Sole-Wasser-Wärmepumpe zur Nutzung der Erdwärme

Während die Außenluft im Winter frostig wird, herrscht wenige Meter unter der Erdoberfläche ganzjährig eine milde, konstante Temperatur, die sich hervorragend zum Heizen nutzen lässt. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe erschließt genau diese Erdwärme und zählt zu den effizientesten Heizsystemen überhaupt. Dieser Ratgeber erklärt Funktion, Kosten, Förderung sowie die Vor- und Nachteile.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die im Erdreich gespeicherte Wärme über eine Soleflüssigkeit als Wärmequelle.
  • Dank der konstanten Erdtemperatur arbeitet sie sehr effizient und erreicht hohe Jahresarbeitszahlen.
  • Die Erschließung erfolgt über Erdsonden mit Tiefenbohrung oder über flächige Erdkollektoren.

Wie funktioniert eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe gehört zur Familie der Wärmepumpen und nutzt das Erdreich als Wärmequelle, weshalb sie auch als Erdwärmepumpe bezeichnet wird. Der Name setzt sich aus den beiden Medien zusammen: Sole bezeichnet die frostsichere Flüssigkeit, die die Erdwärme aufnimmt, und Wasser steht für das Heizwasser, an das die Wärme abgegeben wird. In den im Erdreich verlegten Leitungen zirkuliert die Sole und nimmt die Umweltwärme auf. Diese wird der Wärmepumpe zugeführt, die sie mithilfe eines Kältemittels und eines Verdichters auf ein zum Heizen nutzbares Temperaturniveau anhebt. Da die Erdtemperatur über das ganze Jahr nahezu konstant bleibt, arbeitet die Sole-Wasser-Wärmepumpe besonders gleichmäßig und effizient und erreicht höhere Jahresarbeitszahlen als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Funktionsweise einer Wärmepumpe

Erschließung des Erdreichs

Für die Nutzung der Erdwärme gibt es zwei gängige Erschließungsarten. Bei der Erdsonde wird über eine Tiefenbohrung ein Erdwärmetauscher senkrecht in den Boden eingebracht. Diese Variante benötigt nur wenig Grundstücksfläche, ist aber mit einer aufwendigen Bohrung und einer Genehmigung verbunden. Bei der zweiten Variante, dem Horizontal- oder Flächenkollektor, werden die Soleleitungen waagerecht und flächig in geringer Tiefe verlegt. Das ist günstiger, benötigt aber eine entsprechend große, unbebaute Grundstücksfläche. Welche Variante infrage kommt, hängt von der Grundstücksgröße, den geologischen Bedingungen und den behördlichen Vorgaben ab. Weitere Informationen zur Nutzung der Erdwärme bieten die Seiten zur Geothermie und zur Erdwärmeheizung.

Kosten der Sole-Wasser-Wärmepumpe

Die Kosten setzen sich aus der Wärmepumpe selbst und der Erschließung der Wärmequelle zusammen. Die folgende Übersicht zeigt typische Werte für die beiden Erschließungsarten.

Kostenpunkt Erdsonde Horizontalkollektor
Sonden bzw. Kollektor 7.000 bis 8.000 Euro 4.000 bis 6.000 Euro
Wärmepumpe selbst 8.000 bis 10.000 Euro 8.000 bis 10.000 Euro
Einbau 3.000 bis 5.000 Euro 3.000 bis 5.000 Euro
Zubehör, Rohrleitungen 1.000 bis 2.000 Euro 1.000 bis 2.000 Euro
Stromkosten pro Jahr 400 bis 500 Euro 400 bis 500 Euro
Gesamt (ohne laufende Kosten) 19.400 bis 25.500 Euro 15.000 bis 18.500 Euro

Die Erdsonde ist wegen der Tiefenbohrung teurer als der Flächenkollektor, benötigt dafür aber weniger Grundstücksfläche. Über die Förderung lassen sich die Investitionskosten deutlich senken. Einen Überblick über die Preise bietet die Seite zum Wärmepumpe-Preis.

Vorteile und Nachteile

Der größte Vorteil der Sole-Wasser-Wärmepumpe ist ihre hohe Effizienz. Dank der konstanten Erdtemperatur arbeitet sie das ganze Jahr über gleichmäßig und erreicht hohe Jahresarbeitszahlen, was zu niedrigen Betriebskosten führt. Sie ist zudem klimafreundlich, langlebig und wartungsarm und macht unabhängig von fossilen Brennstoffen. Dem stehen einige Nachteile gegenüber. Die Erschließung des Erdreichs ist aufwendig und mit hohen Anfangsinvestitionen verbunden, besonders bei einer Tiefenbohrung, die zudem genehmigt werden muss. Auch benötigt der Flächenkollektor viel Grundstücksfläche. Nicht jedes Grundstück ist geeignet. Wer diese Hürden nimmt, erhält jedoch eine der effizientesten und wirtschaftlichsten Heizungen. Namhafte Hersteller wie Vaillant, Viessmann und Buderus bieten passende Modelle an.

Förderung der Sole-Wasser-Wärmepumpe

Als Wärmepumpe, die erneuerbare Umweltwärme nutzt, ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig.

Die Zuschüsse setzen sich aus der Grundförderung und mehreren Boni zusammen:

  • Grundförderung: 30 Prozent der förderfähigen Kosten, einkommensunabhängig.
  • Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozent für den Austausch einer alten fossilen Heizung durch selbst nutzende Eigentümer. Er sinkt ab dem 1. Februar 2027 auf 12 Prozent, danach halbjährlich um vier Prozentpunkte, und läuft im August 2028 aus.
  • Einkommensbonus: bis zu 40 Prozent für selbst nutzende Eigentümer, gestaffelt nach dem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen (40 Prozent bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro).
  • Maximale Förderung: in der Summe bis zu 70 Prozent, in der untersten Einkommensstufe bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Diese sind bei der ersten Wohneinheit auf 28.000 Euro gedeckelt, woraus sich ein maximaler Zuschuss von rund 19.600 Euro (bei 80 Prozent bis zu 22.400 Euro) ergibt.

Wer den Klimageschwindigkeitsbonus nutzen will, sollte nicht zu lange warten: Ab 1. Februar 2027 sinkt er auf 12 Prozent, danach halbjährlich um vier Prozentpunkte, und im August 2028 läuft er aus. Voraussetzung ist unter anderem eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0, die eine Sole-Wasser-Wärmepumpe dank ihrer hohen Effizienz problemlos erreicht. Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden. Zu beachten ist der Wechsel des rechtlichen Rahmens. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das frühere Gebäudeenergiegesetz ablöst, entfällt die starre 65-Prozent-Regel. Die Vorgaben werden technologieoffener, Öl- und Gasheizungen bleiben zulässig und die Förderung bleibt bestehen.

Rechenbeispiel: Sole-Wasser-Wärmepumpe im 150-Quadratmeter-Haus

Für einen Zwei-Personen-Haushalt mit 150 Quadratmetern und rund 20.000 Kilowattstunden Jahreswärmebedarf ergeben sich die folgenden Richtwerte für 2026. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe erreicht dank der konstanten Erdreichtemperatur eine besonders hohe Jahresarbeitszahl.

Posten Betrag
Wärmepumpe und Erschließung 25.000 bis 40.000 Euro
Förderung (BEG, bis 70 Prozent) abzüglich bis zu 19.600 Euro
Investition nach Förderung oft 12.000 bis 22.000 Euro
Stromkosten Heizung (JAZ 4,0, 27 ct/kWh) rund 1.350 Euro pro Jahr
Wartung rund 150 Euro pro Jahr
CO2-Kosten entfällt
Laufende Kosten gesamt rund 1.500 Euro pro Jahr

Die höhere Anfangsinvestition durch die Erschließung von Erdsonde oder Flächenkollektor zahlt sich über die hohe Jahresarbeitszahl aus: Die laufenden Stromkosten liegen niedriger als bei einer Luftwärmepumpe.

Für wen eignet sich die Sole-Wasser-Wärmepumpe?

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe eignet sich besonders für Eigentümer, die langfristig planen und höchste Effizienz anstreben. Ideal ist sie für Neubauten und gut gedämmte Bestandsgebäude mit niedrigen Vorlauftemperaturen, etwa in Verbindung mit einer Fußbodenheizung, da die Wärmepumpe dann besonders effizient arbeitet. Wichtig ist ein geeignetes Grundstück mit ausreichend Fläche für einen Kollektor oder der Möglichkeit einer Bohrung sowie die Erfüllung der behördlichen Voraussetzungen. Wer diese Bedingungen erfüllt, erhält eine der effizientesten und zukunftssichersten Heizformen. Eine Übersicht verschiedener Systeme bietet die Seite zu den Heizungssystemen. Entscheidend für den Erfolg sind eine sorgfältige Planung und eine fachgerechte Ausführung durch einen erfahrenen Betrieb, der die örtlichen Gegebenheiten prüft und die Anlage optimal auslegt.

Sole-Wasser-Wärmepumpe im Vergleich

Innerhalb der Wärmepumpentechnik gehört die Sole-Wasser-Wärmepumpe zu den effizientesten Varianten. Im Vergleich zur Luft-Wasser-Wärmepumpe, die die Außenluft als Quelle nutzt, arbeitet sie effizienter, weil die Erdwärme ganzjährig auf konstantem Niveau zur Verfügung steht, während die Lufttemperatur im Winter stark absinkt. Das führt zu einer höheren Jahresarbeitszahl und niedrigeren Betriebskosten. Dem steht der höhere Erschließungsaufwand gegenüber, denn die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist einfacher und günstiger zu installieren. Im Vergleich zur Grundwasserwärmepumpe ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe etwas weniger effizient, dafür aber vielseitiger einsetzbar und nicht an ein Grundwasservorkommen gebunden. Wer über ein geeignetes Grundstück verfügt und die höheren Anfangsinvestitionen aufbringen kann, erhält mit der Sole-Wasser-Wärmepumpe eine sehr effiziente und zukunftssichere Heizung.

Wartung und Lebensdauer

Ein Vorteil der Sole-Wasser-Wärmepumpe ist ihr geringer Wartungsaufwand. Da sie keinen Verbrennungsprozess nutzt, entfallen die Reinigung eines Brenners und die Abgasprüfung durch den Schornsteinfeger. Dennoch sollte die Anlage regelmäßig von einem Fachbetrieb geprüft werden, der den Kältemittelkreislauf, die Sole und die Regelung kontrolliert. Eine gut gewartete Anlage erreicht eine lange Lebensdauer und behält ihre hohe Effizienz über die Jahre. Die im Erdreich verlegten Sonden oder Kollektoren sind besonders langlebig und halten oft mehrere Jahrzehnte. Wer die empfohlenen Wartungsintervalle einhält, sichert sich einen sparsamen und störungsarmen Betrieb und schöpft das Potenzial der Sole-Wasser-Wärmepumpe voll aus.

Insgesamt ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe für geeignete Grundstücke eine hervorragende Wahl, die höchste Effizienz mit niedrigen Betriebskosten und einem klimafreundlichen Betrieb verbindet und sich über die Jahre auszahlt.

Erdsonde oder Flächenkollektor? Die Rechnung

Gerechnet für ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern und 18.000 Kilowattstunden Wärmebedarf, Strompreis rund 27 Cent je Kilowattstunde (Stand Sommer 2026). Angesetzt sind eine Jahresarbeitszahl von 3,8 für den Kollektor und 4,2 für die Sonde.

Beide Varianten nutzen Erdwärme, erschließen sie aber unterschiedlich. Die Sonde reicht senkrecht in konstant temperiertes Erdreich und arbeitet dadurch etwas effizienter, der Kollektor liegt flach knapp unter der Oberfläche und folgt stärker den Jahreszeiten:

Position Flächenkollektor Erdsonde
Investition rund 16.500 € rund 22.500 €
Zuschuss bei 46 % 7.590 € 10.350 €
Eigenanteil 8.910 € 12.150 €
Stromkosten im Jahr rund 1.280 € rund 1.155 €

Über die Betriebskosten allein lässt sich die Sonde nicht rechtfertigen: Sie spart rund 122 Euro im Jahr, kostet aber 3.240 Euro mehr Eigenanteil, was rechnerisch auf gut 26 Jahre hinausläuft. Die Entscheidung fällt deshalb fast nie über die Amortisation, sondern über das Grundstück. Ein Flächenkollektor braucht etwa das Anderthalb- bis Zweifache der beheizten Fläche als unversiegelte, unbebaute und unbeschattete Gartenfläche. Für unser 140-Quadratmeter-Haus sind das rund 210 bis 280 Quadratmeter, die weder überbaut noch tief bepflanzt werden dürfen.

Die Sonde kommt dagegen mit wenigen Quadratmetern aus, benötigt aber eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde und ein Bohrunternehmen. In Wasserschutzgebieten oder bei ungünstiger Geologie kann sie ganz ausscheiden. Kurz gesagt: Wer einen großen Garten hat und ihn während der Bauphase entbehren kann, fährt mit dem Kollektor günstiger. Wer wenig Fläche hat, nimmt die Sonde, weil sie die einzige Option ist, nicht weil sie sich schneller amortisiert.

Häufige Fragen zur Sole-Wasser-Wärmepumpe

Was ist der Unterschied zwischen Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpe?

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Wärme des Erdreichs über eine frostsichere Soleflüssigkeit. Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe entzieht die Wärme über zwei Brunnen dem Grundwasser. Die Wasser-Wasser-Variante ist etwas effizienter, dafür ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe vielseitiger und nicht an ein Grundwasservorkommen gebunden.

Warum ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe so effizient?

Weil die Erdtemperatur über das ganze Jahr nahezu konstant bleibt, arbeitet die Anlage gleichmäßig und erreicht hohe Jahresarbeitszahlen. Anders als bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe fällt die Effizienz an kalten Wintertagen nicht ab, was zu niedrigen Betriebskosten führt.

Was kostet eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?

Mit einer Erdsonde liegen die Investitionskosten grob zwischen 19.400 und 25.500 Euro, mit einem Horizontalkollektor zwischen 15.000 und 18.500 Euro. Die Erdsonde ist wegen der Tiefenbohrung teurer, benötigt aber weniger Fläche. Über die Förderung sinken die Kosten deutlich.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Anlage ist über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig. Aus 30 Prozent Grundförderung sind mit den Boni bis zu 70 Prozent möglich. Den Antrag stellen Sie vor der Beauftragung, idealerweise mit Unterstützung eines Energieberaters.

Wie wartungsintensiv ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?

Sie gilt als wartungsarm, da kein Brenner gereinigt und keine Abgasprüfung durchgeführt werden muss. Eine regelmäßige Kontrolle von Kältemittelkreislauf, Sole und Regelung durch den Fachbetrieb genügt. Die im Erdreich verlegten Sonden oder Kollektoren halten oft mehrere Jahrzehnte.