Schornsteinfeger: Pflichten, Kosten & Intervalle

schornsteinfeger auf dem dach bei der arbeit
Für jedes Heizsystem, das Abgase entwickelt, ist eine sogenannte Feuerstättenschau gesetzlich verpflichtend. Dazu kommen Abnahme- und Messaufgaben, um die Betriebssicherheit und Erfüllung gesetzlicher Vorschriften zu garantieren. Welche Vorschriften Heizungsbesitzer erfüllen müssen, haben wir folgend zusammengefasst. Nach der Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist der Umfang der Tätigkeiten, die ein Schornsteinfeger
für die Heizung leisten muss, angewachsen. Seit 2013 darf der Schornsteinfeger für Routinearbeiten in der EU frei gewählt werden. Voraussetzung ist allerdings die Registrierung im Schornsteinfegerregister des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

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Die Symbolkraft des Schornsteinfegers als Glücksbringer ist auf seine historische Berufstugend zurückzuführen. Neben der Abwehr von Brand und Rauch sorgt er ursprünglich auch für warmen Wohnraum und Kochgelegenheit in geschlossenen Räumen.

Wie oft muss der Schornsteinfeger kommen?

In regelmäßigen Abständen steht eine Prüfung der Heizungsanlage durch den Schornsteinfeger an. Die Zeitintervalle der Prüfung sind dabei abhängig von der eingesetzten Heizungsart. Die nachstehende Tabelle zeigt, wann und wie oft Ihr Kessel in Ihrem Heizungskeller durch einen Schornsteinfeger zu messen, prüfen und kehren ist.

Heizungsart

Kehren und Prüfung

Messen bei Kesseln älter als 12 Jahre

Messen bei Kesseln jünger als 12 Jahre

Kosten ca.

Ölheizung Jährlich Alle zwei Jahre Alle drei Jahre 50 €
Ölbrennwertheizung Jährlich Alle zwei Jahre Alle drei Jahre 40 €
Gasheizung Jährlich Alle zwei Jahre Alle drei Jahre 50 €
Gasbrennwertheizung Jährlich Nie Nie 40 €
Festbrennstoffkessel Dreimal jährlich Ca. alle 3 Jahre Ca. alle 3 Jahre 70 €

Sie stehen in der Pflicht, den Termin Ihres Schornsteinfegers einzuhalten. Sie werden darüber rechtzeitig auf dem Postweg in Kenntnis gesetzt. Bezüglich der Terminvereinbarung müssen Sie hier also nicht aktiv werden, sondern werden etwa zwei Wochen vorher durch die zuständige Behörde informiert.

Gesetze und Vorschriften für Schornsteinfeger im Hinblick auf Heizungen

Als Grundlage und Schornsteinfegergesetz regelt die seit 2013 gültige Verordnung über die Kehrung und Überprüfung von Anlagen (KÜO) die Tätigkeiten und Zuständigkeiten. In ihr wird die Schornsteinfeger Pflicht im Detail geregelt und sogenannte hoheitliche Aufgaben definiert. Diese Arbeiten dürfen nur vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger, heute auch als Bezirksbevollmächtigter bezeichnet, ausgeführt werden. Dazu gehören:

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  • Führen eines Kehrbuchs und einzutragende Bestätigungen über korrekte Heizungswartungs– und Instandhaltungsarbeiten des Abgassystems.
  • Anlagenprüfung auf Betriebs- und Brandsicherheit und die Ausstellung des Feuerstättenbescheids.
  • Mängelmeldung an die jeweils zuständigen kommunalen Behörden.
  • Schriftliche Bauabnahmebescheinigungen entsprechend landesbaurechtlicher Vorgaben.

Als allgemeine Aufgaben werden das Reinigen und Kehren von Schornsteinschloten, Räucheranlagen, Brennstoff- und Luftleitungen aller Art und das Überprüfen aller mit Heizgas betriebenen Geräte und Versorgungsleitungen definiert. Dazu kommen Immissionsmessungen für alle Arten von Brennstoffheizungen.

Zusätzlich zur Prüfung der Abgaswerte durch den Schornsteinfeger macht es Sinn einen Wartungsvertrag mit einem Heizungsinstallateur abzuschließen. Während ein Schornsteinfeger hauptsächlich das Abgassystem prüft, nimmt ein Heizungsbauer eine umfassende Prüfung und Reinigung der gesamten Anlage vor und erhöht so die Lebensdauer.

Abgassysteme, Brenneranlagen und Verpflichtungen

Der Schornsteinfeger für die Heizungsanlage ist im Prinzip für alle Einrichtungen und Installationen in Gebäuden zuständig, die mit Verbrennung und den daraus entstehenden technischen Spezifikationen zu tun haben. Neben klassischen Zentralheizungen mit Öl-, Gas- oder Feststofffeuerung gehören auch Zimmerkamine und Gasdurchlauferhitzer. Für Heizungen mit Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke und Gebläseheizungen können Zuständigkeiten entstehen, müssen aber nicht.

Im Zweifel sind Einzelfallprüfungen erforderlich. Jedem Betreiber von Heizanlagen ist die Konsultation des Bezirksbevollmächtigten zu empfehlen. Anders als in anderen baurechtlichen Regelungen und Gesetzen wird die Genehmigungs- und Prüfpflicht als für die öffentliche Sicherheit bedeutsame Offizialaufgabe interpretiert.

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Bei Fristversäumnissen wird die zuständige regionale Behörde aktiv. Zu den relativ geringen normalen Schornsteinfegerkosten kommen dann Bußgelder und im Ernstfall erfolgt eine Betriebsstilllegung.

Vertragsarten und Kosten

Die Möglichkeit, einen Schornsteinfeger für viele Arbeiten frei wählen zu können, kann die Schornsteinfegerkosten für den Heizungsbetreiber senken. Die Wahlfreiheit beinhaltet allerdings auch eine gewachsene Verantwortlichkeit des Hauseigentümers.

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Während der monopolisierten Zeit kam der zuständige Schornsteinfeger „automatisch“ auf die Anlagenbetreiber zu. Nach der neuen Regelung muss auf das „wie oft“ selber geachtet werden.

Zu den hoheitlichen Aufgaben des Bezirksbevollmächtigten gehören die Fristsetzungen, die im Feuerstättenbescheid vermerkt sind. Die Intervalle sind von Brennstoffarten und Leistungsklassen abhängig.

Entsprechend der Zuständigkeiten und gesetzlichen Regelungen ist ein Basissatz an Schornsteinfegergebühren immer zu entrichten, wozu auch die Gebühren für diesen Bescheid gehören. Zwecks der Fristeneinhaltung und zuverlässigen Erledigung im bisher gewohnten Rahmen bieten Bevollmächtigte weiter ihre proaktiven Dienste an.

Förderfähigkeit und steuerliche Abzugsfähigkeit

Viele Jahre akzeptierten Finanzämter die Schornsteinfegergebühren nicht als steuerbegünstigte Handwerksleistungen. Ende 2014 entschied der Bundesfinanzhof, dass die im Schornsteinfegergesetz festgelegten Leistungen alle zu haushaltsnahen Dienstleistungen zählen. Steuerlich absetzen lassen sich Messungsarbeiten, Überprüfungen und Bescheinigungen nur, wenn Rechnungen vorgelegt werden und die Zahlungen bargeldlos erfolgen.

Die steuerliche Deklarierung wird auch an Mieter durchgereicht, die auf dem Umlagenweg an den Kosten beteiligt werden. Abgesehen von der steuerlichen Abzugsfähigkeit stellen Bezirksbevollmächtigte auch fest, ob die benötigten technischen Anforderungen bei Heizungsmodernisierungen oder Neuinstallationen durch BAFA, KfW oder regionale Förderprogramme unterstützt werden.