Abgasverlust der Heizung erkennen und berechnen

Der effiziente Betrieb der Heizungsanlage ist eine wichtige Aufgabe für Hausbesitzer und Heizungsmonteure. Denn Ersterer übt Einfluss auf die Verbrauchskosten und Langlebigkeit der Anlage aus. Wir erklären, welche Bedeutung die Reduktion der Abgasverluste dabei einnimmt und mit welchen Tricks Ihnen dieses gelingt.

Abgasverlust: Die Definition des Begriffs

abgasverlust rauchender schornstein
Ein Teil der Verbrennungsenergie der Heizung entweicht ungenutzt über den Schornstein, wodurch die Energiekosten ansteigen. Bei in die Jahre gekommenen Heizungen ist dieser Effekt besonders groß. Spätestens dann sollte ein Gespräch mit dem Heizungsmonteur erfolgen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Abhilfe schafft beispielsweise der Einbau eines modernen Brennwertkessels. Denn Brennwertanlagen arbeiten nach dem Prinzip
der Brennwerttechnik. Sie ermöglicht, dass sich ein Teil der über den Schornstein entweichenden Abgase zusätzlich in Heizenergie umwandeln lässt. Daher fällt der Abgasverlust bei einer modernen Heizung im Vergleich zu einer über 20 Jahren alten Anlage grundsätzlich immer geringer aus. Die Heizung arbeitet effizient, sodass Heizungsbesitzer die erforderlichen Grenzwerte erfüllen. Der Abgasverlust der Ölheizung beziehungsweise der Gasheizung ist ein wichtiger Kennwert der Anlage, da er Rückschlüsse auf die Energieeffizienz ermöglicht.

Generell gilt: Je niedriger die Abgasverluste sind, desto weniger Brennstoff verbraucht die Heizung.

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Die folgende Definition hilft bei der Ermittlung:

Abgasverlust der Heizung (qA) = Wärmeverlust durch das Rauchgas beziehungsweise Abgas / Heiznennwärmeleistung

abgasverlust infografik mit grenzwerten

Welche Werte sind für die Verluste üblich?

Der Abgasverlust beim Brennwertkessel ist sehr niedrig, er kann etwa 2 bis 3 Prozent betragen. Im Vergleich hierzu erzeugen konventionelle Öl- und Gasheizungen Abgasverluste zwischen 5 und 10 Prozent. Entscheidende Einflussgrößen sind neben der Konstruktionsform der Anlage wie bereits erwähnt das Alter des Systems und dessen Zustand.

Die Grenzwerte für die Abgasverluste kennen

In der BImSchV sind für kleine und mittlere Feuerungsanlagen die Grenzwerte für die Abgasverluste definiert. Das Ziel der Festlegung der Grenzwerte ist der Schutz der Umwelt. Die angegebenen Maximalwerte sind im Zusammenhang mit der Nennwärmeleistung des Kessels gültig.

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Im Folgenden sind die entsprechenden Grenzwerte aufgeführt:

  • Liegt die Leistung der Heizung zwischen 4 und 25 kW, ist ein maximaler Abgasverlust von 11 Prozent erlaubt.
  • Beträgt die Heizungsleistung 25 bis 50 kW, darf der zulässige Wert 10 Prozent nicht übersteigen.
  • Maximal 9 Prozent Abgasverlust sind bei einer Leistung von mehr als 50 kW gestattet.

Was passiert, wenn der Abgasverlust der Heizung zu groß ist?

1. Der Schornsteinfeger beanstandet die Überschreitung der Grenzwerte. Dabei erfolgt noch keine Stilllegung der Heizung.

2. Sie kontaktieren den Heizungsbauer, der die Heizungsanlage und die Einstellungen des Systems überprüft. Hierbei ist auch eine Heizungswartung zu empfehlen.

3. Sind die bisher vorgenommenen Maßnahmen nicht erfolgreich, tauscht der Fachbetrieb den Heizkessel und den Brenner aus. Der Heizungsmonteur modernisiert die Anlage. Gerne hilft Ihnen unser Kundendienst beim Kauf der neuen Heizung und unsere Kesselheld Monteure kümmern sich um den Einbau der Anlage bei Ihnen vor Ort.

4. Innerhalb von 6 Wochen erfolgt die Nachmessung durch den Schornsteinfeger.

5. Besteht die Heizungsanlage die Nachprüfung, ist der Vorgang beendet. Hält der Wärmeerzeuger die Grenzwerte nicht ein, erfolgt eine Information durch den Schornsteinfeger an das Umweltschutzamt. Die Behörde schreibt den Eigentümer der Heizungsanlage im Anschluss an und bittet um eine Stellungnahme zum vorliegenden Fall.

Abgasverlust zu hoch? – Wie lässt er sich senken?

Zunächst ist es empfehlenswert, die Funktionstüchtigkeit der Anlage durch den Heizungsmonteur zu überprüfen. Eventuell sind Bauteile defekt oder verschlissen und lassen sich austauschen. Die regelmäßige Wartung der Heizungsanlage reduziert das Risiko von größeren, unentdeckten Beschädigungen.

Ein wichtiger Bestandteil der Wartung ist die Kesselreinigung. Denn ein verdreckter Kessel erniedrigt die Effizienz der Heizung. Ebenfalls wichtig ist die korrekte Einstellung der Heizung. Beispielsweise können schon kleine Veränderungen am Gasdruck zu Verbesserungen in Bezug auf die Abgasverluste führen.

Den Abgasverlust berechnen

Der Schornsteinfeger beziehungsweise dessen technische Geräte können wie folgt den Abgasverlust berechnen:

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Siegert’sche Formel

O2:
qA = (oA – oL) * (A2 / 21 – O2 + B)

CO2:
qA = (oA – ?L) * (A1 / CO2 + B)

*mit
qA = Abgasverluste in Prozent
oA Abgastemperatur in Grad Celsius
oL Zulufttemperatur/Verbrennungslufttemperatur (°C)
CO2 Kohlendioxid-Gehalt des Abgases in Prozent
bzw. O2 Sauerstoff-Gehalt des Abgases in Prozent