gasheizung

Die Gasheizung ist noch immer die meistgenutzte Heizungsart in deutschen Privathäusern. Sie punktet mit günstigen Anschaffungskosten, geringem Platzbedarf und, dank Brennwerttechnik, hoher Energieeffizienz. Das Heizungsgesetz hat viele Eigentümer allerdings verunsichert. Dieser Ratgeber erklärt, was 2026 gilt, ob es ein Verbot gibt und worauf Sie bei Modellen und Kosten achten sollten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verbietet keine Gasheizungen. Bestehende Anlagen dürfen weiterlaufen und repariert werden. Neu eingebaute Gasheizungen müssen die 65-Prozent-Regel erfüllen.
  • Reine Gasheizungen werden nicht mehr gefördert. Bei einer Hybridheizung ist nur der erneuerbare Teil über die KfW 458 mit 30 bis 70 Prozent förderfähig.
  • Über die Laufzeit belasten der steigende CO2-Preis und die ab 2029 vorgeschriebenen Anteile klimafreundlicher Brennstoffe die Wirtschaftlichkeit reiner Gasheizungen zunehmend.

Das gilt für Gasheizungen 2026

Vorweg das Wichtigste: Ein Verbot von Gasheizungen gibt es auch mit dem GEG nicht. Die wichtigsten Regelungen im Überblick:

  • Keine Austauschpflicht im Bestand: Bestehende Gasthermen dürfen ohne Einschränkung weiterlaufen, auch die Reparatur ist jederzeit möglich.
  • Neueinbau unter Auflagen möglich: Eine neue Gasheizung ist weiterhin zulässig, muss aber zu 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Das erreichen Eigentümer über eine Hybridlösung mit Wärmepumpe oder durch den Bezug von Biogas.
  • Keine Förderung für reine Gasheizungen: Förderfähig ist nur der erneuerbare Teil einer Hybridheizung, mit Zuschüssen zwischen 30 und 70 Prozent über die KfW 458.

Übergangsregelungen und Wärmeplanung

Eng verbunden mit dem GEG ist das Wärmeplanungsgesetz (WPG). Es verpflichtet Großstädte über 100.000 Einwohner, bis zum 30. Juni 2026 eine kommunale Wärmeplanung vorzulegen, kleinere Kommunen bis zum 30. Juni 2028. Ein solcher Plan kann etwa den Anschluss an ein Fernwärmenetz vorsehen. Bis der Plan vorliegt, sind weiterhin alle Heizungsarten erlaubt.

Für Gasheizungen, die zwischen 2024 und dem Vorliegen der Wärmeplanung eingebaut werden, sieht das GEG ab 2029 stufenweise steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe vor:

  • ab 2029: mindestens 15 Prozent erneuerbare Energien
  • ab 2035: mindestens 30 Prozent
  • ab 2040: mindestens 60 Prozent

Reines Erdgas ist mit der aktuell noch geltenden Regelung längstens bis Ende 2044 erlaubt. Wichtig einzuordnen: Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) soll diese Vorgaben überarbeiten und die starre Staffelung durch eine eigene Bio-Treppe ersetzen. Der Entwurf ist bislang nicht verabschiedet, sodass die genannten GEG-Regeln weiter gelten.

Gasheizung: beliebte Modelle im Vergleich

Zur Orientierung über Preise und Hersteller hier eine Auswahl verbreiteter Modelle. Sie lassen sich sowohl mit Erdgas als auch mit Flüssiggas betreiben.

Modelle

Eigenschaften und Preis

gasheizung buderus gb172 schnittbild Hersteller: Buderus. Modell: Logamax Plus GB 172. Montage: wandhängend. Listenpreis: 1.300 bis 1.700 Euro. Brennstoff: Gas. Technik: Brennwert. Effizienz: 109 Prozent. Leistung: 14 bis 24 kW.
gasheizung vitocrossal viessmann in der ansicht Hersteller: Viessmann. Modell: Vitocrossal 300 Typ CU3A. Montage: bodenstehend. Listenpreis: 2.200 bis 2.700 Euro. Brennstoff: Gas. Technik: Brennwert. Effizienz: 109 Prozent. Leistung: 14 bis 24 kW.
vaillant erdgasheizung ecocompact Hersteller: Vaillant. Modell: ecoCompact VSC 146. Montage: bodenstehend. Listenpreis: 2.270 bis 2.570 Euro. Brennstoff: Gas. Technik: Brennwert. Effizienz: 109 Prozent. Leistung: 13 bis 26 kW.
gasheizung junkers Hersteller: Junkers. Modell: CERAPUR Solar Comfort. Montage: wandhängend. Listenpreis: 1.750 bis 3.100 Euro. Brennstoff: Gas. Technik: Brennwert. Effizienz: 109 Prozent. Leistung: 14 bis 24 kW.

Bildquellen: Abbildung Viessmann Werke, Vaillant GmbH, Bosch Thermotechnik, Buderus Deutschland.

Die genannten Preise sind reine Gerätepreise. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus kommen rund 2.000 Euro für Montage, Gasanschluss und Zubehör hinzu.

Was der CO2-Preis Ihre Gasheizung konkret kostet

Ein Punkt, der bei der Wirtschaftlichkeit gern übersehen wird, sind die CO2-Kosten. Ein Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus mit rund 20.000 Kilowattstunden Gasverbrauch im Jahr macht das greifbar: Erdgas verursacht etwa 0,2 Kilogramm CO2 je Kilowattstunde, das ergibt rund 4 Tonnen CO2 pro Jahr.

  • 2026, bei 55 bis 65 Euro je Tonne: etwa 220 bis 260 Euro CO2-Kosten pro Jahr.
  • Um 2030, wenn Prognosen von 120 bis 150 Euro je Tonne ausgehen: rund 480 bis 600 Euro pro Jahr.

Diese Beträge kommen zu den reinen Gaskosten hinzu und steigen mit der Zeit. Bei einer geplanten Nutzungsdauer von 15 bis 20 Jahren summiert sich das zu einem spürbaren Posten, der bei der Entscheidung für oder gegen eine reine Gasheizung mitgedacht werden sollte. In vermieteten Gebäuden wird der CO2-Preis zudem nach einem Stufenmodell zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt.

So funktioniert die Gasheizung

Im Brenner verbrennt Erdgas oder Flüssiggas, eine Mischung aus Butan und Propan. Regionale Anbieter erzeugen zum Teil Biogas aus pflanzlichen Rohstoffen. Die entstehende Wärme überträgt die Heizung auf das Heizwasser, das eine Pumpe über das Rohrsystem zu den Heizkörpern transportiert.

Welche Arten gibt es?

  1. Kombithermen dienen zugleich als Raumheizung und zur Warmwasserbereitung.
  2. Einfache Heizthermen liefern nur Raumwärme; das Warmwasser bereitet ein zweites Gerät wie ein Durchlauferhitzer auf.
  3. Eine Gasetagenheizung versorgt eine einzelne Wohneinheit, die ihren Verbrauch selbst bestimmt.
  4. Eine Zentralheizung beheizt ein ganzes Gebäude.

Ist eine Gasheizung gefährlich?

Moderne Geräte senken das Risiko auf ein Minimum. Sicherungssysteme wie eine Zündsicherung verhindern den Austritt unverbrannten Gases. Störungen gehen meist auf unsachgemäße Installation zurück. Deshalb sollten Einbau und die jährliche Wartung immer durch eine qualifizierte Fachkraft erfolgen.

Gas oder Öl?

Für Gas sprechen der geringe Platzbedarf und die kompakte Bauweise: Außer der Gasleitung ist kein weiterer Raum nötig. Nur Elektroheizungen brauchen noch weniger Platz. Energetisch übertrifft Erdgas das Erdöl. Wegen des Explosionsrisikos ist auf sorgfältige Montage und Wartung zu achten.

Vorteile einer Gasheizung

  • Geringer Platzbedarf
  • Moderne Kessel senken den Brennstoffverbrauch
  • Vergleichsweise niedrige Anschaffungskosten

Nachteile

  • Aufwendige Leitungsmontage und hohe Sicherheitsauflagen
  • Keine Förderung für die reine Gasheizung
  • Steigende Betriebskosten durch CO2-Preis und Bio-Quote

Bei den Investitionskosten liegt eine Erdgasheizung mit rund 6.000 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus etwa 1.000 bis 2.000 Euro unter einer Ölheizung, da kein Tank nötig ist.

Brennwerttechnik

Moderne Gasheizungen arbeiten mit Brennwerttechnik und grenzen sich damit von älteren Konstant- und Niedertemperaturgeräten ab. Sie nutzen die Wärme aus den Abgasen und sparen so bis zu 11 Prozent gegenüber veralteten Niedertemperaturheizungen, bei denen dieser Wärmegewinn ungenutzt durch den Schornstein entweicht.

Weniger Emissionen im Hybridbetrieb

Moderne Thermen senken zugleich den Schadstoffausstoß. Die folgende Grafik zeigt die CO2-Reduktion eines Erdgas-Brennwertkessels gegenüber alten Nieder- und Konstanttemperaturkesseln.

gasheizung co2 ersparnis infografik

Die Gastechnik lässt sich gut mit einer erneuerbaren Zusatzheizung zu einer Gas-Hybridheizung kombinieren, etwa mit Solarthermie. Wie die Grafik zeigt, sinken die Emissionen einer solchen Hybridheizung um über 40 Prozent. Im Sommer liefern die Kollektoren Brauch- und Heizungswasser, im Winter schaltet sich die Gasheizung hinzu. Der erneuerbare Teil einer solchen Kombination ist über die KfW 458 förderfähig.

Ausblick zur Förderung: Die Zuschüsse über die KfW bleiben vorerst bestehen und sind nach Zusage der Bundesregierung bis mindestens 2029 gesichert. Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) würde fossile Heizungen ordnungsrechtlich zwar wieder leichter zulassen, an der fehlenden Förderung für reine Gasheizungen aber nichts ändern. Da es sich um einen Entwurf handelt, gelten bis auf Weiteres die heutigen Konditionen.

Im Neubau früh planbar

Bei einem Neubau mit Gasanschluss lassen sich die baulichen Voraussetzungen im Voraus schaffen. Bei einem Gas-Brennwertkessel ist ein säurebeständiger Schornstein wichtig, da bei der Abgasnutzung Kondensat entsteht. In seltenen Fällen kann sich der Gasanschluss verzögern, wenn der Versorger das Baugebiet noch nicht erschlossen hat.

Im Altbau den Bauaufwand prüfen

gasheizung schornstein

Ist noch kein Gasanschluss vorhanden, sind umfangreiche Planungen und Genehmigungen nötig. Für die Verlegung von Leitungen einer Erdgasheizung gelten strenge Auflagen. Alternativ lässt sich der Wärmeerzeuger mit Flüssiggas betreiben; statt einer Leitung ist dann ein Flüssiggastank nötig.

Gasetagenheizung im Mehrfamilienhaus

Bei einer zentralen Gasheizung werden Verbrauchs- und Unterhaltskosten nach einem Personen- oder Wohnflächenschlüssel umgelegt. Bei einer Gasetagenheizung rechnet dagegen jeder Haushalt separat ab und trägt die Wartungskosten der eigenen Anlage selbst.

Bekannte Hersteller

Wer eine Gasheizung kaufen möchte, hat die Wahl zwischen etablierten Herstellern wie Vaillant, Viessmann oder Buderus. Ihr Vorteil liegt im gut ausgebauten Service- und Wartungsnetz und in der zuverlässigen Verfügbarkeit von Ersatzteilen.