Eine Heizung zu mieten statt zu kaufen ist eine Alternative, wenn die Investitionssumme für eine neue Anlage vermieden werden soll. Diese Form wird auch als Wärmecontracting bezeichnet. Dieser Ratgeber erklärt den Ablauf, die Kosten, die Vertragsgestaltung sowie die Vor- und Nachteile.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beim Mieten einer Heizung, dem sogenannten Contracting, übernimmt ein Dienstleister Anschaffung, Installation, Wartung und Reparatur. Der Nutzer zahlt eine monatliche Miete.
  • Moderne Heizungen für ein Einfamilienhaus sind grob ab unter 90 Euro im Monat verfügbar. Die Vertragslaufzeiten liegen meist bei 10 bis 15 Jahren.
  • Das Betriebsrisiko liegt beim Anbieter; die Brennstoff- beziehungsweise Energiekosten trägt weiterhin der Nutzer.

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Warum eine Heizung mieten?

Eine neue Heizung kostet in der Regel mehrere tausend Euro, weshalb manche Eigentümer eine Heizungsmodernisierung aufschieben. Dabei lohnt sich der Austausch, denn veraltete Anlagen verbrauchen deutlich mehr Energie. Eine alte Ölheizung kann bis zu 30 Prozent mehr verbrauchen als eine moderne Brennwertanlage. Das Mieten bietet einen Weg, die Anlage ohne hohe Anfangsinvestition zu erneuern, da die Kosten über eine monatliche Miete verteilt werden. Für Eigentümer, die die Investitionssumme nicht auf einmal aufbringen möchten oder das Betriebsrisiko auslagern wollen, kann das eine sinnvolle Option sein.

Der Ablauf: Contracting erklärt

Der Begriff Contracting leitet sich vom englischen Wort für Vertrag ab. Dabei schließen der Nutzer und ein Contracting-Anbieter, meist ein Energiedienstleister, einen Vertrag. Der Anbieter übernimmt die Anschaffungs- und Installationskosten der Heizung sowie alle Unterhaltungskosten mit Ausnahme der Energiekosten. Tritt Verschleiß auf, weist ein Bauteil einen Defekt auf oder steht die Wartung an, entstehen dem Nutzer keine zusätzlichen Kosten. Das Betriebsrisiko liegt somit beim Anbieter. Der Nutzer zahlt im Gegenzug den vereinbarten monatlichen Mietbetrag. Um Einbau, Wartung und Reparaturen kümmert sich ein Fachbetrieb, dessen Kosten der Anbieter trägt.

Kosten und Laufzeiten

Die Mietpreise hängen vom Anbieter und vom gewählten Heizungssystem ab. Sparsame, moderne Heizungen für ein klassisches Einfamilienhaus sind grob bereits ab unter 90 Euro im Monat verfügbar, wobei in der Regel keine weiteren Kosten hinzukommen. Üblich sind Vertragslaufzeiten von 10 bis 15 Jahren. Am Ende der Laufzeit bestehen meist drei Optionen: Man schließt einen Vertrag für einen neuen Wärmeerzeuger ab, lässt die Anlage ausbauen oder übernimmt sie zum aktuellen Sachwert. Wichtig ist, vor Vertragsabschluss zu klären, was bei einem Verkauf des Hauses während der Laufzeit gilt. Eine Option ist die Übernahme zum Sachwert. Oft lässt sich der Vertrag auch auf den neuen Eigentümer übertragen, sofern dieser zustimmt.

Welche Heizungen lassen sich mieten?

Grundsätzlich stehen alle gängigen Heizungsarten zur Miete bereit. Neben Öl- und Gasheizungen mieten immer mehr Eigentümer eine alternative Heizung mit erneuerbaren Energien, etwa eine Holzheizung, eine Wärmepumpe oder eine Solarthermieanlage. Für die Energieversorgung ist der Nutzer selbst zuständig, weshalb es sich lohnt, den eigenen Energieverbrauch im Blick zu behalten, denn die Brennstoffkosten trägt weiterhin der Nutzer. Gerade in Haushalten mit hohem Verbrauch lohnen sich wegen der niedrigen Betriebskosten nachhaltige Systeme wie die Wärmepumpe, die Umweltwärme nutzt und außer dem Strom für den Antrieb kaum Betriebskosten verursacht. Zu beachten ist, dass für neu eingebaute Öl- und Gasheizungen mit Inkrafttreten des GModG ab 2029 die Bio-Treppe gilt, sodass reine fossile Heizungen zunehmend unattraktiv werden.

Mobile Heizung mieten

Neben der dauerhaften Heizung lässt sich auch eine mobile Heizung mieten, etwa für Veranstaltungen, selten genutzte Räume, den Rohbau oder gewerblichen Bedarf. Ebenso stehen Infrarotheizungen oder Hallenheizungen zur Miete bereit. Für den zeitlich begrenzten Wärmebedarf ist das Mieten oft die wirtschaftlichste Lösung, da keine Anschaffung nötig ist.

Für wen sich das Mieten eignet

Ob sich das Mieten einer Heizung lohnt, hängt von der individuellen Situation ab. Sinnvoll kann es für Eigentümer sein, die die hohe Anfangsinvestition nicht auf einmal aufbringen möchten oder können und stattdessen planbare monatliche Kosten bevorzugen. Auch wer sich nicht um Wartung, Reparaturen und das Betriebsrisiko kümmern möchte, findet im Contracting ein bequemes Rundum-Paket. Weniger attraktiv ist das Mieten für Eigentümer, die über ausreichend Eigenkapital verfügen und die staatliche Förderung für eine erneuerbare Heizung selbst in Anspruch nehmen können, denn beim Kauf lassen sich über die Bundesförderung erhebliche Zuschüsse sichern, die die Investition deutlich senken. In diesem Fall ist der Kauf über die gesamte Nutzungsdauer meist günstiger. Vor der Entscheidung sollten die monatlichen Mietkosten über die Laufzeit den Gesamtkosten eines geförderten Kaufs gegenübergestellt werden, um die wirtschaftlichere Variante zu ermitteln.

Vor- und Nachteile

Der Hauptvorteil des Mietens liegt im Rundum-Sorglos-Charakter: Der Nutzer entscheidet sich für eine Laufzeit und muss sich außer um die monatliche Miete und die Brennstoffkosten um nichts kümmern. Unvorhergesehene Kosten für Reparaturen oder Wartung entstehen nicht. Zudem erhält man eine Anlage auf dem aktuellen Stand der Technik und spart dadurch Energiekosten, und das Betriebsrisiko liegt beim Anbieter. Dem stehen als Nachteile gegenüber, dass die Gesamtkosten über die Laufzeit meist höher ausfallen als beim Kauf und dass man sich langfristig an einen Anbieter bindet. Ob sich das Mieten lohnt, hängt daher von der individuellen finanziellen Situation und den Konditionen ab. Ein Vergleich mit dem Kauf, gegebenenfalls unter Nutzung der staatlichen Förderung für erneuerbare Heizungen, ist vor der Entscheidung ratsam.