Vorlauftemperatur einstellen – so geht´s richtig!

vorlauftemperatur einstellen
Die Vorlauftemperatur bezeichnet die Ausgangstemperatur am Wärmeerzeuger beziehungsweise am Brenner. Also die Temperatur, die vorherrscht noch bevor die Wärme an die Heizleitungen abgegeben und im Gebäude verteilt wird. Um die optimale Vorlauftemperatur zu wählen, ist es wichtig neben dem gewünschten Wärmebedarf weitere physikalische Gesetzmäßigkeiten zu beachten. So müssen beim Einstellen der Vorlauftemperatur beispielsweise die Wege,
die das Heizwasser zurücklegt berücksichtigt werden. Auf dem Weg zum Heizkörper geht Wärme verloren. Wenn ein Heizungsinstallateur die Vorlauftemperatur einstellt, kalkuliert er diesen Wärmeverlust durch den Transportweg mit ein. Neben der Distanz, die das Heizwasser zurücklegt, spielen auch die Dämmeigenschaften eine wichtige Rolle. Ein zusätzliches entscheidendes Kriterium sind die Flächen der Wärmeausgabegeräte.

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Je größer die Abgabeflächen sind, desto näher kann die Vorlauftemperatur an der gewünschten Endtemperatur, die den Raum erreicht, liegen. Die Optimierung erfolgt durch ein bestmögliches Annähern und idealerweise bewegt sich der Einstellungswert am unteren Ende der Temperatur, die gerade noch gewünschte Wärme ankommen lässt.

Die Dämmung, der Transportweg des Heizwassers, die Größe der Heizkörper – für eine exakte Berechnung der richtigen Vorlauftemperatur ist eine multifaktorielle Betrachtung verschiedener Umstände wichtig. Bei fehlender fachlicher Kenntnis empfiehlt es sich die Expertise eines Heizungsinstallateurs zu nutzen.

Verhältnis von Vor- und Rücklauftemperatur

Die optimale Einstellung der Vorlauftemperatur bei Heizungen, bestimmen die Anzahl, die Größe und die Abgabeflächen über die Rücklauftemperatur. Die Differenz dokumentiert den Wärmeverlust im Rohrsystem zugunsten der Raumluft. Da Heizkörper aus bautechnischen oder optischen Gründen nur selten exakt auf die Wärmeleistung der Heizquelle eingestellt werden können, sind Abweichungen unvermeidlich.

Die Einstellung der Werte erfolgt entsprechend ihrer wechselseitigen Abhängigkeit. Bei der Einstellung der Vorlauftemperatur wählen Sie Vor- und Rücklauftemperatur in einem Verhältnis. Dieser sogenannte Spreizwert berücksichtigt die Art der Heizkörper beziehungsweise Wärmeabgabe. Je mehr Wärme im Raum verbleibt, desto geringer kann die Differenz ausfallen. Dabei sind Flächenheizungen wie Fußbodenheizungen geringer „gespreizt“ als Einzelheizkörper.

Hydraulische Nebenwirkungen

Häufig unbeachtet bleibt bei der manuellen Justierung der hydraulische Effekt, der sich durch die unterschiedlichen Temperaturen ergibt. Entscheidende Faktoren sind das Strömungsverhalten und die Druckentwicklung im Zirkulationssystem. Generell gilt, dass höhere Temperaturen und geringere Spreizungen für einen schnelleren Durchfluss sorgen. Die höhere Transportgeschwindigkeit gleicht mögliche Wegwärmeverluste aus und die Ausgangstemperatur kann geringer eingestellt werden.

Niedrigere Eingangstemperaturen erhöhen den sogenannten Differenzdruck und müssen gegebenenfalls mit stärkeren Pumpwerken ausgeglichen werden. Beim Einstellen der Vorlauftemperatur für eine Wärmepumpenheizung kommt eine Maximaltemperatur für die Rücklaufwärme hinzu. Zu hohe Temperaturen neutralisieren die Wärmeerzeugung.

Zielsetzung beim Einstellen

Nach dem Bewerten der Wärmeausgabegeräte und einer Zielwärme an den Wärmeausgabegeräten wird ein passendes Spreizungsverhältnis gewählt. Typische Beispielwerte sind:

  • Einzelne Heizkörper: Vorlauf 65 Grad Celsius (C°), Rücklauf 40 C°
  • Fußbodenheizung: Vorlauf 55 C°, Rücklauf 45 C°

Durch das Auswählen der Ausgangstemperatur wird die optimale Annäherung nach dem Prinzip „Soviel wie nötig, so wenig wie möglich“ angestrebt. Dabei ist aufgrund der Heizkurve und den hydraulischen Auswirkungen die niedrigste Temperatur nicht in jedem Fall optimal. Das in der Heizkurve dargestellte Verhältnis wird entsprechend dem Heizergebnis in den Räumen angepasst. Gute Indikatoren bieten die Heizergebnisse in den Räumen anhand der Jahreszeiten.

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Bei zu kalten Räumen im Winter und angenehm temperierten Räumen in den Übergangsjahreszeiten muss die Spreizung erhöht werden. Die Überheizung im Winter wird durch das Senken des Spreizwerts in der Heizkurve erreicht. Wenn angenehme Raumtemperaturen im Winter von zu kalten Übergangszeiten begleitet werden, hilft das Absenken der Spreizung. Die Erhöhung gleicht zu kalte Werte im Frühling und im Herbst aus.

Sonderfall Wärmepumpen

Bei der Vorlauftemperatur für eine Wärmepumpe muss zusätzlich das technische Wirkprinzip der Wärmegewinnung beachtet werden. Die Verdichtereinheit im Gerät erreicht ihre maximale Effizienz bei geringstmöglichen Vorlauftemperaturen. Ein damit kombinierter geringer Spreizwert senkt die stromverbrauchende Arbeitsleistung der Heizungspumpe. Daher sind Flächenheizungen der empfehlenswerteste Partner bei Heizungssystemen dieser Art.