Wasserhärte: Deutsche Großstädte im Vergleich & Risiken

wasserhärte wasserhahn
Die Wasserhärte ergibt sich aus der Menge der Mineralien Kalzium und Magnesium, die im Wasser enthalten sind. Je höher der Anteil, desto stärker erhöht sich die Wasserhärte. Gemessen und bezeichnet wird die Wasserhärte in Deutschland mit der Skalierung in Grad Deutscher Härte (°dH). Dabei werden die Werte in 3 Gruppen unterteilt:

  • bis 8,4 °dH gilt das Wasser als weich
  • bei ab 8,4 bis 14 °dH wird es als mittelweich bezeichnet
  • ab 14 °dH handelt es sich um hartes Wasser

Durch einen hohen Mineralstoffanteil bilden sich Ablagerungen in Gefäßen und Leitungen, durch die das Wasser sich bewegt. Bei einer zu hohen Wasserhärte sollte oder muss das Wasser vor der Nutzung in Heizungsanlagen enthärtet werden.

wasserhärte tabelle mit weich hart und mittelhart

Wasserhärte deutscher Städte

Härtegrad

Stadt

19,5 °dH Berlin
7 °dH Hamburg
14,9 °dH München
15,2 °dH Köln
8,5 °dH Frankfurt
10,5 °dH Stuttgart
15,6 °dH Düsseldorf
7,9 °dH Dortmund
7,1 °dH Essen
13,5 °dH Leipzig
10,1 °dH Bremen
10,3 °dH Dresden
11,8 °dH Hannover
11,8 °dH Nürnberg
15,3 °dH Duisburg
6,7 °dH Bochum
8,6 °dH Wuppertal
11,4 °dH Bielefeld
5,8 °dH Bonn
15,5 °dH Münster

*weiches Wasser, mittelweiches Wasser, hartes Wasser

Was hartes Wasser verursacht

Eine zu hohe Wasserhärte beeinflusst den Heizkreislauf und Effizienz auf mehrere Weisen.

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Die Steine, die sich in Rohren und Heizkesseln bilden, vermindern den Querschnitt und verstopfen Fließvorgänge. Auf die direkte Wärmeübertragung wirken Ablagerungen wie natürliche Dämmhemmnisse. Die erzeugte Wärme des Heizwassers kann nur eingeschränkt in die Umgebung transportiert werden. Korrosion der Innenwände wird befördert.

Für Dichtungen, Düsen, Ventile, Weichen und alle anderen mechanischen Bauteile einer Heizungsinstallation besteht das Risiko von Funktionseinschränkungen und Defekten. Sollte das Wasser aus der öffentlichen Versorgung einen zu hohen Härtegrad aufweisen, muss es enthärtet werden.

Wird zu hartes Wasser verwendet, erlöschen Garantie- und Versicherungsansprüche. Das gilt auch für Nachfüllungen zur Nivellierung des Anlagendrucks.

Mögliche Messmethoden

Übliche Methoden, um die Härte Ihres Leitungswasser in Erfahrung zu bringen, ist die Auskunftseinholung beim örtlichen Versorger oder das eigene Messen. Es ist einfach, die Wasserhärte zu bestimmen.

Ein Wasserhärte Teststreifen wird kurz in das Wasser eingetaucht beziehungsweise unter den Wasserstrahl gehalten. Nach etwa einer Minute zeigen die Verfärbungen der meist 5 Farbfelder die Wasserhärte in °dH an. Eine Farbskala dient zum exakten Interpretieren der Verfärbungen.

Da die Teststreifen nur wenige Euro kosten, sollten Sie auch nach Einholung der allgemeinen Information beim Versorger oder der unteren Wasserbehörde einen Gegentest ausführen. In den technischen Unterlagen Ihrer Heizanlage ist der ideale Härtegrad angegeben, den Sie für das zirkulierende Wasser erreichen sollten.

Wasserhärten in Deutschland

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In den sechs Bundesländern Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt liegt die durchschnittliche Wasserhärte im einstelligen °dH-Bereich. Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein bewegen sich mit 10,5 bzw. 10,6 °dH noch im mittleren Härtebereich. In allen anderen Bundesländern ist das Wasser durchschnittlich hart und in Thüringen mit 20,5 °dH am härtesten.

Sie sollten immer und überall eine Messung vornehmen. Fernversorgung, Überlandleitungen und Versorgeraufbereitung können örtlich zu großen Abweichungen führen. Die technische Regel VDI 2035 definiert die Anforderungen und Behandlungsmethoden von Heizwasser.

Neben der Härtemessung sollte auch der pH-Wert des Heizungswassers erfasst werden. Jeder vom neutralen PH 7 abweichende Wert ist für Korrosion und Dichtungsschäden verantwortlich.

Ideale Wasserhärte variiert

Der optimale Härtegrad für die Heizung ist auch von der Größe und Leistung der Heizkessel- und Rohranlagen abhängig.

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Als Faustregel gilt, dass mit ansteigender Größe der Kesselheizflächen das Wasser immer weicher werden muss. Bei Anlagen unter 50 Kilowatt Gesamtleistung und Heizflächen von unter 20 Litern pro Kilowatt definiert die VDI 2035 eine °dH von unter 16,8.

Für Kesselheizflächen zwischen 20 und 50 Liter pro Kilowatt bei gleicher Gesamtleistung sinkt der Wert auf 11,2 °dH. Für Großanlagen mit größeren kleinsten Kesselheizflächen muss das Wasser auf 0,11 °dH enthärtet werden. Die professionelle Optimierung der Härte Ihres Heizwassers steigert zudem die Heizeffizienz und hilft so die Energiekosten zu senken.