In der modernen Gebäudeplanung werden für die Heizung fast ausschließlich Flachheizkörper gewählt. Die schmalen, auch als Plattenheizkörper bezeichneten Geräte entwickeln bessere Wärmeabgabewerte als Rippenheizkörper und lassen sich flexibel montieren. Dieser Ratgeber erklärt Technik, Typen, Montage und die Eignung für moderne Heizsysteme.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Flachheizkörper bestehen aus einer bis drei Platten mit dazwischen liegenden Faltblechen, die die wärmeabgebende Oberfläche vergrößern. Sie sind leicht, kompakt und flexibel montierbar.
- Die Typbezeichnung wie Typ 22 gibt die Zahl der Platten und Konvektorbleche an und bestimmt Bautiefe und Leistung. Größere Typen wie Typ 33 liefern mehr Wärme, brauchen aber mehr Platz.
- Flachheizkörper geben einen hohen Anteil Strahlungswärme ab und eignen sich mit ausreichender Fläche auch für den Betrieb mit niedrigen Vorlauftemperaturen, etwa mit einer Wärmepumpe.
Vorteile gegenüber Rippenheizkörpern
Flachheizkörper sind aus leichtem Stahlblech gefertigt, einfach zu verarbeiten und benötigen weniger Befestigungsaufwand als die alten, schweren Rippenheizkörper. Diese haben durch ihre Größe und ihr Gewicht die Innenarchitektur lange eingeschränkt, etwa durch die typischen Wandverjüngungen unter Fenstern, die Platz für den Heizkörper schaffen sollten. Moderne Flachheizkörper brauchen diese Tiefe nicht mehr und lassen sich frei im Raum platzieren. Je nach Größe unterscheidet man verschiedene Typen: Größere Modelle wie der Typ 33 sind für Gebäude mit hohem Wärmebedarf ausgelegt, benötigen aber mehr Platz. Die Wahl des passenden Modells ist daher immer ein Abwägen zwischen verfügbarem Raum und benötigter Heizleistung.

Prinzip der Oberflächenvergrößerung
Der Aufbau folgt dem Prinzip, eine möglichst große Oberfläche für die Wärmeabgabe zu schaffen. Dafür werden die Platten mit gefalteten Blechstreben verbunden. Durch den gezackten Verlauf vergrößert sich die Metalloberfläche, aus der Wärme austritt. Die Faltbleche werden auf eine Platte aufgesetzt oder in die Hohlräume zwischen zwei oder drei Platten montiert; der Plattenheizkörper gleicht so einem Sandwich mit ziehharmonikaartigen Zwischenlagen. Die vergrößerte Fläche erwärmt die von unten einströmende Raumluft schnell und gibt sie als Konvektionswärme nach oben ab, während die Plattenoberfläche zusätzlich Strahlungswärme abgibt. Die Typbezeichnung beschreibt den Aufbau: Die erste Ziffer steht für die Zahl der Platten, die zweite für die Zahl der Konvektorbleche.
Platzbedarf, Maße und Platzierung
Die Aufbauhöhe der Flachheizkörper beginnt je nach Plattenzahl bei etwa zehn Zentimetern, hinzu kommt der Montageabstand zur Wand von rund fünf Zentimetern. Pro Platte gewinnt der Heizkörper etwa zehn Zentimeter Tiefe hinzu. Die Fläche kann in nahezu beliebigen, meist rechteckigen Maßen gewählt werden. Längliche Modelle lassen sich mit passender Heizkörperbefestigung gut an schmalen Wandabschnitten montieren. Ebenfalls möglich ist die freistehende Aufstellung, etwa vor bodentiefen Fenstern. Wichtig ist, die Installationswege und Verrohrungen frühzeitig zu planen, um die Flexibilität zu erhalten. Bei Heizungen im Neubau können Blindanschlüsse vorgesehen werden, die eine spätere Umpositionierung erlauben. Die erzwungene Platzierung unter Fenstern ist damit hinfällig geworden. Wandmontagen richten sich nach den freien Flächen und der geplanten Einrichtung.
Flachheizkörper und die Wärmepumpe
Ein wichtiger Punkt beim Neukauf ist die Eignung für niedrige Vorlauftemperaturen. Weil Flachheizkörper über die Faltbleche eine große Fläche bereitstellen, können sie ihre Wärme auch bei niedrigeren Temperaturen abgeben, sofern sie ausreichend groß dimensioniert sind. Das macht sie grundsätzlich mit einer Wärmepumpe kombinierbar. Entscheidend ist die richtige Auslegung: Ein größerer Heizkörper oder ein Typ mit mehr Platten liefert bei gleicher Vorlauftemperatur mehr Wärme. Wer den Umstieg auf eine Wärmepumpe plant, sollte daher prüfen lassen, ob die vorhandenen Flachheizkörper groß genug sind oder ob einzelne gegen größere Modelle getauscht werden sollten. Ein solcher Austausch kann als Maßnahme der Heizungsoptimierung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst werden.
Die Typen im Detail
Die gängigen Flachheizkörpertypen unterscheiden sich in Plattenzahl, Konvektorblechen und damit in Bautiefe und Leistung. Der schlanke Typ 10 besteht aus einer Platte ohne Konvektorblech und ist besonders flach, liefert aber wenig Leistung. Typ 11 ergänzt eine Platte um ein Konvektorblech. Der weit verbreitete Typ 22 mit zwei Platten und zwei Konvektorblechen gilt als guter Kompromiss aus Leistung und Platzbedarf und deckt den Bedarf vieler Wohnräume ab. Der Typ 33 mit drei Platten und drei Konvektorblechen bietet die höchste Leistung, ist aber entsprechend tief. Grundsätzlich gilt: Je mehr Platten und Bleche, desto höher die Heizleistung, aber auch der Platzbedarf. Wer baulich nicht eingeschränkt ist und eine hohe Leistung bei niedriger Vorlauftemperatur wünscht, kann zu einem tieferen Typ greifen. Am verbreitetsten sind Zweiplattengeräte.
Reinigung und Pflege
Zwischen den Platten und Konvektorblechen eines Flachheizkörpers sammelt sich mit der Zeit Staub, der die Wärmeabgabe mindert und beim Aufheizen verbrennen kann. Für eine gute Leistung sollte der Heizkörper daher regelmäßig gereinigt werden. Der Staub im Inneren lässt sich mit einer schmalen Heizkörperbürste lösen und mit einem Staubsauger aufnehmen. Von oben eingesprühtes Wasser oder ein feuchtes Tuch helfen, gelösten Staub aufzufangen. Die glatten Außenflächen lassen sich einfach abwischen. Eine saubere, freie Oberfläche sorgt dafür, dass der Flachheizkörper seine Wärme ungehindert an den Raum abgibt und effizient arbeitet. Verdeckt man den Heizkörper dagegen mit Möbeln oder Verkleidungen, sinkt die Wärmeabgabe spürbar.
Hersteller, Modelle und Preise
Wer einen Flachheizkörper kauft, kann in Deutschland zwischen rund zwanzig Herstellern wählen. Der mit Abstand größte Anbieter mit dem umfangreichsten Sortiment ist Buderus. Eine ebenfalls große Produktpalette bieten E.C.A., Kermi, Purmo, Rotheigner, Viessmann und Zehnder. Einige Hersteller führen Kompaktheizkörper mit zwei Außenplatten und einer Gerätetiefe von fünfzehn bis dreißig Zentimetern. Eine kleinere Auswahl liefern HSK, Schulte und Vasco. Die Preise für Flachheizkörper beginnen für Einplattengeräte bei etwa fünfzig Euro und steigen mit Größe, Plattenzahl und Ausstattung. Für die richtige Auswahl und Dimensionierung ist ein Fachbetrieb der passende Ansprechpartner, der die Heizlast berechnet und den Heizkörper auf Raum und Wärmeerzeuger abstimmt.
