Der Energieverbrauch einer Heizung hängt stark vom Nutzungsverhalten ab: Wer nur so viel heizt, wie tatsächlich gebraucht wird, spart spürbar Brennstoff oder Strom. Ein Funkthermostat unterstützt genau dabei, indem es die Heizkörper automatisch und aus der Ferne regelt. Dieser Ratgeber erklärt Funktion, Vorteile, Hersteller und Kosten.

Funkthermostat in der Ansicht

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Funkthermostat ist ein elektronisches Heizkörperthermostat, das sich per Funk ansteuern lässt. Es ermöglicht eine zentrale Regelung, Zeitprogramme und die Steuerung per App.
  • Durch programmierte Absenkzeiten, etwa nachts, und die automatische Anpassung an das Nutzungsverhalten spart es Energie, ohne dass man täglich manuell nachregeln muss.
  • Einzelne Thermostate gibt es ab rund 30 Euro, Sets oft günstiger je Stück. Der Einbau gelingt meist selbst. Als Teil einer Heizungsoptimierung kann der Austausch förderfähig sein.

Warum sich ein programmierbares Thermostat lohnt

Ein Heizkörperthermostat regelt, wie viel warmes Wasser in den Heizkörper fließt, und damit, wie warm es im Raum wird. Wer das Thermostat weit aufdreht und vergisst oder bei geöffnetem Fenster weiterheizt, verschwendet viel Energie. Ein elektronisches Thermostat besitzt eine Zeitschaltung und lässt sich programmieren: So können Sie zum Beispiel eine Nachtabsenkung festlegen, bei der die Heizkörper nachts heruntergefahren werden, oder eine feste Wohlfühltemperatur einstellen, die dann gehalten wird. Zwar ließe sich das theoretisch auch mit manuellen Thermostaten erreichen, doch im Alltag denkt kaum jemand daran, morgens und abends in jedem Raum von Hand zu regeln. Genau diese Arbeit nimmt ein programmierbares Thermostat ab.

Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten per Funk

Ein Funkthermostat ist ein elektronisches Thermostat, das sich per Funk ansteuern lässt und dadurch eine zentrale Heizungsregelung ermöglicht. Temperaturfühler an verschiedenen Stellen erlauben eine genauere Regulierung, und komplette Systeme lassen sich zentral über ein Display oder eine App steuern. So fällt schnell auf, wenn ein Raum übermäßig beheizt wird. Über die Einbindung ins heimische WLAN lassen sich Smartphone und App anbinden, sodass sich die Heizung auch von unterwegs komfortabel steuern lässt. Manche Systeme erkennen anhand des Smartphones, ob noch jemand zu Hause ist, und regeln die Heizung automatisch herunter, sobald die letzte Person die Wohnung verlässt. Diese ortsabhängige Steuerung spart Energie, ohne dass ein manueller Eingriff nötig ist.

Einbindung ins Smart Home

Ihre volle Stärke spielen Funkthermostate in einem vernetzten Zuhause aus. Über eine zentrale Basisstation oder ein Gateway lassen sich alle Thermostate gemeinsam steuern und in ein Smart-Home-System einbinden. So können Heizzeiten für jeden Raum individuell programmiert, Fensterkontakte eingebunden und Szenen wie eine automatische Absenkung bei Abwesenheit eingerichtet werden. Öffnet ein Fenster, erkennt das System den plötzlichen Temperaturabfall und drosselt den betreffenden Heizkörper automatisch, was unnötiges Heizen beim Lüften verhindert. In Verbindung mit Sprachassistenten oder einer zentralen App lässt sich die gesamte Heizung bequem und übersichtlich verwalten. Diese Vernetzung macht nicht nur den Alltag komfortabler, sondern deckt auch Einsparpotenziale auf, weil sich der Verbrauch einzelner Räume nachvollziehen lässt.

Einsparpotenzial und Grenzen

Wie viel ein Funkthermostat spart, hängt vom bisherigen Heizverhalten und vom Gebäude ab. Wer zuvor durchgehend auf gleicher Temperatur geheizt hat, profitiert am stärksten von programmierten Absenkzeiten und der bedarfsgerechten Regelung. Realistisch lässt sich der Heizenergieverbrauch durch eine konsequente Nutzung um einen spürbaren Anteil senken, sodass sich die Anschaffung meist innerhalb weniger Heizperioden bezahlt macht. Wichtig ist, dass die eingesparte Energie tatsächlich genutzt wird: Ein Thermostat wirkt nur, wenn die Absenkzeiten sinnvoll eingestellt und die Fühler nicht durch Möbel oder Vorhänge verdeckt sind. In sehr gut gedämmten Gebäuden fällt das Einsparpotenzial durch Absenkung geringer aus als in schlecht gedämmten Altbauten, in denen sich jede vermiedene Überheizung deutlich bemerkbar macht.

Hersteller und Auswahl

Programmierbare und funkgesteuerte Thermostate bieten zahlreiche Hersteller an, darunter etablierte Marken der Haustechnik und Smart-Home-Anbieter wie Homematic, Honeywell, Eve oder Tado. Beim Kauf von Komplettsystemen empfiehlt es sich, ein Modell eines etablierten Herstellers zu wählen, damit auch nach einigen Jahren noch passender Ersatz und Erweiterungen verfügbar sind. Das ist besonders wichtig, wenn eine zentrale Steuerung genutzt werden soll, da sich die Komponenten dann ergänzen müssen. Achten Sie außerdem auf die Kompatibilität mit Ihren vorhandenen Heizkörperventilen, da die meisten Thermostate über gängige Adapter passen, in Einzelfällen aber ein spezieller Adapter nötig ist.

Kosten und Montage

Die Kosten richten sich nach dem Funktionsumfang. Einzelne Thermostate sind ab rund 30 Euro erhältlich. Größere Sets sind je Stück oft günstiger, Markenprodukte etwas teurer. Wünschen Sie lediglich programmierbare Thermostate, liegt das Preisniveau niedriger als bei Modellen mit WLAN- oder Bluetooth-Anbindung und App-Steuerung. Montagekosten fallen nicht zwangsläufig an: Mit etwas Geschick lässt sich ein Funkthermostat selbst anbringen, da meist nur das alte Thermostat abgeschraubt und das neue aufgesetzt wird.

Insgesamt ist die Nachrüstung einer Heizung mit Funkthermostaten eine lohnende Maßnahme, die sich durch die eingesparte Energie schnell amortisiert. Zum finanziellen Vorteil kommt der Komfortgewinn: Abends ist die Wohnung bereits auf Wohlfühltemperatur, während tagsüber Heizkosten gespart werden. Wird der Austausch alter Thermostate im Rahmen einer Heizungsoptimierung durchgeführt, etwa gemeinsam mit einem hydraulischen Abgleich, kann die Maßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude beim BAFA bezuschusst werden. So verbindet sich mehr Komfort mit einem geringeren Energieverbrauch der gesamten Anlage.

Häufige Fragen zum Funkthermostat

Was leistet ein Funkthermostat?

Es regelt den Heizkörper wie ein herkömmliches Thermostat, lässt sich aber zentral über eine Basisstation oder App ansteuern. Damit sind Zeitprogramme und Absenkzeiten je Raum möglich.

Was kostet ein Set?

Einzelne Thermostate gibt es ab rund 30 Euro, im Set ist der Stückpreis meist niedriger. Hinzu kommen je nach System eine Basisstation und gegebenenfalls Fenstersensoren.

Passt es auf jeden Heizkörper?

Auf die meisten. Entscheidend ist das Gewinde des Ventils; für gängige Maße liegen Adapter bei. Bei sehr alten Ventilen kann ein Austausch des Ventilkörpers nötig sein.

Wie viel spart die Zeitsteuerung?

Das hängt vom Nutzungsverhalten ab. Der Effekt entsteht dadurch, dass Räume nur dann beheizt werden, wenn sie genutzt werden. In durchgehend bewohnten Räumen fällt er entsprechend gering aus.