Heizung selber einbauen: Risiken & wann es sich lohnt?

heizung selber bauen
Private Hauseigentümer oder Bauherren planen oft, mit viel Eigenleistung die Bau- oder Sanierungskosten niedrig zu halten. Wer seine Heizung selbst einbauen möchte, der sollte über theoretisches und praktisches Expertenwissen verfügen. Fehler beim Einbau der Anlage können erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen, die im schlimmsten Fall lebensgefährlich enden. So muss eine Heizungsanlage komplexen Kriterien genügen:
  • Die Heizwasserzirkulation muss genug Druck aufbauen
  • Alle Leitungen, Rohre und Installationsteile müssen dicht sein und bleiben
  • Das Heizsystem muss passend dimensioniert werden
  • Heizkessel, Brenner oder Wärmepumpenheizungen müssen sicher angeschlossen werden
  • Eine Abgasanlage muss dicht und nachweislich funktional montiert werden
  • Wärmeausgabegeräte müssen fachgerecht in den Zirkulationskreislauf integriert werden
  • Sicherheitseinrichtungen wie Überdruckventile, Revisionsöffnungen und Ausdehnungsgefäß müssen richtig platziert und in Funktion gesetzt werden
  • Das schwächste Glied der Heizungsanlage bestimmt die Sicherheit und Zuverlässigkeit

Sperrige und schwere Bauteile

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Wer die Heizung selber einbauen möchte, sollte über ein fortgeschrittenes Wissen in Installationstechnik und über physikalische Gesetze besitzen.
Während Sie bei der Montage eines Festbrennstoffkessels oder einer Wärmepumpe verhältnismäßig überschaubaren technischen Ansprüchen gerecht werden müssen, kommen beim Selber Einbauen einer Gasheizung oder einer Solaranlage spezielle Risikofaktoren hinzu. Die Speichereinheiten für den Solarstrom müssen explosionssicher gehalten werden und das leicht entzündliche und explosive Gas muss sicher und bauvorschriftsseitig angeschlossen werden.

Grundsätzlich gilt: Wer seine Heizungs selbst einbauen möchte, sollte über umfangreiches praktisches und theoretisches Wissen im Bereich Heizung verfügen. Fehler beim Einbau der Heizungsanlage ziehen nicht nur erhebliche finanzielle Konsequenzen nach sich, sondern können im schlimmsten Fall lebensgefährlich enden. Das Risiko, welches man durch eine Heizungsanlage der Marke „Eigenbau“ eingeht, steht hier in keinem Verhältnis zu der möglichen Kostenersparnis bei der selbst vorgenommenen Heizungsinstallation. Ohnehin arbeitet eine Anlage, die nicht von einen Profi eingestellt wurde, deutlich weniger effizient und sorgt somit langfristig für eine überhöhte Heizkostenabrechnung.

Zu beachten sind sowohl beim Einzelkauf als auch beim Heizungsbausatz, dass die Bauteile unhandlich und teilweise sehr schwer sind. Ein durchschnittlicher Kessel bringt hundert bis 300 Kilogramm auf die Waage.

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Rohre und Abgasleitungen sollten so lang wie möglich gewählt werden, da jede Unterbrechung und Verbindung eine potenzielle Schwachstelle des Wasser-, Öl- oder Gaszirkulationssystems darstellt.

Lebensgefahr ohne Kooperation mit Profi

Im Internet finden Sie eine Menge Tipps und Handlungsanweisungen für den Heizungseigenbau. Auch wenn die Anleitung als nachvollziehbar und leicht zu befolgen wirkt, sollten Sie unbedingt eine dritte Meinung einholen. Bei der leisesten Skepsis oder Zweifel an Umsetzbarkeit und Verständnis sollte vom Heizung selber einbauen Abstand genommen werden.

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Nicht nur das finanzielle Risiko, dass die Anlage nicht richtig funktioniert und von einem Fachmann nachmontiert werden muss, spielt hier eine erhebliche Rolle.

Durch den Einsatz von Flüssigkeiten, Hitze, Strom und Druck gearbeitet wird, sind Konstruktionsfehler lebensgefährlich.

Idealerweise finden Sie einen professionellen Heizungsinstallateur, der Ihnen teilweise Mitwirkung erlaubt. In diesem Fall können Sie die zu bezahlende Arbeitszeit mindern, indem Sie vom Profi genau beschriebene „Zubringerdienste“ übernehmen. Dazu gehören beispielsweise die Montage von Wärmeausgabegeräten und das Verlegen und Befestigen von Leitungen, ohne sie zu verbinden.

Einzelarbeiten möglich

Es gibt natürlich entsprechend Arbeitsumfang, Vorwissen und Erfahrung niedrigere und höhere Ansprüche an eine selber installierte Heizung. Nach einer gut ausgeführten, übersichtlichen und leicht verständlichen Anleitung lassen sich folgende Einzelarbeiten verhältnismäßig oft selber ausführen:

  • Aufhängen einer Gastherme beziehungsweise eines Durchlauferhitzers
  • Montage von Solarelementen auf dem Dach und an der Fassade
  • Aufstellen und Anschließen von Brennstofflagern wie Öltanks oder Container
  • Wanddurchbrüche und Leitungskanäle oder Schlitze
  • Setzen und Anschließen einer Wärmepumpe
  • Löcher bohren und Erde ausheben zum Verlegen von Erdsonden oder Erdwärmekollektoren

Bei komplexeren und risikobehafteten Heizungsarten wie einem BHKW ist ein Eigenbau keine Option. So ist hier der erforderliche Status zur behördlichen Abnahme für Laien nahezu nicht erreichbar.

Eine Heizungsanlage ist mehr als die Summe ihrer Einzelteile. Nur bei der optimalen Abstimmung der Anlage und Steuertechnik ist die Betriebssicherheit und erforderliche Funktion gewährleistet. Um die Abnahme für ein Blockheizkraftwerk Eigenbau zu erreichen, sollten Sie ein mit einem Meister, ausgebildeten Techniker oder Ingenieur vergleichbaren Wissensstand verfügen.