Gliederheizkörper: Maße, Preise & Hersteller im Überblick | Kesselheld

Gliederheizkörper: Maße, Preise & Hersteller im Überblick

gliederheizkoerper in weiss unter einem fenster
Lange Jahre war der Gliederheizkörper das Standardwärmeausgabegerät in privaten und gewerblichen Räumen. Die individuelle Größenanpassung durch die Anzahl der Glieder ist eine geschätzte Eigenschaft. Durch die Mischung von Konvektions- und Strahlwärme erzielen die Gliederheizkörper eine gute Leistung. Glieder aus Gusseisen liefern eine temporäre Speicherfähigkeit, die nach dem Abdrehen des Warmwasserzuflusses für eine
verzögerte Raumauskühlung sorgen. Neben dem Energiespareffekt erhöht dieses „Nachwärmen“ den Wohnkomfort beispielsweise am Abend. Der Heizkörper kann einige Zeit vor dem Verlassen des Raums abgedreht werden. Trotzdem verliert er an Bedeutung, da Flachheizkörper Eigenschaften mitbringt, die in der modernen Architektur geschätzter sind.

Aufbau und Größe

Der Aufbau des Gliederheizkörpers besteht aus einzelnen formgleichen Säulen, die in gewünschter Menge miteinander verschweißt werden.

  • Die Verbindungen entstehen an zwei Naben, welche oben und unten verbunden sind.
  • Die Maße eines Gliederheizkörpers sind in den Typenbezeichnungen enthalten. Weitere Informationen zu verschiedenen Maßen von Heizkörpern finden Sie in unserem Ratgeberartikel über Heizkörpertypen.
  • Der Abstand der beiden Nabenmittelachsen in horizontaler Richtung und die Tiefe der Säulen geben Auskunft über die Grundmaße.
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Der Typ 900/110 verfügt über einen Nabenabstand von 900 Millimetern bei einer Bautiefe der Säule von 110 Millimetern. Die Gesamthöhe des Gliederheizkörpers beträgt damit einen Meter (jeweils 5 cm Länge von der horizontalen Nabenmitte zur Ober- beziehungsweise Unterkante der Säule). Zur Bautiefe muss die Wandbefestigung hinzugerechnet werden, um die tatsächliche Montagetiefe im Raum zu erhalten.

Konvektion und Strahlungswärme

Die Raumluft zirkuliert am Gliederheizkörper durch die Öffnungen zwischen den einzelnen Säulen. Dadurch erhöht sich die thermische Menge der erwärmten Luft durch die Vergrößerung der Heizoberflächen. Bei Flachheizkörpern aus Stahlblech wird dieser Effekt durch Faltungsschichten zwischen den Einzelblechen genutzt.

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Da die Glieder beziehungsweise Türme des Gliederheizkörpers aus massiverem Werkstoff als Blech bestehen, kommt eine speichernde Funktion des Materials hinzu.
Sie strahlt die aufgenommene Wärme ab und ergänzt die Lufterwärmung. Gusseisen erhöht den Anteil an Strahlungswärme am stärksten, aber auch Stahl und Stahlrohr übertreffen die Speicherungswerte von Blech.

Gliederheizkörper: Anbieter und Preise

Trotz der Konkurrenz durch Flachheizkörper bestehen die Gliedermodelle dank ihrer einfachen und daher preiswerten Konstruktion weiter am Markt.

Renommierte Hersteller wie Vaillant, Buderus & Co. bieten ihre Stahlradiatoren in 4 Bautiefen:

  • 110 mm
  • 160 mm
  • 220 mm
  • 250 mm

mit beliebig vielen Säulen in unterschiedlichen Nabenhöhen an.

Aus den klassischen Röhren- und Säulenkonstruktionen haben die Heizungshersteller Designgeräte entwickelt. Die prinzipielle Konstruktionsform und Wärmeabgabeart wird beispielsweise bei Badheizkörpern mit Handtuchtrocknungseignung fortgeführt. Bei den leiterähnlich aufgebauten Badheizungen handelt es sich im Prinzip um im rechten Winkel gedrehte Gliedergeräte.

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Während klassische Produkte ab Einzelpreisen von etwa 50 Euro erhältlich sind, kosten Designausführungen meist zwischen 200 und 400 Euro pro Stück. Schmal und hoch oder breit und niedrig, oder auch frei stehend ist möglich.