmeabgabe sorgen. Welcher Typ passt, hängt von Gebäude und Heizungsanlage ab. Die unterschiedlichen Bauformen führen zu verschiedenen Bautiefen. Als grobe Richtwerte gelten:

  • Typ 11: etwa 7 Zentimeter
  • Typ 20 und Typ 21: etwa 7,5 bis 8 Zentimeter
  • Typ 22: etwa 10 Zentimeter
  • Typ 33: etwa 15 bis 16 Zentimeter

Ein Kompaktheizkörper vom Typ 33 gibt bei gleicher Höhe und Breite mehr Wärme über Konvektion ab als ein Typ 22, weil er mehr Konvektionsbleche besitzt. Der Typ 22 verfügt nur über zwei Bleche, dafür ist er flacher. Möchten Sie mit einem Typ 22 dieselbe Heizleistung wie mit einem Typ 33 erreichen, müssen Sie Höhe und Breite größer wählen.

Plane oder geriffelte Heizplatten

Die Heizplatten können plan oder geriffelt ausgeführt sein. Ob eine plane oder eine geriffelte Fläche mehr Wärme abgibt, ist nicht abschließend geklärt. Lange galt die Annahme, dass die größere Oberfläche einer geriffelten Front mehr Wärme liefert. Inzwischen wird eingewandt, dass die Riffelung Luftverwirbelungen erzeugen kann, die sich ungünstig auf die Wärmeabgabe auswirken. In der Praxis spielt dieser Unterschied für die meisten Wohnräume eine untergeordnete Rolle. Wichtiger sind die richtige Dimensionierung, ein hydraulischer Abgleich und eine niedrige Vorlauftemperatur, damit der Heizkörper effizient arbeitet.

Vorteile des Kompaktheizkörpers

Der Kompaktheizkörper ist aus mehreren Gründen so verbreitet. Er ist vergleichsweise günstig, in vielen Größen und Leistungsstufen verfügbar und lässt sich schnell montieren. Durch die Kombination aus Heizplatten und Konvektionsblechen gibt er die Wärme sowohl über Strahlung als auch über Konvektion ab, was eine gleichmäßige Erwärmung des Raums begünstigt. Weil er an der Wand befestigt wird und über dem Boden endet, bleibt die Fläche darunter frei und lässt sich leicht reinigen. Gegenüber einem klassischen Gliederheizkörper besitzt der Kompaktheizkörper eine geschlossene Front, die optisch ruhiger wirkt und sich einfacher säubern lässt. Nachteilig kann sein, dass die eng stehenden Konvektionsbleche bei starker Verschmutzung schwerer zu reinigen sind und dass sehr flache Bauformen bei niedriger Vorlauftemperatur weniger Reserve bieten.

Auswahl und Einbau

Bei der Auswahl eines Kompaktheizkörpers zählen neben der Leistung auch die Maße, die zur verfügbaren Wandfläche passen müssen, sowie die Anschlussart, die zum vorhandenen Rohrsystem passt. In gut gedämmten Gebäuden mit niedriger Vorlauftemperatur, etwa im Zusammenspiel mit einer Wärmepumpe, sind eher größer dimensionierte Heizkörper sinnvoll, weil sie auch bei geringer Vorlauftemperatur genügend Wärme abgeben. Die Montage übernimmt idealerweise ein Fachbetrieb, der den Heizkörper korrekt anschließt, entlüftet und in den hydraulischen Abgleich der Anlage einbindet. So wird jeder Raum gleichmäßig warm und der Energieverbrauch bleibt niedrig. Wer unsicher ist, welcher Typ und welche Größe zum eigenen Raum passen, lässt die benötigte Heizlast am besten vorab fachgerecht berechnen.

Die Typenbezeichnung verrät die Leistung: Die erste Ziffer nennt die Zahl der wasserführenden Platten, die zweite die der Konvektorbleche. Ein Typ 22 hat also zwei Platten und zwei Konvektorlagen, ein Typ 33 entsprechend drei und drei. Je höher die Zahl, desto mehr Leistung auf gleicher Fläche. Für den Betrieb mit einer Wärmepumpe ist das entscheidend: Ein größerer Typ liefert dieselbe Wärme bei niedrigerer Vorlauftemperatur. Oft genügt deshalb der Tausch einzelner Heizkörper gegen einen größeren Typ, statt das ganze Haus auf Fußbodenheizung umzubauen.