
Früher hatte die Abgasmessung an Heizungen vor allem eine umweltpolitische Bedeutung: Die bei der Verbrennung entstehenden Emissionen durften bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten. Mit der Einführung der Brennwerttechnik wurde die Kennzahl zum Abgasverlust zusätzlich zum Effizienzzeugnis. Es gilt die Faustregel: Je geringer der Abgasverlust, desto höher die Effizienz der Heizung. Eine geringe Abgasemission schont also nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Wir erklären Grenzwerte, Kosten und Hintergründe der Abgasmessung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Abgasmessung erfasst den Abgasverlust und ist ein Maß für Effizienz und Umweltverträglichkeit der Heizung.
- Die Grenzwerte sind in der 1. BImSchV geregelt und liegen je nach Leistung zwischen 9 und 11 Prozent.
- Die Kosten liegen je nach Heizungsart bei etwa 40 bis 70 Euro.
- Häufige Ursachen für zu hohe Werte sind veraltete Anlagen, verschmutzte Wärmetauscher und falsch eingestellte Brenner.
Grenzwerte laut BImSchV
Die Grenzwerte für Kleinfeuerungsanlagen sind in der 1. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV) festgelegt. Als Kleinfeuerungsanlagen gelten unter anderem Ölheizungen und Gasheizungen im üblichen privaten Leistungsbereich. Die Grenzwerte hängen von der Nennwärmeleistung ab:
Nennwärmeleistung |
Grenzwert für Abgasverlust |
| 4 bis 25 kW | 11 Prozent |
| 25 bis 50 kW | 10 Prozent |
| über 50 kW | 9 Prozent |
Bei der Messung werden die Zusammensetzung der Abgase und mehrere Temperaturkomponenten erfasst, aus denen sich nach der Siegertschen Formel der Abgasverlust ergibt. Ausgenommen sind Einzelraumheizungen bis 11 kW sowie Anlagen, die ausschließlich der Brauchwasserbereitung dienen.
Häufige Fragen zur Abgasmessung
Wie oft muss gemessen werden?
Das hängt von Brennstoff und Technik ab. Bei einem Festbrennstoffkessel erfolgt die Messung etwa alle drei Jahre, bei einer Öl-Brennwertheizung alle zwei Jahre. Eine Übersicht der Intervalle finden Sie in unserem Ratgeber zum Schornsteinfeger.
Was kostet eine Abgasmessung?
Die Kosten variieren je nach Heizungsart:
Heizungsart |
Kosten |
| Gasheizung | 50 Euro |
| Ölheizung | 50 Euro |
| Gasbrennwertheizung | 40 Euro |
| Ölbrennwertheizung | 40 Euro |
| Festbrennstoffkessel | 70 Euro |
Was sind die Ursachen für zu hohe Werte?
Eine häufige Ursache sind veraltete Heizungsanlagen, denn ein großer Teil der Bestandsheizungen in Deutschland ist technisch längst überholt. Hier lohnt sich oft die Umrüstung auf einen modernen Brennwertkessel. Weitere Gründe sind verschmutzte Wärmetauscher und ein falsch eingestellter Öl- oder Gasbrenner. Eine regelmäßige Heizungswartung beugt dem vor.
Zwei Parameter entscheiden über die Werte
Ausschlaggebend für den Abgasverlust sind vor allem die Abgastemperatur und der Sauerstoffgehalt. Je mehr Wärme dem Heizkessel entzogen wird, desto niedriger ist die verbleibende Abgastemperatur und desto geringer der Verlust. Zu beachten ist dabei die Verträglichkeit mit der Abgasanlage, die bei sehr niedrigen Temperaturen versotten kann. Der zweite Faktor ist der Sauerstoff: Die Luftzufuhr muss so geregelt sein, dass gerade genug Sauerstoff für die Verbrennung vorhanden ist. Während dies bei Gas- und Ölheizungen präzise gelingt, ist die Luftzuführung bei Feststoffbrennern wie Holzheizungen ungenauer, was die Abgaswerte verschlechtern kann.
Einstellung korrigieren oder Anlage tauschen
Überschreitet das Ergebnis die zulässigen Werte, sind mehrere Maßnahmen möglich: die Korrektur der Luftzufuhr und der Verteilung, bei anhaltendem Problem der Austausch des Brenners und gegebenenfalls die Nachrüstung des Abgassystems. Als gesetzliche Frist für Korrektur oder Kesselaustausch sind sechs Wochen vorgesehen, nach denen der Schornsteinfeger eine Nachmessung vornimmt.
Ablauf einer Abgasmessung
Bei der Abgasmessung führt der Schornsteinfeger eine Sonde in das Abgasrohr ein, während die Heizung im Betrieb ist. Ein elektronisches Messgerät erfasst die Abgastemperatur, die Temperatur der Verbrennungsluft sowie die Volumenanteile von Kohlenstoffdioxid und Sauerstoff. Aus diesen Werten berechnet das Gerät nach der Siegertschen Formel den Abgasverlust. Benötigt werden dafür vier gemessene Werte sowie zwei brennstoffabhängige Konstanten, die für Erdgas, Flüssiggas oder Heizöl unterschiedlich sind. Der gesamte Vorgang dauert nur wenige Minuten, liefert aber ein aussagekräftiges Bild über die Effizienz und die Sauberkeit der Verbrennung.
Abgasverlust senken
Wer den Abgasverlust niedrig halten möchte, sollte vor allem auf eine regelmäßige Wartung achten. Ein sauberer Wärmetauscher überträgt die Wärme besser an das Heizwasser, sodass die Abgastemperatur sinkt. Ebenso wichtig ist die korrekte Einstellung des Brenners, damit die Luftmenge optimal zur Brennstoffmenge passt. Bei sehr alten Anlagen führt oft nur der Umstieg auf einen modernen Brennwertkessel zu deutlich besseren Werten, da die Brennwerttechnik die im Abgas enthaltene Wärme zusätzlich nutzt. So verbinden sich niedrige Abgasverluste mit geringeren Heizkosten und weniger Emissionen.
Fazit
Die Abgasmessung ist ein wichtiges Instrument, um Sicherheit, Umweltverträglichkeit und Effizienz einer Heizung zu überwachen. Die Grenzwerte der 1. BImSchV geben klar vor, welche Abgasverluste zulässig sind, und die regelmäßige Messung durch den Schornsteinfeger stellt deren Einhaltung sicher. Wer seine Anlage regelmäßig warten lässt und den Brenner korrekt einstellt, hält die Abgaswerte niedrig und spart zugleich Brennstoff. Zu hohe Werte sind oft ein Hinweis darauf, dass sich eine Modernisierung der Heizung lohnt.
Für Eigentümer ist die Abgasmessung damit mehr als eine gesetzliche Pflicht: Sie liefert einen jährlichen Hinweis auf den Zustand der Heizung. Steigen die Abgasverluste über die Jahre spürbar an, ist das ein deutliches Signal, die Wartung zu intensivieren oder über eine Modernisierung nachzudenken. So lässt sich unnötiger Brennstoffverbrauch frühzeitig erkennen und vermeiden.
