Der effiziente Betrieb der Heizungsanlage beeinflusst Verbrauchskosten und Langlebigkeit unmittelbar. Ein wichtiger Kennwert ist dabei der Abgasverlust. Dieser Beitrag erklärt, was er bedeutet, welche Grenzwerte gelten, wie er berechnet wird und wie sich zu hohe Abgasverluste senken lassen.
Abgasverlust: die Definition
Ein Teil der Verbrennungsenergie entweicht ungenutzt über den Schornstein und treibt so die Energiekosten in die Höhe. Bei älteren Heizungen ist dieser Effekt besonders groß. Spätestens dann sollte ein Gespräch mit dem Heizungsmonteur über das weitere Vorgehen erfolgen. Abhilfe schafft etwa der Einbau eines modernen Brennwertkessels. Anlagen mit Brennwerttechnik nutzen einen Teil der sonst verlorenen Abgaswärme zusätzlich, sodass der Abgasverlust einer modernen Heizung deutlich geringer ausfällt als bei einer über 20 Jahre alten Anlage. Der Abgasverlust einer Öl- oder Gasheizung erlaubt damit Rückschlüsse auf die Energieeffizienz: Je niedriger er ist, desto weniger Brennstoff verbraucht die Heizung.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Abgasverlust gibt an, wie viel Wärme ungenutzt über den Schornstein verloren geht, angegeben in Prozent.
- Brennwertkessel erreichen sehr niedrige Werte von etwa 2 bis 3 Prozent, konventionelle Kessel liegen bei 5 bis 10 Prozent.
- Die 1. BImSchV legt je nach Leistung Grenzwerte von 9 bis 11 Prozent fest.
- Überschreitet der Wert die Grenze, beanstandet der Schornsteinfeger dies und setzt eine Frist zur Nachbesserung.
- Senken lässt sich der Abgasverlust durch Wartung, Kesselreinigung und korrekte Einstellung, im Zweifel durch Modernisierung.
Rechnerisch ergibt sich der Abgasverlust qA aus dem Wärmeverlust durch das Rauchgas im Verhältnis zur Nennwärmeleistung des Kessels.

Übliche Werte
Der Abgasverlust eines Brennwertkessels ist mit etwa 2 bis 3 Prozent sehr niedrig. Konventionelle Öl- und Gasheizungen erreichen dagegen Werte zwischen 5 und 10 Prozent. Entscheidende Einflussgrößen sind neben der Bauart vor allem Alter und Zustand der Anlage.
Die Grenzwerte kennen
In der ersten Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) sind für kleine und mittlere Feuerungsanlagen Grenzwerte für den Abgasverlust festgelegt. Ziel ist der Schutz der Umwelt. Die Maximalwerte hängen von der Nennwärmeleistung ab:
- Leistung zwischen 4 und 25 kW: maximal 11 Prozent Abgasverlust
- Leistung zwischen 25 und 50 kW: maximal 10 Prozent
- Leistung über 50 kW: maximal 9 Prozent
Was passiert bei zu hohem Abgasverlust?
Überschreitet die Anlage die Grenzwerte, beanstandet der Schornsteinfeger dies zunächst, ohne die Heizung stillzulegen. Anschließend prüft ein Heizungsbauer die Anlage und die Einstellungen, häufig verbunden mit einer Heizungswartung. Bleiben diese Maßnahmen erfolglos, kommen der Austausch von Kessel und Brenner oder eine Modernisierung in Betracht. Innerhalb einer festgelegten Frist erfolgt eine Nachmessung. Besteht die Anlage diese, ist der Vorgang beendet. Werden die Grenzwerte weiterhin überschritten, informiert der Schornsteinfeger die zuständige Behörde, die den Eigentümer zur Stellungnahme auffordert.
Abgasverlust senken
Zunächst sollte der Heizungsmonteur die Funktion der Anlage prüfen. Oft sind Bauteile defekt oder verschlissen und lassen sich austauschen. Eine regelmäßige Wartung reduziert das Risiko größerer, unentdeckter Schäden. Ein wichtiger Bestandteil ist die Kesselreinigung, denn ein verschmutzter Kessel arbeitet ineffizient. Ebenso wichtig ist die korrekte Einstellung der Heizung: Schon kleine Anpassungen, etwa am Gasdruck, können den Abgasverlust verbessern.
Den Abgasverlust berechnen
Der Schornsteinfeger ermittelt den Abgasverlust mit einem Messgerät nach der Siegertschen Formel. Vereinfacht ergibt sich der Wert aus der Differenz zwischen Abgas- und Verbrennungslufttemperatur, multipliziert mit einem Faktor, der vom gemessenen CO2- oder Sauerstoffgehalt des Abgases abhängt. In die Rechnung fließen also ein:
- qA: Abgasverlust in Prozent
- die Abgastemperatur in Grad Celsius
- die Verbrennungslufttemperatur in Grad Celsius
- der CO2- beziehungsweise Sauerstoffgehalt des Abgases in Prozent
Für Hausbesitzer ist die genaue Formel weniger wichtig als das Ergebnis: Ein niedriger Abgasverlust bedeutet eine effiziente Verbrennung und geringe Heizkosten. Wer die Messwerte des Schornsteinfegers im Blick behält und die Anlage regelmäßig warten lässt, erkennt frühzeitig, wenn Handlungsbedarf besteht, und vermeidet unnötigen Brennstoffverbrauch.
Rolle des Schornsteinfegers
Die Messung des Abgasverlusts gehört zu den wiederkehrenden Aufgaben des Schornsteinfegers. Bei der regelmäßigen Feuerstättenschau prüft er neben anderen Werten auch den Abgasverlust und dokumentiert, ob die Grenzwerte eingehalten werden. Für Hausbesitzer ist dieser Termin eine gute Gelegenheit, den Zustand der Heizung im Blick zu behalten. Liegt der Wert nahe an der Grenze, ist das ein Warnsignal, dass die Anlage an Effizienz verliert und mittelfristig Handlungsbedarf besteht.
Ein steigender Abgasverlust über die Jahre hinweg deutet häufig auf Verschmutzung, Verschleiß oder eine nicht mehr optimale Einstellung hin. Wer die Messprotokolle aufbewahrt und vergleicht, erkennt solche Entwicklungen frühzeitig. So lässt sich rechtzeitig gegensteuern, bevor der Wert die zulässige Grenze überschreitet und eine kostspielige Nachbesserung nötig wird.
Wann sich eine Modernisierung lohnt
Bei sehr alten Anlagen mit dauerhaft hohem Abgasverlust ist der Austausch gegen einen modernen Brennwertkessel oder eine Wärmepumpe oft die wirtschaftlichste Lösung. Zwar entstehen dabei zunächst Investitionskosten, doch der deutlich niedrigere Abgasverlust und der bessere Wirkungsgrad senken die laufenden Kosten spürbar. Zudem lassen sich für effiziente Heizsysteme häufig Förderungen nutzen. Eine unabhängige Beratung hilft, abzuwägen, ob sich Reparatur und Optimierung oder ein kompletter Austausch mehr lohnen.
Wer den Abgasverlust im Blick behält, spart auf Dauer bares Geld: Jede Verbesserung senkt den Brennstoffverbrauch und damit die Heizkosten, während sie zugleich die Emissionen senkt und die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte sicherstellt.
