Quelle: Infrarot-Bildheizung von Agadon
Ein Strahlungsheizkörper gibt seine Wärme überwiegend als Strahlung ab, nicht über die Luft. Während ein klassischer Konvektionsheizkörper die Raumluft erwärmt und diese die Wärme im Zimmer verteilt, sendet ein Strahlungsheizkörper Wärmewellen aus, die erst beim Auftreffen auf Flächen und Körper spürbar werden. Das bekannteste rein strahlende Gerät ist die Infrarotheizung. Wer den Unterschied zwischen Strahlung und Konvektion versteht, kann Heizkörper gezielter auswählen und Räume angenehmer sowie oft auch sparsamer beheizen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Strahlungsheizkörper überträgt Wärme direkt auf Flächen und Personen im Raum, statt vorrangig die Luft zu erwärmen. Das wirkt schnell und gezielt.
- Reine Strahlungsgeräte sind vor allem Infrarotheizungen. Viele übliche Heizkörper mischen Strahlungs- und Konvektionsanteile, wobei größere warme Oberflächen den Strahlungsanteil erhöhen.
- Strahlungswärme wirkt am besten mit passenden Speicherflächen wie Fliesen oder Naturstein, die die Wärme aufnehmen und wieder abgeben.
Strahlung und Konvektion im Vergleich
Wärme überträgt sich physikalisch auf drei Wegen: durch Leitung, durch Strömung (Konvektion) und durch Strahlung. Ein mit heißem Heizwasser gefüllter Metallheizkörper ist der Prototyp der Konvektionswärme, weil die vorbeistreichende Luft die Wärme aufnimmt und im Raum verteilt. Flächenbezogene Systeme wie Fußbodenheizungen nutzen beide Wege in unterschiedlicher Gewichtung. Auch moderne Wandheizkörper mischen die Übertragungsarten: Die vorbeiziehende Luft nimmt Wärme mit, gleichzeitig strahlt der aufgeheizte Korpus ab. Einen besonders hohen Strahlungsanteil haben zum Beispiel wasserführende Kaminöfen, deren massiver Körper die Lufterwärmung übertrifft.
Mischformen und Oberflächenverteilung
Flachheizkörper für die Wandmontage bestehen meist aus mehreren Blechlagen. Die gefaltete Form der Zwischenplatten vergrößert einerseits die Fläche, an der Luft vorbeistreicht, und erhöht andererseits die abstrahlende Oberfläche. Für Heizkörper gilt generell: Je größer die erwärmte Oberfläche, desto höher der Strahlungsanteil. Einen völlig reinen Konvektionsheizkörper gibt es außerhalb einiger elektrischer Bauarten praktisch nicht. Jeder Heizkörper strahlt zumindest ein wenig ab, mitunter aber so gering, dass es kaum ins Gewicht fällt. Alte gusseiserne Heizkörper etwa, die als Konvektionsheizkörper konzipiert waren, zeigen ihren Strahlungsanteil deutlich, wenn man sich in ihre Nähe setzt.
Heizsysteme und Wärmeabgabe
Bei einer wassergeführten Flächenheizung wird die Wärme geleitet und teils abgestrahlt. Eine elektrische Infrarot-Flächenheizung dagegen arbeitet nahezu ausschließlich über Strahlung, ohne nennenswerte Leitung oder Strömung. Würde die Strahlung keinen Körper erreichen, bliebe der Raum kalt. Anschaulich wird das an der Dämmung: Die Rohre des heißen Vorlaufs werden gedämmt, um deren Strahlungswärme gezielt zurückzuhalten und die Wärme dorthin zu leiten, wo sie gebraucht wird.
Auswirkungen auf die Nutzung
Ein Strahlungsheizkörper erzeugt Wärme dort, wo seine Strahlen auftreffen. Ein herkömmlicher Heizkörper folgt dagegen dem Prinzip, dass warme Luft nach oben steigt. In der Praxis sammeln sich die höchsten Temperaturen dann unter der Decke, während in Bodennähe nachgeheizt werden muss, was Energie kostet. Die Wärmeverteilung hängt zudem stark von Luftströmungen ab, die durch bauliche Gegebenheiten beeinflusst werden. Nebenbei wird mit der Luft auch Staub aufgewirbelt. Strahlungsheizkörper heizen selektiver und wirken schneller, weil sie direkt Personen und Flächen erwärmen. Der Energiebedarf hängt allerdings stark vom Einsatzfall ab, weshalb sich rein elektrische Strahlungsheizungen vor allem für selten oder kurz genutzte Räume eignen.
Reflexion und Speicherwirkung
Am komfortabelsten arbeitet ein Strahlungsheizkörper, wenn er auf gute Aufnahme- und Speicherflächen trifft. Das typische Beispiel sind durch Strahlung erwärmte Badfliesen. Auch Naturstein und andere speicherfähige Materialien erhöhen die Wärmeübertragung und geben die Wärme über längere Zeit wieder ab. Neben diesen Reflexionspartnern ist die Bauart des Heizkörpers entscheidend. Die Strahlungswärme klassischer Kachelöfen entsteht über das Speichermedium der Kacheln. Ohne ein solches Speichermedium endet die Heizwirkung, sobald die Strahlungsquelle ausfällt.
Behaglichkeit und Effizienz
Ein wesentlicher Vorteil eines Strahlungsheizkörpers liegt in der empfundenen Behaglichkeit. Weil die Strahlung Personen und Flächen direkt erwärmt, fühlt sich ein Raum bereits bei etwas niedrigerer Lufttemperatur angenehm warm an. Das kann helfen, die eingestellte Raumtemperatur leicht zu senken und dadurch Energie zu sparen. Zudem wirbelt Strahlungswärme kaum Staub auf, weil sie ohne die starke Luftbewegung der Konvektion auskommt. Das ist vor allem für Menschen mit Allergien angenehm. Auf der anderen Seite reagiert ein Raum langsamer, wenn große Speicherflächen erst aufgeheizt werden müssen. Für selten genutzte Räume, in denen schnell und kurzzeitig Wärme gebraucht wird, ist eine reaktionsschnelle Infrarotheizung dagegen gut geeignet.
Bauformen von Infrarotheizungen
Reine Strahlungsheizkörper gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Neben schlichten Paneelen sind Modelle als Spiegel, als bedruckte Bildheizung oder als Naturstein- und Glasplatte erhältlich, sodass sie sich unauffällig in die Einrichtung einfügen. Elektrische Infrarotpaneele werden meist an Wand oder Decke montiert und strahlen ihre Wärme in den Raum ab. Da sie mit Strom betrieben werden, sind die Betriebskosten pro Kilowattstunde höher als bei einer wassergeführten Heizung. Ihr wirtschaftlicher Einsatz beschränkt sich deshalb in der Regel auf Nebenräume, gut gedämmte Gebäude oder als Ergänzung, nicht als alleinige Heizung für ein ganzes Haus.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Ob ein Strahlungsheizkörper die richtige Wahl ist, hängt vom Raum und von der Nutzung ab. Wichtig sind eine gute Dämmung, die Ausrichtung der Strahlungsfläche auf den Aufenthaltsbereich und passende Speicherflächen in der Umgebung. Frei stehende Möbel oder Vorhänge sollten die Strahlung nicht abschirmen. In Bädern spielt ein Strahlungsheizkörper seine Stärken besonders aus, weil Fliesen die Wärme aufnehmen und angenehm zurückgeben. Lassen Sie die Leistung im Zweifel fachgerecht berechnen, damit der Heizkörper weder unter- noch überdimensioniert ist.
