Warum Heizkörperverkleidungen die Heizkosten erhöhen

Heizkörperverkleidungen aus Holz
Heizkörperverkleidungen sind in jeder Konstruktionsform und aus jedem Material energetische Bremsen. Neben dem optischen Aspekt gibt es nur zwei denkbare funktionelle Faktoren, die für eine Verkleidung des Heizkörpers sprechen. Heiße Heizkörper können für Kleinkinder Verbrennungsgefahr erzeugen. Auch das zweite Argument betrifft vor allem jüngere Bewohner des beheizten Haushalts. Metalloberflächen, insbesondere schwere Eisenrippen,
erzeugen ein Verletzungsrisiko, wenn ungeschützt dagegen gefallen oder geprallt werden kann. Bei der Planung neuer Heizkörper wie in einem Neubau sollten immer verkleidungsfreie Varianten umgesetzt werden. Verkleidungen stören den Wärmefluss und treiben die Heizkosten unnötig in die Höhe. Bei Bestandsheizkörpern muss zwischen thermischen Regeln und den optischen und sicherheitsrelevanten Ansprüchen abgewogen werden.

Spezifische Materialeigenschaften

Gängige Werkstoffe, aus denen die Sichtschutzelemente von Heizkörperverkleidungen bestehen, sind Rohrgeflecht, Holz und Metall. Weitere mögliche Bespannungs- oder Füllmaterialien sind Acrylglas, japanisches Papier, Kunststoffgitter und textile Stoffe.

Bei allen Materialien muss das spezifische Verhalten bezüglich Wärmedurchlässigkeit und Speicherung berücksichtigt werden. Bei reißfähigen Verkleidungsstoffen entfällt der Schutzeffekt für Kleinkinder.

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Heizkörperverkleidungen aus Holz absorbieren die größte Menge der vom Heizkörper abgegebenen Wärme. Als Vollverkleidung ist Holz nicht geeignet. Aus energetischer Sicht ist von einem Verkleiden des Heizkörpers mit Holz demnach dringend abzuraten.
Wenn Sichtschutzfüllungen aus Metall bestehen, kann die Abstrahl- und Speicherfähigkeit des Metalls in die Effizienzberechnung einbezogen werden.

Ausreichende Luftdurchgangsöffnungen

Die Montage von Heizkörperverkleidungen verlangt ein Mindestplatzangebot, um der aus dem Heizkörper entweichenden Wärme die mindestens erforderlichen Austrittswege zu ermöglichen. Das gilt besonders für geschlossene Varianten aus Acrylglas, Japanpapier oder textilen Stoffen. Bei festen Materialien wie Rohrgeflecht, Metall, Kunststoffwaben oder Lochgitter und eingeschränkt Holz sind Durchgangsöffnungen und Lüftungsschlitze von entscheidender Bedeutung.

  • Loch- und Gitterflächen müssen ein ausreichend wärmedurchgängiges Verhältnis zwischen offenen und geschlossenen Anteilen besitzen
  • Bei Metallen mit stärkerer Wärmeleitungs- und Speicherfähigkeit wie Aluminium können kleinere Durchgangsanteile gewählt werden als bei Nichtleitern wie Holz, Kunststoff und Rohrgeflecht.

Heizkörperverkleidungen: Abstände und Konstruktionsformen

Grundlage für eine verantwortbare und moderate Leistungseinschränkung der im Raum ankommenden Wärme ist die Art des Heizkörpers. Rippenheizkörper arbeiten fast ausschließlich mit Konvektion, sodass die Strömungswege der Luft nur geringstmöglich gestört werden dürfen. Heizkörperverkleidungen vor moderneren Flachheizkörpern mit anteiliger Strahlungswärmeproduktion können, je nach Material, enger und abdeckender montiert werden.

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Die Konstruktion muss dem Heizkörper entsprechende Zirkulationswege freilassen. Auch bei Heizkörperverkleidungen selber bauen gelten zehn Zentimeter als unterstes Grenzmaß für den Abstand zwischen Heizelementen und Abdeckung.
Zudem müssen an allen Seiten der Verkleidung dem Heizkörper angepasste Zirkulationsöffnungen bestehen.

Unvermeidbare Mindestverluste minimieren

Selbst physikalisch und thermisch optimierte Heizkörperverkleidungen besitzen einen rechentheoretischen Wärmeverlust von drei bis sieben Prozent. In der realen Umsetzung müssen Sie von einem tatsächlichen Verlustwert zwischen zehn und 15 Prozent ausgehen.

Bei der Heizungsplanung sollten Sie sich die konkret entstehenden Umleitungen der Wärmezirkulationswege vorstellen. Zur Eindämmung von Verlusten können reflektierende Rückwandverkleidungen hinter dem Heizkörper beitragen. Bei platten- und gitterförmigen Verkleidungselementen ist ein einfacher Aushängemechanismus empfehlenswert. So kann an besonders kalten Tagen der unvermeidbare Wärmeverlust gemindert werden.