Eisspeicherheizung: Konzept & Betriebskosten

eis für die eisspeicherheizung
Wer den Begriff „Eisspeicherheizung“ oder „Eisheizung“ das erste Mal hört, wird sich über das offensichtliche Paradoxon wundern: Heizen mit Eis – das erscheint kaum möglich. Tatsächlich wird bei der Eisheizung auch nur das bereits hinlänglich bekannte Prinzip der Wärmepumpe genutzt. Die besondere Effektivität des neuen Konzepts ist dabei den chemischen Eigenschaften des Wassers zu verdanken.
Worin die Besonderheiten liegen, haben wir von Kesselheld einmal für Sie zusammengestellt.

Eisspeicherheizung nutzt Konzept der Wärmepumpe

Eine Wärmepumpenheizung entzieht einem Medium Wärmeenergie, um diese dann zum Heizen zu nutzen. Üblicherweise können dafür entweder Luft oder Wasser verwendet werden.

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Vorteil des Wassers für die Beheizung

Der grundsätzliche Vorteil des Wassers besteht darin, dass die Flüssigkeit eine sehr große Wärmekapazität besitzt; also sehr viel Wärme in Wasser gespeichert werden kann. Dadurch müssen vergleichsweise geringe Mengen umgewälzt werden – absolut gesehen sind diese Volumina aber trotzdem hoch.

Bei einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe müssen für ein Kilowatt Heizleistung und einer Stunde Laufzeit rund 160 bis 250 Liter Wasser genutzt werden. Das Problem ist weniger, dass das Wasser vorhanden sein muss, als das das Pumpen viel Energie kostet.

Bewährtes Prinzip genutzt

Zudem sind bei einer konventionellen Wasser-Wasser-Wärmepumpe zwei Erdbohrungen mit Kosten in Höhe von rund 5.000 Euro notwendig. Weiterhin muss eine Genehmigung eingeholt werden, die die Behörden nicht immer erteilen. Die Eisspeicherheizung setzt gewissermaßen hier an, indem das Prinzip von Wasser Wasser und Luft Wärmepumpe kombiniert wird. Für den Betrieb unter typischen Bedingungen genügt in aller Regel die Nutzung der konventionellen Luft-Luft-Wärmepumpe. Wenn allerdings zusätzliche Heizenergie benötigt wird, kann der Eisspeicher genutzt werden. Dabei handelt es sich streng genommen eher um einen Wassertank, der in den Boden eingelassen wird – wofür übrigens keine Baugenehmigung notwendig ist.

Eis mit hoher Energiedichte

Die Nutzung des Eisspeichers besteht in der Vereisung des Wassers. Technisch gesehen handelt es sich um den umgekehrten Prozess eines Gefrierschranks, bei dem hohe Mengen Wärmeenergie frei werden.

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Vereistes Wasser als Wärmelieferant

Hersteller wie Viessmann geben an, dass die Vereisung von 10 m³ Wasser so viel Wärmeenergie freisetzen kann, wie in 100 Litern Heizöl enthalten ist. Diese Tatsache ist einer chemischen Besonderheit geschuldet: Wenn Wasser von 10 auf 5 Grad Celsius abgekühlt wird, wird eine bestimmte Menge Wärmeenergie freigesetzt. Diese Menge an Wärmeenergie ist prinzipiell proportional zur Temperatur – bei einer Abkühlung von 25 auf 20 Grad Celsius würde dieselbe Energie frei. Anders ist es aber, wenn das Wasser an den Gefrierpunkt gebracht wird. Hier werden durch die Änderung des Aggregatzustands in „fest“ zusätzliche Energiemengen freigesetzt. Der Vorteil: Gemessen an der Energiemenge kann der Eisspeicher recht klein ausfallen.

Hohe Investitionen notwendig

Der größte Nachteil des Konzepts liegt in den Eisheizung Kosten: Wer eine Eisheizung kaufen möchte, muss mindestens 20.000 Euro inklusive der Installation ausgeben. Je nach Größe des Speichers kann sich die notwendige Investition auch deutlich erhöhen. Selbst wenn davon ausgegangen werden kann, dass (BAFA) Förderungen in Höhe von 4.500 Euro gewährt werden, bleibt die Eisspeicherheizung teuer. Zudem ist die Funktion der Eisspeicherheizung zwar nachgewiesen, Langezeiterfahrungen fehlen auch hier. Aufgrund des großen Installationsaufwands ist eine Nachrüstung oder Heizungsmodernisierung im Rahmen einer energetischen Sanierung meist nicht möglich. Für die Zukunft heißt es aber: Es lohnt sich, die Entwicklung dieser Technologie im Auge zu behalten.

Günstiger Betrieb

Die Eisheizung Erfahrung zeigt, dass dieses Konzept nicht nur in der Theorie funktioniert – auch in der Praxis lässt sich ein Wohnhaus damit problemlos heizen.

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Bei einer angenommenen Wohnfläche zwischen 150 und 180 m² in einem Einfamilienhaus können dabei Betriebskosten von etwa 500 bis 600 Euro veranschlagt werden. Diese Summe ist nur in etwa halb so hoch, wie dies bei einer konventionellen Öl- oder Gasheizung der Fall ist.