Heizungsbausatz: Heizungsarten, Risiken und Vorteile

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Wer einen Heizungsbausatz kauft, kann die Gesamtkosten durch Eigenleistungen minimieren. Beauftragen Sie dagegen einen Handwerker, kommen zu den Kosten für den Heizungsbausatz die Arbeitskosten hinzu. Rechnen Sie mit mindestens mehreren Hundert Euro. Allerdings sollten Sie bedenken, dass es sich bei Heizungen um ein komplexes System handelt.
Fehler bei der Installation können zur Funktionsunfähigkeit und weitaus schlimmer, sogar zu Bränden führen. Laien ist deshalb dringend von einem Eigenbau abzuraten. Einzelne Bestandteile wie eine Kaminverkleidung hingegen lassen sich mit handwerklichen Geschick durchaus selbst montieren.

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Rechtliche Vorschriften

Für die Inbetriebnahme eines Heizungssystems ist die Abnahme durch einen befugten Meister erforderlich. Dieser besitzt eine Konzession bei den Stadtwerken, die es ihm erlaubt, Öl- und Gasanschlüsse zu prüfen und freizugeben. Auch bei dem Abgassystem ist die Abnahme durch einen Schornsteinfeger gesetzlich vorgeschrieben. Also selbst dann wenn Sie Ihre Heizung selbst einbauen, ist immer die finale Abnahme durch eine Fachkraft erforderlich.

Um welches Heizungssystem handelt es sich?

Eine Selbstbauheizung bieten die Hersteller für verschiedene Heizungssysteme. Beliebt ist diese Variante insbesondere im Bereich der Kaminöfen. Sie enthalten je nach Heizungsart verschiedene Bestandteile. Bei einem Kaminofen setzt sich ein Heizungsbausatz meist aus folgenden Elementen zusammen:

  • Feuerkessel
  • Verkleidung
  • Abgasrohr
  • Anleitung zur Eigenmontage

Bei einem wasserführenden Kaminofen kommen weitere Utensilien wie Rohre für das Wasser und Sicherheitsventile hinzu.

Einbau eines Holzofens

Der Umfang der notwendigen Arbeiten unterscheidet sich stark, das lässt sich am Beispiel von Kaminöfen aufzeigen. So gibt es freistehende Kaminöfen ohne Verkleidung. Diese Modelle müssen Sie nur in der Nähe des Kamins aufstellen und mittels Rohr mit ihm verbinden. Zuvor sollten Sie sich über die Sicherheitsbestimmungen informieren. Sie müssen beispielsweise Mindestabstände zu den Wänden einhalten. Bei einem Kachelofen müssen Sie vielfältigere Aufgaben erfüllen. So benötigt dieser ein Mauerwerk, der Feuerkessel befindet sich anschließend innerhalb dieser Einmauerung. Zudem müssen Sie das Mauerwerk außen verkleiden und ein Rohr vom Inneren zum Kamin verlegen.

Praktisches und technisches Wissen erforderlich

Jeder Heizungsbausatz setzt gewisse Grundkenntnisse voraus. Bestenfalls befassen Sie sich zuvor mit der jeweiligen Heizungsart und überlegen, ob Sie die Arbeiten problemlos stemmen können. Sie können zum Beispiel beim gewählten Hersteller eine Anleitung besorgen, viele bieten diese im Internet zum Download an. So können Sie detailliert die einzelnen Arbeitsschritte nachvollziehen.

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Niedrige Kosten für einen Heizungsbausatz

Entscheiden Sie sich für einen Bausatz, sparen Sie zweifach. Vor allem bei Holzöfen liegen die Preise eines Bausatzes für die Heizung unter den Kosten, die Sie für einen individuell angefertigten Ofen bezahlen. Das erklärt sich leicht: Bausätze stellen die Produzenten in großer Stückzahl her, das senkt die Kosten pro Einzelstück. Zweitens vermeiden Sie die Kosten für einen Handwerker. Mauert ein Ofenbauer zum Beispiel einen Kaminofen, kann das einen kompletten Arbeitstag dauern. Entsprechend viel Geld verlangt er für den Auftrag.

Jedoch sollten Sie sich bei einem Heizungsbausatz nicht nur auf die geringeren Investitionskosten beziehen. Dem entgegen sprechen auch schwerwiegende Nachteile – Vor allem wenn Sie keine handwerkliche Erfahrung haben.

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Finanzieller Verlust und reduzierte Sicherheit

Bei einer Selbstbauheizung besteht die Gefahr, dass Sie diese nicht richtig montieren. Das kann einen finanziellen Schaden bedeuten, denn eventuell beschädigen Sie Einzelteile und müssen diese austauschen. Verschwendete Zeit kann ebenfalls zur Folge sein. Mauern Sie einen Kachelofen unpräzise, müssen Sie das Mauerwerk abreißen und neu mauern.

Hinsichtlich der Sicherheit droht bei einem Heizungsbausatz keine besonders große Gefahr. Der Schornsteinfeger nimmt Ihre neue Heizung jedoch ab, eine falsche Installation würde er bei dieser Gelegenheit entdecken. Bei Heizungen wie einem Kaminofen halten sich auch die unmittelbaren Gefahren in Grenzen. Haben Sie den Abzug jedoch nicht richtig angeschlossen, kann es zu Bränden kommen. Von Gasheizungen sollten Sie in jedem Fall die Finger lassen, hier empfiehlt sich aufgrund hoher Explosionsgefahr die Montage durch einen Profi.