
Die Bezeichnung Brikett bezieht sich auf die Herstellungsform: Bei der Brikettierung werden feine Stoffe unter hohem Druck zu festen Einheiten verpresst. Als Brennstoffe dienen Fasern, Holz, Holzreste oder Kohlestaub. Ein klassischer, seit Jahrhunderten bekannter Brennstoff sind Kohlebriketts, die meist aus Braunkohlestaub gepresst werden und einen höheren Heizwert als Rohkohle erreichen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kohlebriketts bieten eine hohe Wärmeausbeute und lange Brenndauer und eignen sich daher für Festbrennstofföfen und lange Heizphasen. Ökonomisch sind sie oft attraktiv, in der Emissionsbilanz jedoch ein Auslaufmodell.
- Verschiedene Anwendungen wie Kohleöfen, Kamineinsätze, Herde und ältere Zentralheizungen erlauben einen flexiblen Einsatz. In Kombination mit Holz lassen sich die Brenneigenschaften gut nutzen.
- Das Heizen mit Kohle ist durch die Bundes-Immissionsschutzverordnung reglementiert. Feuerungsanlagen müssen zugelassen sein, und es ist mit Emissionen und möglichen Nachbarschaftskonflikten zu rechnen.
Wieso mit Kohlebriketts heizen?

In Feuerstellen für Festbrennstoffe mit Feuerkammer liefern Kohlebriketts die höchste Wärmeausbeute aller Festbrennstoffe und halten den Brand und damit die Wärmeleistung am längsten vor. Der Preis ist trotz der 2011 abgeschafften Befreiung von der Energiesteuer vergleichsweise moderat. Ökonomisch können Kohlebriketts in manchen Heizsituationen mithalten, in der Emissionsbilanz sind sie jedoch ein Auslaufmodell, da bei der Verbrennung viel CO2 und Schadstoffe entstehen.
Anwendungsgebiete
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit Kohlebriketts zu heizen. In speziell für Kohle entwickelten Kohleöfen werden die Briketts in den Brennraum gelegt und entzündet, wobei sich die Brenndauer über die Luftzufuhr steuern lässt. Kamineinsätze, die für die Verbrennung von Kohlebriketts ausgelegt sind, sorgen für eine effiziente Verbrennung und Wärmeverteilung. Einige ältere Zentralheizungen nutzen Kohlebriketts als Brennstoff, wobei die Wärme über Heizkörper im Haus verteilt wird. Auch Kohleherde, die zum Kochen und Heizen dienen, sowie freistehende, portable Heizgeräte werden mit Kohlebriketts betrieben und eignen sich zur Beheizung einzelner Räume.
Lange Brenndauer als Vorteil
Wärme wird oft über einen längeren Zeitraum benötigt, etwa über Nacht. Brennholz hat den Nachteil, nur begrenzte Zeit zu brennen, sodass das Nachlegen die Nachtruhe stört. Holz- und Kohlebriketts halten die Hitze länger vor und beugen einem zu schnellen Auskühlen vor. Der höhere Heizwert der Kohlebriketts gegenüber Presslingen aus Holz verstärkt diesen Effekt. In der Praxis bewährt sich die Kombination beider Brennstoffe: Dem Anheizen mit Holz folgt das Verlängern der Wärme durch das Nachlegen von Briketts.
Kohleverbrennung wird reglementiert

Auch wenn das Heizen mit Briketts in manchen Haushalten beliebt ist, sollte Kohle im normal beheizten Haushalt möglichst nicht eingesetzt werden. Kaminöfen, Kamine und andere Feuerstätten für Festbrennstoffe dienen der Zusatzversorgung und lassen sich in ausreichender Effizienz mit Holzprodukten beschicken. Die Heizwertdifferenz zwischen Braunkohle und Scheitholz ist im Privathaushalt gering. Neben der begrenzten Verfügbarkeit von Kohle ist vor allem die Emissionsentwicklung zu berücksichtigen, denn Braunkohle erzeugt deutlich wahrnehmbare Abgasgerüche, die in dicht besiedelten Gebieten schon zu Nachbarschaftskonflikten geführt haben.
Gesetzliche Grundlagen
Im Rahmen der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) gelten strenge Richtlinien für die Verfeuerung von Kohle. Nicht in jedem Festbrennstoffofen darf, auch wenn es technisch möglich wäre, Braunkohle verfeuert werden, denn die Anlage und das Modell müssen ausdrücklich dafür zugelassen sein. Branchenverbände stellen online Datenbanken bereit, in denen genehmigte Ofenhersteller und Modelle aufgelistet sind. Wer dauerhaft mit Kohle heizt, muss zudem die Emissionsgrenzwerte einhalten, was den Betrieb älterer Öfen zunehmend einschränkt.
Marktangebot und Preise

Kohlebriketts lassen sich auf verschiedenen Wegen erwerben. Zahlreiche Anbieter führen sie in ihren Online-Shops mit Lieferung nach Hause, und große Baumarktketten führen Kohlebriketts sowohl vor Ort als auch online. Über Kleinanzeigen und lokale Brennstoffhändler lassen sich teils günstigere Angebote oder größere Mengen finden. Der Preis für ein 25-Kilogramm-Bündel liegt grob zwischen 12,50 und 15 Euro. Besonders in Regionen mit ortsnahem Kohleaufkommen ist das Angebot gut, in Deutschland etwa in Teilen von Sachsen und Bayern. Wer Briketts online bestellt, sollte sich über die Qualität informieren, wobei der Schornsteinfeger helfen kann.
Fazit
Zusammengefasst sind Kohlebriketts ein Brennstoff mit hoher Wärmeausbeute und langer Brenndauer, der sich vor allem in Kombination mit Holz für lange Heizphasen eignet. Ökonomisch können sie in bestimmten Situationen mithalten, in der Emissionsbilanz sind sie jedoch ein Auslaufmodell, da bei der Verbrennung viel CO2 und Feinstaub entstehen. Das Heizen mit Kohle ist durch die Immissionsschutzvorschriften streng geregelt, und Feuerungsanlagen müssen zugelassen sein. Wer heute über die Wärmeversorgung nachdenkt, ist mit erneuerbaren Alternativen oder zumindest mit Holzbrennstoffen langfristig besser beraten, während Kohlebriketts allenfalls als Übergangslösung eine Rolle spielen.
Wer dennoch mit Kohlebriketts heizt, sollte auf die richtige Lagerung achten, denn Briketts nehmen Feuchtigkeit auf, was ihren Heizwert mindert und die Verbrennung verschlechtert. Ein trockener, gut belüfteter Lagerraum ist daher wichtig. Auch die richtige Bedienung des Ofens trägt zu einer möglichst vollständigen Verbrennung bei: Ausreichend Verbrennungsluft und das Kombinieren mit trockenem Holz verringern Ruß und Emissionen. Angesichts der zunehmend strengen Vorschriften und der Klimaziele ist es jedoch ratsam, langfristig auf emissionsärmere und erneuerbare Heizlösungen umzusteigen.
