Energieversorger Strommast auf dem Land

Zur Gruppe der Energieversorgungsunternehmen gehören im Sinne des deutschen Energierechts die Lieferanten leitungsgebundener Energieträger, also Strom- und Gasversorger sowie Anbieter von Nah- und Fernwärme. Viele Energieversorger sind als Stadtwerke im Besitz der öffentlichen Hand. Wir geben einen Überblick über den Markt und die Auswahl des passenden Anbieters.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Energieversorger liefern Strom, Gas und Wärme. Zu den größten Unternehmen in Deutschland zählen RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall, daneben gibt es zahlreiche regionale Stadtwerke.
  • Wer keinen Vertrag abschließt, wird automatisch vom örtlichen Grundversorger beliefert. Der Grundtarif ist meist teurer, sodass sich ein Anbietervergleich lohnt.
  • Beim Wechsel sollten Sie auf Laufzeiten, Preisgarantien und die Herkunft der Energie achten. Viele Anbieter führen Ökostromtarife und Festpreisangebote.

Die großen Energieversorger in Deutschland

Im weiteren Sinne zählen auch Lieferanten von Heizöl, Holzpellets oder anderen Energieträgern zu den Energieversorgern. Im engeren, energierechtlichen Sinne stehen jedoch Strom, Gas und Wärme im Vordergrund. Zu den vier größten Energieversorgungsunternehmen in Deutschland gehören die RWE AG, die E.ON SE, die EnBW AG und Vattenfall. Diese Konzerne haben ihr Geschäft in den vergangenen Jahren stark umgebaut und richten sich zunehmend auf erneuerbare Energien aus. So hat sich etwa E.ON nach einem großen Umbau auf Netze und Vertrieb konzentriert und die konventionelle Erzeugung ausgegliedert, während RWE den Ausbau von Wind- und Solarkraft vorantreibt. Auch EnBW und Vattenfall investieren verstärkt in erneuerbare Energien und den Umbau ihrer Erzeugung.

Umbau der Branche

Die Energiebranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, der durch die Energiewende und den Kampf gegen den Klimawandel geprägt ist. Der Ausstieg aus Kohle und Kernenergie, der Ausbau von erneuerbaren Energien und schwankende Großhandelspreise haben die Geschäftsmodelle und die Umsätze der Versorger stark verändert. Frühere Erzeugungssparten mit fossilen Brennstoffen wurden vielfach ausgegliedert oder umstrukturiert. Konkrete Umsatzzahlen schwanken daher von Jahr zu Jahr erheblich und sind nur begrenzt aussagekräftig. Entscheidend für Verbraucher ist weniger die Größe des Konzerns als der konkrete Tarif am eigenen Wohnort.

Regionale Anbieter und Stadtwerke

Neben den großen Konzernen gibt es zahlreiche regionale Anbieter und Stadtwerke, die Strom, Gas, Trinkwasser sowie Fernwärme und Nahwärme bereitstellen. Viele Stadtwerke sind stark regional ausgerichtet und in ihrem Gebiet Grundversorger. Als Grundversorger gilt das Unternehmen, das im jeweiligen Netzgebiet die meisten Haushalte mit Energie beliefert. Nahezu jeder Anbieter stellt mehrere Tarife bereit, darunter Ökostromtarife aus erneuerbaren Quellen und Festpreistarife, die für eine bestimmte Laufzeit vor Preisschwankungen schützen. Welche Anbieter verfügbar sind, hängt vom Wohnort ab, denn nicht jeder Versorger ist überall tätig.

Grundversorgung und Tarifwahl

Wer in Deutschland keinen eigenen Anbieter wählt, gelangt automatisch in den Grundtarif des örtlichen Grundversorgers, sofern ein nicht gesperrter Anschluss besteht. Dadurch ist die Versorgung stets sichergestellt und eine korrekte Abrechnung gewährleistet. Der Grundtarif ist allerdings meist teurer als andere Tarife, sodass sich die Wahl eines günstigeren Tarifs oder ein Anbieterwechsel häufig lohnt. Zu beachten ist, dass nicht alle Anbieter an allen Orten tätig sind und selbst große Konzerne keine vollständige Abdeckung erreichen.

Worauf beim Wechsel achten?

Bei der Auswahl eines Tarifs sollten Sie auf mehrere Punkte achten. Wichtig sind die Vertragslaufzeit, eventuelle Preisgarantien und Kündigungsfristen, damit sich die Angebote fair vergleichen lassen. Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, kann gezielt Ökostromtarife wählen, deren Strom aus erneuerbaren Quellen stammt. Auch die Kundenbewertungen und der Service des Anbieters können eine Rolle spielen. Vergleichsportale helfen, einen Überblick über die verfügbaren Tarife zu gewinnen, wobei sich ein Blick auf das Kleingedruckte, etwa zu Bonuszahlungen und Preisanpassungen, lohnt.

Fazit

Wer einen Anbieterwechsel plant, sollte zunächst seinen tatsächlichen Jahresverbrauch kennen, da dieser die Grundlage für einen aussagekräftigen Tarifvergleich bildet. Anschließend lassen sich über Vergleichsportale oder direkt bei den Anbietern passende Tarife finden. Der eigentliche Wechsel ist unkompliziert, da der neue Anbieter in der Regel die Kündigung beim alten Versorger übernimmt und eine unterbrechungsfreie Versorgung gesetzlich sichergestellt ist. Wichtig ist, die Kündigungsfristen des bestehenden Vertrags zu beachten und bei neuen Verträgen auf faire Konditionen ohne überzogene Vorauskasse zu achten, um von günstigeren Preisen oder nachhaltigeren Tarifen zu profitieren.

Zusammengefasst ist der Markt der Energieversorger vielfältig und im stetigen Wandel begriffen, geprägt vom Umbau der Branche hin zu erneuerbaren Energien. Neben den vier großen Konzernen RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall gibt es zahlreiche regionale Stadtwerke, die vielerorts als Grundversorger auftreten. Da der Grundtarif meist teurer ist, lohnt sich ein regelmäßiger Vergleich und gegebenenfalls ein Wechsel zu einem günstigeren oder nachhaltigeren Tarif. Wer dabei auf Verbrauch, Laufzeiten, Preisgarantien und die Herkunft der Energie achtet, findet den passenden Anbieter und leistet zugleich einen Beitrag zur Energiewende.

Verbraucher haben zudem das Recht, jederzeit aus der Grundversorgung in einen günstigeren Tarif oder zu einem anderen Anbieter zu wechseln, was den Wettbewerb belebt und die Preise in Bewegung hält.

Insgesamt profitieren Verbraucher heute von einem liberalisierten Energiemarkt mit einer großen Auswahl an Anbietern und Tarifen. Diese Vielfalt eröffnet die Chance, sowohl bei den Kosten zu sparen als auch gezielt auf erneuerbare Energien zu setzen. Ein regelmäßiger, informierter Vergleich ist der beste Weg, um dauerhaft von fairen Preisen und einem passenden Tarif zu profitieren.