
Die Wärmepumpe ist ebenso effizient wie zukunftsfähig. So müssen sich Eigentümer bei ihrem Einbau weder Sorgen um gesetzlich vorgeschriebene Bio-Quoten machen noch um CO2-Kosten. Zudem winken attraktive staatliche Fördermittel. Daher wundert es nicht, dass heute fast 70 Prozent aller Neubauten auf eine Wärmepumpe setzen. Auch im Altbau wird sie immer häufiger nachgerüstet.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Wärmepumpen nutzen Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und machen aus einer Kilowattstunde Strom drei bis viereinhalb Kilowattstunden Wärme.
- Der Einbau kostet im Einfamilienhaus meist zwischen 25.000 und 50.000 Euro. Entscheidend ist die Erschließung der Wärmequelle.
- Der Staat fördert mit 30 Prozent Grundförderung plus Boni, gedeckelt bei 70 beziehungsweise 80 Prozent und maximal 22.400 Euro.
- Die Jahresarbeitszahl muss für die Förderung mindestens 3 betragen. Sie steigt mit guter Dämmung und niedriger Vorlauftemperatur.
- Auch im Altbau funktioniert die Wärmepumpe effizient. Laut Fraunhofer ISE besteht kein Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz.
- Klimageschwindigkeitsbonus und maximal förderfähige Kosten sinken ab Februar 2027 schrittweise ab.
Was ist eine Wärmepumpe eigentlich?
Bei der Wärmepumpe handelt es sich um eine Heizung, die Umweltenergie zur Wärmeerzeugung nutzt. Dabei kommen verschiedene Quellen zum Einsatz:
- Luft (Luft-Wasser-Wärmepumpe): Eine Außeneinheit mit Ventilator saugt Umgebungsluft an. Da die Wärmepumpe die Temperatur stark anhebt, reicht die enthaltene Wärme selbst bei Minustemperaturen zum Heizen.
- Erdwärme (Sole-Wasser-Wärmepumpe): In unserer Erde herrschen ab wenigen Metern Tiefe ganzjährig konstante Temperaturen von 8 bis 12 °C. Mittels flach verlegter Kollektoren oder Erdsonden entzieht die Wärmepumpe dem Boden diese Wärme, hebt sie auf ein höheres Niveau und nutzt sie zum Heizen.
- Grundwasser (Wasser-Wasser-Wärmepumpe): Auch das Grundwasser weist ganzjährig eine relativ konstante Temperatur zwischen 8 und 10 °C auf. Ein Förderbrunnen befördert das Grundwasser an die Erdoberfläche, wo die Wärmepumpe ihm die Wärme entzieht. Anschließend wird es über einen Schluckbrunnen zurückgeleitet.
Unabhängig davon, ob es sich um die Außenluft, das Grundwasser oder das Erdreich handelt: Die Quelltemperatur liegt üblicherweise unter der gewünschten Raumtemperatur im Hausinneren. Um diese Temperaturdifferenz auszugleichen, hebt die Wärmepumpe die Temperatur der Umweltquelle mittels eines elektrisch betriebenen Verdichters stark an.
Für ihren Einsatz benötigt die Wärmepumpenheizung also Strom. Dennoch gilt sie als die Schlüsseltechnologie in der Wärmewende. Das liegt an ihrer hohen Effizienz. So stellt die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom etwa die drei- bis vierfache Menge an Wärme bereit. Somit beruht ein Großteil der Wärmegewinnung auf regenerativen Quellen. Handelt es sich bei dem verwendeten Strom zudem um Ökostrom, heizt die Wärmepumpe nahezu vollständig CO2-neutral.
Einfach erklärt: Wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Die ganze Wirkungsweise einer Wärmepumpe spielt sich in einem geschlossenen Kreislauf aus vier Bauteilen ab. Am einfachsten lässt sich die Funktion entlang dieser Bauteile erklären:
- Verdampfer: Die gewonnene Umweltwärme aus der Erde, der Luft oder dem Grundwasser gelangt zum Verdampfer. In dem Verdampfer befindet sich ein zunächst flüssiges Kältemittel. Letzteres verdampft, sobald es in Berührung mit der Umweltwärme kommt. Das liegt daran, dass das Kältemittel einen extrem niedrigen Siedepunkt hat. Schon der Kontakt mit niedrigen Temperaturen wie der Außenluft im Winter reicht aus, damit es seinen Aggregatzustand von flüssig zu gasförmig ändert.
- Verdichter: Das nun gasförmige Kältemittel transportiert die Umweltwärme in den Verdichter. Dieser presst das Gas unter sehr hohem Druck zusammen. Da Druck und Temperatur bei Gasen gekoppelt sind, steigt die Temperatur sprunghaft auf 60 bis 80 °C. Aus der vergleichsweise niedrigen Temperatur der Umweltwärme wird somit Wärme, die für Raumwärme und Warmwasser ausreicht.
- Verflüssiger: Anschließend strömt das erhitzte Gas durch einen Wärmetauscher, an dem das Heizungswasser entlangfließt. Das Heizungswasser nimmt die Wärme auf und transportiert sie zu den Heizkörpern oder der Fußbodenheizung. Dabei gibt das Kältemittel so viel Energie ab, dass es wieder flüssig wird.
- Expansionsventil: Zwar ist das Kältemittel nun wieder flüssig, es steht jedoch weiterhin unter hohem Druck und ist noch immer lauwarm. Hier kommt ein spezielles Ventil zum Einsatz, das den Druck und die Temperatur weiter abfallen lässt. Nun ist das Kältemittel so weit heruntergekühlt, dass es bereit ist, im Verdampfer wieder neue Umweltwärme aufzunehmen. Der Kreislauf beginnt von vorne.
Kosten für Anschaffung und Erschließung

Für ein Einfamilienhaus liegen die Kosten für den Einbau einer Wärmepumpe meist zwischen 25.000 und 50.000 Euro. Damit liegen sie deutlich über den Anschaffungskosten von Öl- und Gasheizungen. Aufgrund der attraktiven staatlichen Förderungen und der deutlich geringeren Betriebskosten lohnt sich eine Wärmepumpe in den meisten Fällen dennoch – dazu später mehr.
Die Kosten setzen sich zusammen aus dem Gerät selbst, der Erschließung der Wärmequelle, den Elektroarbeiten und der Installation, möglicherweise mit Austausch der Heizkörper und Warmwasserspeicher.
Entscheidend für die Anschaffungskosten sind vor allem die Wärmepumpenart und die damit verbundenen Kosten für die Erschließung der Wärmequelle. So erfordert die Installation einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe einen Förder- und einen Schluckbrunnen. Auch bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe sind Erdarbeiten oder Tiefenbohrungen erforderlich, um Kollektoren oder Erdsonden zu installieren. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erfordert lediglich das Aufstellen eines Innen- und Außengeräts und ist damit vergleichsweise günstig:
| Wärmepumpentyp | Erschließung | Kosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (ca.) |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | Außengerät auf einem Betonfundament | 25.000 bis 35.000 Euro |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonden | Vertikalbohrung durch eine Fachfirma, meist 40 bis 100 Meter tief mit Kosten von 50 bis 80 Euro je Bohrmeter | 38.000 bis 50.000 Euro |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Flächenkollektor | Großflächige Erdarbeiten mit dem Bagger mit Kosten von rund 20 bis 30 Euro je Quadratmeter | 32.000 bis 42.000 Euro |
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe | Brunnenbohrung für Förder- und Schluckbrunnen mit Kosten von etwa 12.000 bis 18.000 Euro | 35.000 bis 50.000 Euro |
Staatliche Förderung: Bis zu 80 Prozent Zuschuss
Die obigen Anschaffungskosten sind dabei nur die halbe Wahrheit. Denn durch attraktive staatliche Zuschüsse lassen sich die Kosten ganz erheblich reduzieren. Zuständig für den Antragsprozess, die Genehmigung und Auszahlung ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW.
Die gesetzliche Grundlage bildet die Bundesförderung für effiziente Gebäude, besser bekannt als BEG. Demnach erhalten Eigentümer, die in ihrem Bestandsgebäude auf eine Wärmepumpe wechseln, eine Grundförderung von 30 Prozent. Diese 30 Prozent lassen sich durch verschiedene Boni aufstocken:
| Baustein | Höhe | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 Prozent | Die Wärmepumpe muss eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3 aufweisen. Eine Übersicht aller förderfähigen Wärmepumpen gibt die Wärmeerzeugerliste des BAFA. |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 Prozent bis zum 1. Februar 2027. Ab da sinkt der Bonus alle 6 Monate um 4 Prozentpunkte und entfällt damit ab August 2028 vollständig. | Gilt für selbstnutzende Eigentümer beim Austausch einer alten fossilen Heizung, einer Nachtspeicher- oder einer Etagenheizung. Gas- und Biomasseheizungen müssen mindestens 20 Jahre alt sein. |
| Einkommensbonus | Je nach zu versteuerndem Jahreseinkommen des Haushalts:
|
Gilt für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 50.000 Euro. |
| Familienzuschlag | 10.000 Euro Freibetrag | Gilt nur für selbstnutzende Eigentümer mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt. |
Durch den Familienzuschlag verschiebt sich die Grenze für den Einkommensbonus einmalig um 10.000 Euro. Eine Familie mit 45.000 Euro Jahreseinkommen und einem minderjährigen Kind rutscht damit in die Kategorie von 35.000 Euro Jahreseinkommen und erhält so einen Einkommensbonus von 30 Prozent statt 10 Prozent.
Auch wenn die Gesamtförderung durch die Kombination aller Boni in der Spitze rein rechnerisch darüber liegen kann, ist diese bei 70 Prozent gedeckelt. Für Haushalte in der niedrigsten Einkommensstufe liegt die Deckelung bei 80 Prozent. Außerdem gilt eine Höchstgrenze der förderfähigen Kosten von 28.000 Euro. Selbst wenn eine Wärmepumpe mehr als 28.000 Euro kostet, wird die Förderquote auf maximal 28.000 Euro der Investitionskosten angerechnet. Demzufolge liegt die Obergrenze für die Förderung bei 80 Prozent von 28.000 Euro und somit bei einem Höchstbetrag von 22.400 Euro.
Wichtig: Ab Februar 2027 reduziert sich der Höchstbetrag der förderfähigen Kosten von 28.000 Euro halbjährlich um 750 Euro. Der Staat belohnt somit Eigentümer, die zeitnah einen Förderantrag stellen.
Wichtige Leistungskennzahlen: JAZ und COP
Bevor wir auf den Stromverbrauch und die damit verbundenen laufenden Kosten einer Wärmepumpe eingehen, lohnt sich ein Blick auf die zwei wichtigsten Leistungskennzahlen von Wärmepumpen.
Coefficient of Performance (COP)
Bei dem COP handelt es sich um eine Momentaufnahme unter Laborbedingungen. Der Wert gibt an, wie viel Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom unter bestimmten Bedingungen bereitstellt. Die Bedingungen gibt der Hersteller bei der Angabe des Werts immer mit.
Auf dem Datenblatt des Geräts steht dann eine Angabe wie A7/W35. Der Buchstabe vor dem Schrägstrich bezeichnet die Wärmequelle. A steht für Luft, B für Sole und W für Wasser. Die Zahl dahinter steht für die Temperatur der Wärmequelle. Der Wert hinter dem Schrägstrich steht für die Vorlauftemperatur des Heizwassers. Ein COP von 4,5 bei A7/W35 bedeutet somit, dass die Wärmepumpe bei 7 °C Außenluft und 35 °C Vorlauftemperatur aus einer Kilowattstunde Strom 4,5 Kilowattstunden Wärme bereitstellt.
Der Wert COP macht die Effizienz verschiedener Geräte unter gleichen Bedingungen vergleichbar. Somit liefert er einen wichtigen Anhaltspunkt bei der Kaufentscheidung.
Jahresarbeitszahl (JAZ)
Anders als beim COP handelt es sich bei der JAZ nicht um eine Momentaufnahme im Labor, sondern um einen Alltagswert. So beschreibt die Jahresarbeitszahl das tatsächlich gemessene Verhältnis von gewonnener Wärme zu eingesetztem Strom über ein vollständiges Betriebsjahr. Die Formel lautet:
JAZ = Abgegebene Wärmemenge in Kilowattstunden / Aufgenommener Strom in Kilowattstunden
Eine JAZ von 3 bedeutet somit, dass eine Wärmepumpe, über ein vollständiges Betriebsjahr gemessen, aus einer Kilowattstunde Strom drei Kilowattstunden Wärme gewinnt. Begünstigt wird eine hohe JAZ durch eine niedrige Vorlauftemperatur. Gut gedämmte Immobilien mit großflächigen Heizkörpern oder einer Fußbodenheizung sind hier im Vorteil.

Um eine staatliche Förderung zu erhalten, müssen Wärmepumpen eine JAZ von mindestens 3 erzielen. Gut ausgelegte Anlagen kommen auf Werte von 4 bis 4,5. Grundwasserwärmepumpen können auch darüber liegen.
Stromverbrauch und -kosten berechnen
Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe lässt sich anhand einer einfachen Faustformel berechnen:
Stromverbrauch = Wärmebedarf des Gebäudes / Jahresarbeitszahl
Beispiel: Demnach benötigt ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf und einer Wärmepumpe mit einer JAZ von 4 rund 5.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Angenommen, die Jahresarbeitszahl liegt bei 2,8, dann steigt der Strombedarf der Wärmepumpe auf rund 7.100 Kilowattstunden jährlich.
Die Stromkosten lassen sich berechnen, indem Sie den Stromverbrauch in Kilowattstunden mit dem Strompreis je Kilowattstunden multiplizieren.
Stromkosten = Stromverbrauch in kWh x Strompreis pro kWh
Was die Kilowattstunde kostet, hängt vor allem vom Tarif ab. Mittlerweile bieten viele Stromanbieter spezielle Wärmepumpentarife. Dabei liegt der Strompreis je Kilowattstunde mit etwa 20 bis 25 Cent im Jahr 2026 deutlich unter dem Preis für Haushaltsstrom, der derzeit zwischen 30 und 36 Cent liegt.
Beispiel: Bei einem Strompreis von 25 Cent und einem angenommenen Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden lägen die jährlichen Stromkosten für die Wärmepumpe somit bei 1.250 Euro: 5.000 kWh Verbrauch x 0,25 Euro.
Beispielrechnung: So wirken sich Dämmung und JAZ auf die Stromkosten aus
Bestimmt wird der Stromverbrauch also sowohl durch den Wärmebedarf der Immobilie als auch durch die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe. Beide Größen hängen dabei eng zusammen. So senkt eine gute Dämmung nicht nur den Wärmebedarf der Immobilie, sondern ermöglicht auch eine niedrigere Vorlauftemperatur, was wiederum die Jahresarbeitszahl verbessert.
Die Jahresarbeitszahl wird zudem maßgeblich durch die Art der Wärmeverteilung beeinflusst, also ob es sich dabei um eine Fußbodenheizung oder um Heizkörper handelt. Großflächige Heizflächen wie Fußboden-, Wand- und Deckenheizungen benötigen deutlich niedrigere Vorlauftemperaturen als Heizkörper und ermöglichen so bei sonst gleichen Voraussetzungen eine höhere JAZ.
Wie sehr sich der energetische Zustand einer Immobilie auf die Stromkosten einer Wärmepumpe auswirkt, zeigt folgendes Beispiel:
| Gebäudezustand | Vorlauftemperatur | Jährlicher Wärmebedarf | JAZ | Stromverbrauch pro Jahr | Stromkosten pro Jahr (bei 25 Cent je kWh) |
|---|---|---|---|---|---|
| Unsaniert, alte Heizkörper | 55 °C | 28.000 kWh | 2,8 | 10.000 kWh | 2.500 € |
| Teilsaniert, größere Heizkörper | 45 °C | 20.000 kWh | 3,5 | 5.700 kWh | 1.430 € |
| Gut gedämmt, Fußbodenheizung | 35 °C | 13.000 kWh | 4,5 | 2.900 kWh | 725 € |
In einem unsanierten Altbau mit kleinflächigen Heizkörpern liegen die jährlichen Stromkosten demnach mehr als dreimal so hoch wie in einer sanierten Immobilie mit Fußbodenheizung. Um herauszufinden, ob sich eine Wärmepumpe lohnt, gilt es deshalb vorab, unbedingt eine professionelle Heizlastberechnung durch einen Heizungsbauer oder Energieberater durchführen zu lassen.
Wärmepumpen im Altbau: Sinnvoll oder nicht?
Wärmepumpen arbeiten somit effizienter in gut gedämmten Immobilien mit großflächigen Heizflächen. Bedeutet das im Umkehrschluss, dass sie in Altbauten ohne Fußbodenheizung und mit niedrigem Dämmstandard keinen Sinn ergeben? Nein, diese Sorge hält sich zwar hartnäckig, wurde in der Praxis jedoch mehrfach widerlegt.
Den bislang umfassendsten Beleg liefert das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme. In einem vierjährigen Forschungsprojekt mit dem Titel WP-QS im Bestand wurden 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern detailliert untersucht. Das Ergebnis: Die Anlagen erreichten Jahresarbeitszahlen zwischen 2,6 und 5,4, und ihre CO2-Emissionen lagen im Jahr 2024 um 64 Prozent niedriger als die von Erdgasheizungen. Im Mittel kamen Luft-Wasser-Wärmepumpen auf eine Jahresarbeitszahl von 3,4, erdgekoppelte Systeme auf 4,3. Zwischen dem Baujahr der Gebäude und der Effizienz der Anlagen ließ sich kein Zusammenhang feststellen.
Dass es sich bei einem Gebäude um einen Altbau handelt, ist somit kein Ausschlusskriterium. Auch ohne Fußbodenheizung erreichten die untersuchten Systeme niedrige Vorlauftemperaturen. Oft war dabei keine Komplettsanierung nötig, sondern es reichte aus, Heizkörper in einzelnen Räumen auszutauschen. Eine Wärmepumpe kann somit auch im Altbau eine effiziente und kostengünstige Heizlösung darstellen. Entscheidend ist die richtige Planung.

Vor- und Nachteile: Wann lohnt sich eine Wärmepumpe?
Wie bei jeder anderen Technologie gibt es auch bei Wärmepumpen zwei Seiten einer Medaille. Unterm Strich stellt die Wärmepumpe allerdings eine effiziente Wärmelösung mit planbaren Betriebskosten dar.
Während die Preise für fossile Energieträger wie Gas und Öl durch weltpolitische Konflikte, Bioquoten und CO2 Steuern Schwankungen unterliegen und laut Experteneinschätzungen künftig deutlich steigen werden, gilt die Wärmepumpe als zukunftssicher. Insgesamt ergeben sich folgende Vor- und Nachteile:
Vorteile:
- Niedrige Betriebskosten: Aus einer Kilowattstunde Strom werden 3 bis 4,5 kWh Wärme.
Staatliche Zuschüsse: Anders als Öl- und Gasheizungen erhalten Wärmepumpen attraktive staatliche Förderungen von bis zu 80 Prozent. - Keine CO2 Kosten und Bioquote: Die Öl- und Gaspreise stehen unter klimapolitischen Druck, während Wärmepumpen davon unbeeinflusst sind.
- Wartungsarm: Da keine Verbrennung stattfindet, entfallen Abgasmessung, Feuerstättenschau und der Schornsteinfeger.
Kühlung im Sommer: Viele Modelle lassen sich im Sommer auch zum Kühlen einsetzen.
Kombinierbar mit Photovoltaik: Mit Strom aus der eigenen PV-Anlage lässt sich die Unabhängigkeit von Stromtarifen weiter erhöhen.
Nachteile:
- Vergleichsweise hohe Anschaffungskosten: Die Investitionskosten sind höher als bei Öl und Gas, durch die staatliche Förderung relativiert sich das jedoch in der Regel wieder.
- Aufwändige Erschließung bei Grundwasser- und Erdwärmepumpen: Nicht jedes Grundstück verfügt über ausreichend Platz für Erdarbeiten, Tiefen- und Brunnenbohrungen.
- Lautstärke des Außengeräts: Die Außeneinheit von Luft-Wasser-Wärmepumpen verursacht Geräuschemissionen. Hier gilt es, bestimmte Grenzwerte im Abstand zu angrenzenden Grundstücken einzuhalten.
Häufige Fragen zur Wärmepumpe
Funktioniert meine Wärmepumpe auch bei Minusgraden?
Ja. Luft-Wärmepumpen entziehen der Außenluft auch bei Minusgraden noch Wärme, weil das Kältemittel im Kreislauf bei deutlich tieferen Temperaturen verdampft. Handelsübliche Geräte arbeiten in der Regel bis etwa −20 °C, viele bis −25 °C.
Was sich ändert, ist die Effizienz: Je größer der Unterschied zwischen Außenluft und benötigter Vorlauftemperatur, desto mehr Strom braucht die Anlage. An sehr kalten Tagen sinkt die Leistungszahl daher spürbar, und bei manchen Anlagen springt zusätzlich ein elektrischer Heizstab an. Da solche Extremtage in Deutschland nur wenige im Jahr sind, fällt das über die Heizsaison betrachtet kaum ins Gewicht.
Grundwasser- und Erdwärmepumpen sind davon ohnehin unabhängig, weil ihre Wärmequelle ganzjährig nahezu konstant temperiert ist.
Kann ich eine Wärmepumpe auch ohne Fußbodenheizung betreiben?
Ja, entscheidend ist nicht die Art der Heizfläche, sondern die nötige Vorlauftemperatur. Je niedriger diese liegt, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Fußbodenheizungen sind wegen ihrer großen Fläche ideal, aber auch klassische Heizkörper funktionieren. Vorausgesetzt, sie sind groß genug dimensioniert.
Ein praktischer Test: Drehen Sie an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur Ihrer bestehenden Heizung schrittweise herunter. Wenn die Räume bei 50 °C oder weniger noch warm werden, ist das ein gutes Zeichen.
Andernfalls reicht es oft schon, einzelne Heizkörper in den kritischen Räumen gegen größere Modelle oder Niedertemperaturheizkörper mit Ventilator zu tauschen. Das ist meist günstiger als eine komplette Fußbodenheizung.
Wie lange hält eine Wärmepumpe?
Für den Wärmepumpenteil selbst rechnet man mit etwa 15 bis 20 Jahren Lebensdauer, ähnlich wie bei einem Gas- oder Ölkessel. Die Erschließung hält deutlich länger: Erdsonden und Flächenkollektoren sind auf 50 Jahre und mehr ausgelegt, sodass bei einem späteren Austausch nur das Gerät im Haus erneuert werden muss.
Wie lange eine Anlage tatsächlich durchhält, hängt stark von der Auslegung ab. Eine zu klein dimensionierte Wärmepumpe, die häufig taktet, verschleißt schneller als eine passend geplante. Eine jährliche Wartung und regelmäßige Filterkontrolle verlängern die Lebensdauer zusätzlich.
Wie laut ist eine Wärmepumpe?
Relevant ist vor allem das Außengerät einer Luftwärmepumpe. Moderne Geräte liegen bei rund 50 bis 60 dB(A) Schallleistungspegel. Das ist der Wert, der in den Datenblättern steht. Am Ohr kommt deutlich weniger an: In einigen Metern Entfernung sind es meist noch 35 bis 45 dB(A), vergleichbar mit einem leisen Kühlschrank oder ruhiger Unterhaltung. Nachts drosseln viele Geräte über einen Flüstermodus zusätzlich.
Für die Nachbarschaft gilt die TA Lärm: In allgemeinen Wohngebieten sind an der nächsten Nachbarbebauung tagsüber 55 dB(A) und nachts 40 dB(A) zulässig. Diese Werte lassen sich fast immer einhalten, wenn Aufstellort und Ausrichtung stimmen – also Abstand zum Nachbarn, keine Ausrichtung auf Schlafzimmerfenster und keine Position in Ecken oder engen Durchgängen, wo sich der Schall verstärkt.
Erd- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen haben kein Außengerät und sind im Wohnbereich praktisch nicht zu hören.
