Luftwärmepumpe vor einem Einfamilienhaus

Die Wärme der Außenluft lässt sich effizient zum Heizen nutzen: Eine Luft-Wärmepumpe ist vergleichsweise einfach und günstig zu installieren, die Technik ist langlebig und bewährt. Im Zuge der Wärmewende und der Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes ist sie zum meistgewählten neuen Heizsystem in Deutschland geworden. Dieser Ratgeber zeigt, wie eine Luft-Wärmepumpe funktioniert, was sie kostet, welche Voraussetzungen gelten und wie hoch die Förderung 2026 ausfällt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Luft-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und macht sie mit etwas Strom nutzbar. Moderne Geräte heizen Ein- und Zweifamilienhäuser ganzjährig, oft bis etwa minus 20 Grad.
  • Die Investition liegt inklusive Installation grob bei 15.000 bis 30.000 Euro. Über die BEG-Heizungsförderung sind bis zu 70 Prozent Zuschuss (in der untersten Einkommensstufe bis zu 80 Prozent) möglich.
  • Als erneuerbares System gilt sie als zukunftssicher und bleibt voll förderfähig. Wichtig sind eine gute Jahresarbeitszahl und möglichst niedrige Vorlauftemperaturen.

So funktioniert eine Luft-Wärmepumpe

luft waermepumpe

Das Prinzip der Wärmepumpe ist seit Langem im Einsatz, etwa im Kühlschrank, nur umgekehrt: Dort wird den Lebensmitteln Wärme entzogen und nach außen abgeführt. Eine Luft-Wärmepumpe nutzt die Umgebungsluft als Wärmequelle. Ein Kältemittel verdampft schon bei niedrigen Temperaturen, nimmt dabei Wärme aus der Luft auf und wird anschließend von einem Verdichter komprimiert. Dadurch steigt die Temperatur so weit, dass die Wärme an das Heizwasser abgegeben werden kann. Danach entspannt sich das Kältemittel wieder und der Kreislauf beginnt von vorn.

Zum Antrieb des Verdichters wird Strom benötigt, im Verhältnis zur gewonnenen Wärme aber wenig: Eine gute Anlage stellt aus einer Kilowattstunde Strom etwa drei bis vier Kilowattstunden Wärme bereit. Der Rest stammt kostenlos aus der Umwelt. Man unterscheidet die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die ein wassergeführtes Heizsystem versorgt, und die Luft-Luft-Wärmepumpe, die die Wärme direkt über die Raumluft verteilt. Für die Beheizung ganzer Häuser mit Heizkörpern oder Flächenheizung ist die Luft-Wasser-Variante der Standard.

Ganzjährig heizen: die Technik ist ausgereift

Ein hartnäckiger Irrtum lautet, eine Luft-Wärmepumpe könne ein Haus im Winter nicht allein beheizen und benötige zwingend eine zweite Heizung. Das trifft auf moderne Geräte nicht mehr zu. Aktuelle Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten bis zu Außentemperaturen von etwa minus 20 Grad und heizen gut geplante Ein- und Zweifamilienhäuser monovalent, also als alleinige Heizung, durch das ganze Jahr. Ein zusätzlicher Elektroheizstab dient in vielen Geräten nur als Reserve für sehr seltene Extremtage.

Wichtig ist allerdings, dass die Anlage zum Gebäude passt. Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto effizienter die Wärmepumpe. Ideal sind daher gut gedämmte Gebäude mit großen Heizflächen wie einer Fußbodenheizung. Aber auch in vielen Bestandsgebäuden mit Heizkörpern funktioniert eine Wärmepumpe, sofern die Heizlast und die nötigen Vorlauftemperaturen realistisch bleiben. Ein hydraulischer Abgleich und gegebenenfalls der Tausch einzelner zu kleiner Heizkörper verbessern die Effizienz deutlich.

Modelle und Preise im Überblick

Fast alle namhaften Hersteller wie Vaillant, Viessmann, Buderus, Bosch, Stiebel Eltron oder Ochsner führen mehrere Luft-Wärmepumpen im Sortiment. Die folgende Übersicht dient nur der groben Orientierung, da Preise und Ausführungen variieren:

Modell

Preis ohne Installation

Details

Vaillant aroTHERM ca. 8.000 bis 12.000 Euro
  • Außenaufstellung, mit Hocheffizienzpumpe
  • optionale Kühlfunktion
  • verschiedene Leistungsstufen
Viessmann Vitocal 200 ca. 10.000 bis 14.000 Euro
  • hohe Energieeffizienzklasse
  • für Einfamilienhäuser geeignet
  • Kühlfunktion und Smart-Home-Anbindung
Buderus Logatherm ca. 12.000 bis 16.000 Euro
  • für mittlere und größere Gebäude
  • inklusive Hocheffizienzpumpe

Inklusive Installation, Speicher und Nebenarbeiten liegt die Gesamtinvestition für ein Einfamilienhaus grob zwischen 15.000 und 30.000 Euro, abhängig von Leistung, Gebäude und Aufwand. Die Betriebskosten hängen vom Strompreis und der Effizienz ab. Für Wärmepumpen gibt es spezielle, günstigere Stromtarife. Entscheidend ist die Jahresarbeitszahl (JAZ): Sie gibt an, wie viel Wärme aus einer Einheit Strom entsteht. Eine JAZ von 4,0 bedeutet, dass aus einer Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Wärme werden. Je höher die JAZ, desto niedriger die laufenden Kosten.

Voraussetzungen und Anmeldung

Vor der Anschaffung sind einige Punkte zu klären. Die Wärmepumpe muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. Seit 2024 gelten steuerbare Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes: Der Netzbetreiber darf den Bezug in Spitzenzeiten kurzzeitig dimmen, was im Alltag kaum spürbar ist. Im Gegenzug erhalten Betreiber reduzierte Netzentgelte, was die Stromkosten jährlich um etwa 110 bis 190 Euro senken kann.

Zu bedenken sind außerdem der Aufstellort des Außengeräts und der Schallschutz gegenüber Nachbargebäuden. Ein Fachbetrieb prüft die Heizlast, wählt die passende Leistung und plant die Einbindung ins vorhandene Heizsystem. Eine Überdimensionierung ist zu vermeiden, da sie die Effizienz mindert und die Kosten erhöht.

Förderung 2026

Als erneuerbares Heizsystem gilt die Luft-Wärmepumpe als zukunftssicher und ist von der ab 2029 geltenden Bio-Treppe für fossile Heizungen nicht betroffen. Der Einbau wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude gefördert, die für den Heizungstausch über die KfW läuft. Die Bausteine:

  • Grundförderung: 30 Prozent für alle Antragsberechtigten.
  • Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozent beim Austausch einer alten fossilen Heizung (ab 1. Februar 2027 nur noch 12 Prozent, danach halbjährlich vier Prozentpunkte weniger).
  • Einkommensbonus: bis zu 40 Prozent für selbst nutzende Eigentümer, gestaffelt nach dem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen (40 Prozent bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro). Lebt mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt, verschiebt ein Familienzuschlag die maßgebliche Grenze um 10.000 Euro nach oben.

Die Boni sind kombinierbar bis zu einer Obergrenze von 70 Prozent. Die förderfähigen Kosten sind für die erste Wohneinheit im Einfamilienhaus auf 28.000 Euro gedeckelt, sodass maximal rund 19.600 Euro Zuschuss möglich sind. Voraussetzung sind unter anderem eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0, ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren B und dass der Antrag vor der Auftragsvergabe gestellt wird. Reine Gas-, Öl- oder Stromdirektheizungen sind nicht förderfähig. Für vermietete Gebäude gelten abweichende, niedrigere Höchstsätze.

Luft-Wärmepumpe im Altbau

Auch im Bestand ist die Luft-Wärmepumpe häufig machbar, entgegen einem weiteren verbreiteten Vorurteil. Entscheidend ist nicht das Baujahr allein, sondern die benötigte Vorlauftemperatur an kalten Tagen. Kommt das Gebäude mit rund 55 Grad oder weniger aus, arbeitet eine Wärmepumpe wirtschaftlich. Oft genügen dafür schon Teilmaßnahmen wie der Austausch einzelner unterdimensionierter Heizkörper gegen größere Modelle oder gegen spezielle Wärmepumpen-Heizkörper, eine verbesserte Dämmung an neuralgischen Stellen sowie ein sorgfältiger hydraulischer Abgleich. Ein Fachbetrieb kann die nötige Vorlauftemperatur im Bestand ermitteln und so vorab einschätzen, wie effizient die Anlage laufen wird. Wo eine vollständige Umstellung noch nicht möglich ist, bietet sich übergangsweise eine Hybridlösung an, bei der die Wärmepumpe den Großteil der Arbeit übernimmt und ein vorhandener Kessel nur an wenigen sehr kalten Tagen unterstützt.

Nachhaltig heizen

Das Heizen mit Strom hatte lange einen zweifelhaften Ruf, doch bei der Wärmepumpe ist er unbegründet: Anders als eine alte Nachtspeicherheizung, die Strom eins zu eins in Wärme umwandelt, gewinnt die Wärmepumpe den Großteil der Wärme kostenlos aus der Umgebungsluft. Ihre Umweltbilanz hängt vom Strommix ab und verbessert sich mit jedem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Mit eigenem Solarstrom vom Dach lässt sich der Betrieb besonders günstig und klimafreundlich gestalten. Damit ist die Luft-Wärmepumpe für viele Haushalte die zukunftssichere Wahl, sofern sie sorgfältig geplant und effizient betrieben wird.

Wärmepumpe und Photovoltaik: das Rechenbeispiel

Grundlage ist ein Einfamilienhaus mit 18.000 Kilowattstunden Wärmebedarf, einer Jahresarbeitszahl von 3,2 und einem Strompreis von rund 27 Cent je Kilowattstunde (Stand Sommer 2026).

Die Kombination aus Luft-Wärmepumpe und eigener Photovoltaikanlage gilt als ideales Paar. Die Rechnung dazu, ehrlich aufgemacht: Die Wärmepumpe benötigt im Beispiel rund 5.625 Kilowattstunden Strom im Jahr. Realistisch deckt eine übliche Dachanlage davon 20 bis 30 Prozent direkt ab, also etwa 1.125 bis 1.688 Kilowattstunden. Das entspricht einer Ersparnis von rund 305 bis 455 Euro pro Jahr.

Der Grund für die begrenzte Quote ist ein zeitlicher: Die Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Dezember und Januar, also genau dann, wenn die Photovoltaikanlage nur einen Bruchteil ihres Sommerertrags liefert. Wer mit einer Solardeckung von 70 oder 80 Prozent des Heizstroms rechnet, verrechnet sich. Realistisch ist die Anlage ein wirksamer Baustein, aber kein Ersatz für einen guten Stromtarif.

Mehr herausholen lässt sich über zwei Wege. Ein Pufferspeicher verschiebt den Betrieb in die sonnenreichen Mittagsstunden und hebt die Eigenverbrauchsquote spürbar. Und ein Batteriespeicher streckt den Solarstrom in die Abendstunden, rechnet sich für den Heizbetrieb allein aber selten. Wichtig zu wissen: Für die Wärmepumpe lohnt sich der Vergleich mit einem separaten Wärmepumpentarif oder den reduzierten Netzentgelten nach Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes oft mehr als jede zusätzliche Solarkilowattstunde.

Häufige Fragen zur Luft-Wärmepumpe

Heizt eine Luft-Wärmepumpe auch im Winter zuverlässig?

Ja. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten bis zu Außentemperaturen von etwa minus 20 Grad und beheizen gut geplante Ein- und Zweifamilienhäuser das ganze Jahr über allein. Ein Elektroheizstab dient in vielen Geräten nur als Reserve für sehr seltene Extremtage.

Was kostet eine Luft-Wärmepumpe?

Vor Förderung liegen die Gesamtkosten inklusive Installation meist zwischen 25.000 und 35.000 Euro. Über die Bundesförderung sind bis zu 70 Prozent Zuschuss möglich, sodass sich der Eigenanteil deutlich verringert. Die laufenden Stromkosten betragen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus rund 1.700 Euro im Jahr.

Wie hoch ist die Förderung 2026?

Gefördert wird der Heizungstausch über die Bundesförderung für effiziente Gebäude, die bei der KfW beantragt wird. Aus 30 Prozent Grundförderung sind mit den Boni bis zu 70 Prozent möglich, bei auf 28.000 Euro gedeckelten Kosten also maximal rund 19.600 Euro Zuschuss.

Ist eine Luft-Wärmepumpe im Altbau möglich?

Oft ja. Entscheidend ist die benötigte Vorlauftemperatur an kalten Tagen. Liegt der Bedarf bei etwa 55 Grad oder darunter, lässt sich die Anlage wirtschaftlich betreiben. Teilmaßnahmen wie der Austausch einzelner Heizkörper, eine bessere Dämmung und ein hydraulischer Abgleich helfen dabei.

Muss ich eine Wärmepumpe anmelden?

Ja, die Wärmepumpe muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. Steuerbare Geräte mit mehr als 4,2 Kilowatt fallen unter Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes und erhalten reduzierte Netzentgelte, was die Stromkosten jährlich um etwa 110 bis 190 Euro senken kann.