Zentralheizung: Was Eigentümer wissen müssen

Zentralheizung – Was Eigentümer wissen müssen

Die Zentralheizung ist die am häufigsten verwendete Heizungsart in Mitteleuropa. Sie ermöglicht es, vom Heizungskeller aus ein ganzes Gebäude mit Wärme zu versorgen. Wie funktioniert eine Zentralheizung? Was kostet sie? Und wie unterscheidet sie sich von dezentralen Heizungsarten? Antworten auf diese Fragen haben wir im Folgenden zusammengefasst.

Infografik Zentralheizung

Das Herz eines Gebäudes: Wie funktioniert eine Zentralheizung?

Im Gegensatz zu einer Etagenheizung beheizt die Zentralheizung anstelle eines Raumes, alle Wohnräume innerhalb eines Gebäudes.

In der Regel ist dabei ein Heizkessel im Keller aufgestellt. Die dort erzeugte Wärmeenergie transportieren Heizungspumpen durch die Verrohrung bis in die Heizkörper in den einzelnen Räumlichkeiten. Der Weg des Heizwassers vom Kessel bis zu den Heizkörpern trägt den Begriff Vorlauf. Am Heizkörper angekommen, steuert ein Thermostatventil, wie viel warmes Wasser in den Körper fließt. Je höher die Thermostatstufe eingestellt ist, desto mehr warmes Wasser strömt durch die Heizfläche. Nach Erhalt des erwärmten Wassers geben die Heizkörper die Wärmeenergie dann über Luftströmungen an den Raum ab. Das abkühlende Wasser fließt über die Rohrleitung, dem Rücklauf, wieder zurück zum Kessel. Nun beginnt der Kreislauf von vorne.

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Mit einer Zentralheizung lassen sich Ein- oder Zweifamilienhäuser bis hin zu Mietshäuser mit zahlreichen einzelnen Wohneinheiten beheizen. In der Regel sind die verwendeten Zentralheizungen dabei gleichzeitig für die Erzeugung von Warmwasser zuständig. Dafür steht ein separater Heizkreis zur Verfügung, sodass die Hausbewohner Warmwasser auch außerhalb der Heizperiode nutzen können.

Verschiedene Zentralheizungen – Gas, Strom und andere Brennstoffe

Für Bauherren und Immobilieneigentümer besteht die Möglichkeit aus verschiedenen zentralen Heizungssystemen auszuwählen. Unterschiede bestehen dabei in der Leistung des Heizkessels.

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Während eine Heizung für ein konventionelles Einfamilienhaus etwa 15 bis 30 kW benötigt, fallen für ein klassisches Mehrfamilienhaus mindestens 30 bis hin zu 120 kW an. Diese Werte können jedoch je nach Größe und individuellem Heizbedarf unterschiedlich hoch ausfallen. Daher ist eine frühzeitige Heizungsplanung und -beratung in Zusammenarbeit mit einem Heizungsmonteur zu empfehlen.

Zudem ist der passende Brennstoff auszuwählen. Je nach ausgewähltem Energieträger unterscheiden sich die laufenden Betriebskosten für die Beheizung Ihrer Immobilie. Am häufigsten im Einsatz ist die Zentralheizung mit Öl oder Gas.

Doch neben den beiden Klassikern, der Gaszentralheizung und Ölzentralheizung, setzen auch immer mehr Verbraucher auf alternative Heizmethoden: Auf dem Vormarsch sind schon seit einigen Jahren Zentralheizungen, die zumindest teilweise mit Feststoffen, wie Holzpellets, arbeiten. Eine Kombination von fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl mit festen Brennstoffen wie Pellets und Holz als Zusatzheizung ist bei modernen Zentralheizungen möglich.

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Hier erhalten Sie einen Überblick über die gängigsten Energiequellen:

Deutlich rückläufig ist die elektrische Zentralheizung. Das liegt sowohl an ihrer schlechten Ökobilanz als auch an ihren vergleichsweise hohen Betriebskosten. Da eine Zentralheizung mit Strom eine veredelte Energiequelle nutzt, steigen die Heizkosten gegenüber anderen Befeuerungsarten an. Vorteile einer elektrischer Zentralheizung liegen allerdings in deren geringerem Installationsaufwand im Vergleich zu anderen Befeuerungsarten. Denn ganz ohne Strom kommen auch zentral betriebene Öl und Gasheizungen nicht aus. Denn dieser ist für die elektrische Steuerung der Heizungsanlage nötig. Zudem ist nahezu jede Zentralheizung mit einer Elektro-Zündung ausgestattet, die den Verbrennungsvorgang in Gang setzt.

Die Vorteile

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Zentralheizungen ermöglichen gegenüber anderen Heizformen, eine einfachere Wärmeverteilung selbst in großen Gebäudekomplexen. Der Wirkungsgrad fällt im Vergleich zu einer Einzelheizung höher aus. Demgegenüber steht eine zu Anfang recht aufwendige und komplizierte Installation, die durch einen Fachbetrieb vorzunehmen ist. Die hierfür nötigen Investitionen amortisieren sich aber in relativ kurzer Zeit durch geringere Heizkosten und eine, im Vergleich, günstigere und einfachere Wartung und Instandhaltung.

Um eine optimale Funktion zu gewährleisten, empfiehlt es sich die Zentralheizung regelmäßig zu entlüften. Dies erledigen Hausbewohner in der Regel eigenständig mit einem Entlüftungsschlüssel am Entlüftungsventil des Heizkörpers. Zudem bieten Zentralheizungen trotz der zentralen Erzeugung von Wärmeenergie den Vorteil einer absolut individuellen Regelung der Raumtemperatur nicht nur pro Wohneinheit, sondern pro Raum.

Installation von Zentralheizungen

Für die ordnungsgemäße Installation ist ein Kesselraum nötig. Hier stellt der Heizungsmonteur den Heizkessel nebst Heizungsspeicher und weiterem Heizungszubehör auf. In vielen Haushalten dient dazu klassischerweise der Heizungskeller. Nutzt Ihre neue Zentralheizung Gas, besteht die Möglichkeit den Brennstoff aus einem stationären Flüssiggastank zu entnehmen oder im Falle einer Erdgasheizung aus Fernversorgung über das Netz eines öffentlichen Anbieters zu beziehen.

Für einen Tank ist im Außenbereich Ihres Anwesens ein entsprechender Platz zu schaffen. Ebenso verhält es sich bei Zentralheizungen, die Öl oder Feststoffe für die Verbrennung nutzen. Denn auch diese Brennstoffe sind sicher und den gesetzlichen Auflagen entsprechend zu lagern.

Für den Betrieb einer Zentralheizung sind eine große Anzahl an Leitungen zu verlegen. Dies betrifft neben dem Heizkreislauf auch die Warmwasserbereitung, sofern letztere ebenfalls durch die Heizanlage erfolgen soll. Aufgrund der Ästhetik empfiehlt sich stets eine Unterputz-Verlegung der Leitungen, sodass bei Neubau und Sanierung eine fachgerechte Planung für die Verrohrung durchzuführen ist.

Zentralheizungen eignen sich prinzipiell für jede Gebäudegröße. Um die passende Heizung für die eigene Immobilie zu finden, ist es ratsam sich bezüglich der Auswahl des Kessels und der Komponenten fachmännisch beraten zu lassen.

Marktübersicht: Kosten für die Anschaffung

Die genauen Kosten für die Anschaffung und Installation von Zentralheizungen lassen sich nicht auf den Euro genau beziffern. Hierfür sind die erhältlichen Heizungstypen und deren Leistungsmerkmale zu unterschiedlich. Einschlägige Baukostenrechner nennen jedoch Prozentsätze zwischen etwa 7,5  und 8,5 Prozent der Gesamtbaukosten eines Neubaus als Gesamtkosten für die Beschaffung und Installation einer Zentralheizung durch einen Fachbetrieb. Dieser Satz kann jedoch, je nach gewählter Befeuerungsart und Leistung der Heizanlage, nach oben oder unten abweichen.

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Nahezu jeder bekannte Heizkesselhersteller führt Zentralheizungen im Sortiment. Erfahrungen zeigen, dass es sich empfiehlt, auf Produkte von bekannten Markenherstellern wie Buderus, Vaillant, Junkers, Viessmann oder Wolf zurückzugreifen. Diese gewährleisten neben einer hohen Qualität eine langjährige Versorgung mit Ersatzteilen.  Ein weiterer Vorteil: Die Modelle bekannter Hersteller sind weit verbreitet, sodass Verbraucher keine Probleme haben einen spezialisierten Heizungsinstallateur zu finden.

Mögliche Subventionen helfen beim Heizungskauf Geld zu sparen

Da die Bundesregierung durch das Kyoto-Protokoll zur Senkung des CO2-Emissionen verpflichtet ist, erhalten Bauherren und Immobilieneigentümer staatliche Fördermittel für Zentralheizungen auf Basis von Brennwerttechnik. Ob und in welchem Maß Ihre neue Heizung subventioniert wird oder Sie dafür einen zinsgünstigen Kredit in Anspruch nehmen können, hängt stark von dem verwendeten Brennstoff sowie der genutzten Heizungsart ab. Zudem ändern sich die Konditionen und Summen der Förderungsmöglichkeiten ständig, sodass sich hier nur schwer eine pauschale Aussage tätigen lässt. Wir von Kesselheld beraten Sie unverbindlich und kostenlos. Rufen Sie uns gerne an oder schreiben Sie uns.