Alu-Heizkörper: Eigenschaften, Preise und Vorteile

Weißer Alu-Heizkörper an der Wand
Heizausgabegeräte für die Wandmontage bestehen meist aus Stahl. In Flachheizkörpern sorgen gefaltete Stahlbleche für ein ausbalanciertes Verhältnis von Konvektions- und Strahlungswärme. Im Prinzip ist diese Konstruktionsart auch mit einem Aluminium Heizkörper umsetzbar. Materialspezifische Unterschiede zum Stahl liefern wichtige Entscheidungskriterien. Ob Alu-Heizkörper eine gleichwertige oder bessere Wahl sind, entscheiden individuelle Gegebenheiten.

Herausragendes Merkmal ist die Differenz bezüglich der Temperaturleitfähigkeit der Metalle. Aluminium gibt bei gleichen Ausgabebedingungen je nach Messmethode zwischen 5- bis 8x so viel Wärme ab wie Stahl. Den größten Einfluss hat dies auf die Geschwindigkeit der Raumlufterwärmung und die benötigte Größe der Heizkörperflächen. Rostbefall durch Korrosion ist bei Aluminium kein Thema. Bei einigen baulichen Gegebenheiten ist das geringere Eigengewicht ein wichtiges Argument.

Aufwärm- und Speicherungsverhalten des Alu-Heizkörper

Bei der Planung der Bestückung von Wohnraum mit Heizkörpern spielen Platzangebot und individueller Heizwärmebedarf die Hauptrollen. Die Metalle Aluminium oder Stahl bringen Eigenschaften mit, die je nach Situation vor- oder nachteilig wirken.

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Generell gilt, dass bei schnellem Wärmebedarf ein Alu-Heizkörper Vorteile hat. Die Lamellen beziehungsweise Wärmeabgabeflächen heizen schnell auf und werden heißer als Stahl.
Die Höhe des Unterschieds der Wärmeleitkoeffizienten hängt dabei auch von der Legierungsart der Metalle ab. Die Geschwindigkeit betrifft auch das Abkühlen des Heizkörpers. Stahl hat eine höhere spezifische Wärmekapazität, die wiederum je nach Legierung in der Spitze die Wärme doppelt solange hält wie Aluminium.

Aluminium vs Stahl

Allgemein sollten folgende spezifische Eigenschaften der beiden Metalle verglichen werden, um je nach Bedarf die entsprechenden vorteilhaften und nachteiligen Faktoren einschätzen und abwägen zu können:

Aluminium

Stahl

Höhe Wärmeleitfähigkeit Hoher Wärmespeicherwert
Schnelle Wärmeabgabe Standardmodelle durch Massenproduktion preiswert
Geringes Eigengewicht Moderate Oberflächentemperatur
Nahezu korrosionsfreies Metall Effizientere Wärmeabgabe durch Innen-Lamellen
Neigung zu Geräuschentwicklung bei Abkühlung Gute und langlebige Schweiß- und Lötfähigkeit der Anschlüsse
Umweltunverträgliches „giftiges“ Metall Keine Hilfsmittel wie Katalysatorstoffe zur Reaktionsunterdrückung erforderlich
Aufwand für spannungsfreie Montage Hohe Lebensdauer bis zu mehreren Jahrzehnten
Geringe Vorlauftemperatur erforderlich Ideale Grundwärmelieferung bei ergänzenden Strahlwärmegeräten
Einfluss auf pH-Wert des Heizwassers
Hohe Oberflächentemperatur
Antistatisch
Unvorteilhafte Wärmeabgabe durch Außenlamellen
Chemische Reaktionsfähigkeit unterdrückende Stoffe belasten Anlagenbauteile

In Deutschland bekannte Spezialhersteller

Viele Hersteller für Alu-Heizkörper bewegen sich im Marktbereich der Designgeräte und nutzen die geringeren Dimensionierungsansprüche. Geringere Produktionszahlen „fressen“ den materialbedingten Preisvorteil meist auf. Bei gleicher Leistungsfähigkeit kostet ein Alu-Heizkörper ähnlich viel wie ein Stahlprodukt. Renommierte und in Deutschland bekannte Herstellermarken sind Alutherme, Armatura Kraków, Moryb, Olymp, Senia, Sira, Vasco und Wenko.

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Vor dem Kauf von Alu-Heizkörpern sollte durch einen Fachmann immer geprüft werden, ob andere Metalle im Heiz- und Zirkulationssystem keine unerwünschten „Nebenwirkungen“ bei Aufeinandertreffen mit Aluminium entwickeln.

Preisspannen und Designfaktoren

Ähnlich wie bei Stahlheizkörpern sind Größe, Konstruktionsart und Design Preisfaktoren für Wärmeausgabegeräte aus Aluminium.

  • Für herkömmliche und gängige Raumgrößen zwischen 5 und 25 Quadratmetern variieren die Preise für funktional gestaltete Modelle zwischen 30 und 200 Euro.
  • Designmodelle, oft in sogenannter Paneelkonstruktion umgesetzt, sind ab etwa 100 Euro erhältlich.
  • Eine umfangreiche Produktauswahl beginnt bei etwa 200 Euro.

Ähnlich wie bei Heizkörpern aus Stahl steigt der Preis für Alu-Heizkörper mit der Abweichung von Standardmaßen und Designs. Verkaufsargumente wie der geringere Heizwasserverbrauch oder die höhere Wärmeabgabeeffektivität sollten über die verkürzende Darstellung des Sparpotenzials hinaus auf Bedarfsorientiertheit und Zusatzaufwendungen bezüglich Einbauaufwand geprüft werden.