Die Wasserhärte gibt an, wie viel Kalzium und Magnesium im Leitungswasser gelöst sind. Sie ist nicht nur für Kaffeemaschine und Waschmaschine wichtig, sondern auch für die Heizung: Zu hartes Wasser führt in Kessel und Rohren zu Kalkablagerungen, die den Wirkungsgrad mindern. Die Wasserhärte unterscheidet sich in Deutschland regional stark. Dieser Ratgeber zeigt die Werte großer Städte im Vergleich, erklärt die Härtegrade und beschreibt, welche Risiken hartes Wasser für die Heizungsanlage birgt.

Wasserhärte am Wasserhahn

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Wasserhärte wird in Grad Deutscher Härte (Grad dH) angegeben. Bis 8,4 gilt Wasser als weich, bis 14 als mittelhart, darüber als hart.
  • Innerhalb Deutschlands schwankt die Wasserhärte erheblich: Hamburg und das Ruhrgebiet haben eher weiches Wasser, Berlin, München und Teile Süddeutschlands eher hartes.
  • Für die Heizung ist die Wasserhärte relevant, weil Kalk zu Ablagerungen und Korrosion führt. Die technische Regel VDI 2035 legt Grenzwerte für das Füllwasser fest.

Härtegrade und ihre Bedeutung

Je höher der Anteil an Mineralien, desto härter das Wasser. Gemessen wird in Grad Deutscher Härte (Grad dH), wobei drei Gruppen unterschieden werden:

  • bis 8,4 Grad dH gilt das Wasser als weich
  • von 8,4 bis 14 Grad dH als mittelhart
  • ab 14 Grad dH als hart

Durch einen hohen Mineralstoffanteil bilden sich Ablagerungen in Gefäßen und Leitungen. Ist das Wasser für den Einsatz in Heizungsanlagen zu hart, sollte es vor der Befüllung enthärtet werden.

Wasserhärte Tabelle weich mittelhart hart

Wasserhärte deutscher Städte im Vergleich

Die folgende Übersicht zeigt typische Durchschnittswerte großer Städte. Da sich die Werte je nach Versorgungsgebiet und über die Zeit ändern können, sollten Sie den aktuellen Wert immer beim örtlichen Versorger erfragen oder selbst messen.

Härtegrad

Stadt

19,5 Grad dH Berlin
7,0 Grad dH Hamburg
14,9 Grad dH München
15,2 Grad dH Köln
8,5 Grad dH Frankfurt
10,5 Grad dH Stuttgart
15,6 Grad dH Düsseldorf
7,9 Grad dH Dortmund
7,1 Grad dH Essen
13,5 Grad dH Leipzig
10,1 Grad dH Bremen
10,3 Grad dH Dresden
11,8 Grad dH Hannover
11,8 Grad dH Nürnberg
15,3 Grad dH Duisburg
6,7 Grad dH Bochum
8,6 Grad dH Wuppertal
11,4 Grad dH Bielefeld
5,8 Grad dH Bonn
15,5 Grad dH Münster

Was hartes Wasser verursacht

Eine zu hohe Wasserhärte beeinträchtigt den Heizkreislauf auf mehreren Wegen. Kalkablagerungen in Rohren und Heizkesseln verengen den Querschnitt und behindern den Durchfluss. Auf die Wärmeübertragung wirken die Ablagerungen wie eine Dämmschicht, sodass die Wärme des Heizwassers schlechter abgegeben wird und der Verbrauch steigt. Zudem wird Korrosion begünstigt, und mechanische Bauteile wie Dichtungen, Düsen und Ventile können Schaden nehmen. Wird zu hartes Wasser verwendet, können Garantie- und Versicherungsansprüche erlöschen, das gilt auch für das Nachfüllen zur Druckregulierung.

Wasserhärte selbst bestimmen

Die Härte Ihres Leitungswassers erfahren Sie beim örtlichen Versorger oder Sie messen sie selbst. Ein Teststreifen wird kurz in das Wasser gehalten. Nach etwa einer Minute zeigen die Verfärbungen die Härte in Grad dH an, die sich über eine Farbskala ablesen lässt. Da die Streifen nur wenige Euro kosten, lohnt sich ein Gegentest, selbst wenn Ihnen der Versorger bereits einen Wert genannt hat. In den technischen Unterlagen Ihrer Heizung ist der ideale Härtegrad für das zirkulierende Wasser angegeben. Neben der Härte sollte auch der pH-Wert des Heizungswassers erfasst werden, da Abweichungen vom neutralen Wert Korrosion und Dichtungsschäden begünstigen.

Enthärtung und Wasseraufbereitung

Ist das Wasser zu hart, lässt es sich vor dem Einsatz in der Heizung aufbereiten. Für das Füllwasser der Heizungsanlage kommen Enthärtungspatronen oder mobile Enthärtungsanlagen zum Einsatz, die dem Wasser die härtebildenden Mineralien entziehen. Bei größeren Anlagen wird das Wasser teilentsalzt, um die strengeren Vorgaben einzuhalten. Für das Trinkwasser im gesamten Haushalt gibt es zusätzlich zentrale Enthärtungsanlagen nach dem Ionenaustauschprinzip, die den Kalkgehalt dauerhaft senken und so Armaturen, Geräte und Leitungen schonen. Solche Anlagen sollten fachgerecht eingestellt und regelmäßig gewartet werden, da eine zu starke Enthärtung die Korrosion begünstigen kann.

Ob eine Aufbereitung nötig ist, hängt vom gemessenen Härtegrad und von den Vorgaben des Heizungsherstellers ab. Bei einer neuen Heizung übernimmt der Fachbetrieb in der Regel die Prüfung des Füllwassers und die passende Aufbereitung. Das schützt die Investition und erhält den Anspruch auf Garantie und Gewährleistung, der bei zu hartem Wasser andernfalls entfallen kann.

Grenzwerte nach VDI 2035

Der optimale Härtegrad hängt von Größe und Leistung der Anlage ab: Als Faustregel gilt, dass das Wasser mit steigender Kesselleistung weicher sein muss. Die technische Regel VDI 2035 definiert dafür die Anforderungen und Behandlungsmethoden. Bei kleineren Anlagen sind höhere Härtegrade zulässig, bei großen Anlagen muss das Wasser deutlich stärker enthärtet werden. Eine professionelle Aufbereitung des Heizwassers schützt die Anlage nicht nur vor Schäden, sondern steigert auch die Effizienz und hilft so, die Energiekosten zu senken. Bei einer neuen Heizung oder einem Kesseltausch sollte die Wasserhärte daher immer geprüft und das Füllwasser bei Bedarf aufbereitet werden. So stellen Sie sicher, dass Ihre Heizung von Anfang an mit dem passenden Wasser betrieben wird und über die gesamte Nutzungsdauer effizient und störungsfrei arbeitet.

Häufige Fragen zur Wasserhärte

Was bedeutet hartes Wasser für die Heizung?

Hartes Wasser fördert Kalkablagerungen in Rohren, Wärmetauschern und Speichern, was den Wärmeübergang verschlechtert und den Verbrauch erhöht. Die VDI 2035 gibt daher Grenzwerte für die Qualität des Füllwassers vor.

Wie finde ich meine örtliche Wasserhärte heraus?

Ihr Wasserversorger veröffentlicht die Härte für Ihr Versorgungsgebiet, meist online oder auf der Rechnung. Alternativ bestimmen Teststreifen den Wert schnell selbst. Angegeben wird er in Grad deutscher Härte.