Energieverbrauch für Strom, Heizung & Warmwasser

Energieverbrauch in Kilowattstunden
In einem privaten Haushalt teilt sich der Energieverbrauch meist zwischen Wärmebedarf und Haushaltsstrom auf. Bei elektrisch betriebenen Wärmeversorgungsgeräten überlappen sich die Klassifizierungen. Um den Energieverbrauch zu berechnen, werden die Verbrauchswerte der Energieträger in der Ausgangsleistung Kilowattstunde erfasst und auf einen Quadratmeter umgelegt.

Das Umlegen schafft eine Vergleichbarkeit, die durch verbrauchte Raummaße von Brennstoffen wie Kubikmeter oder Liter noch nicht gegeben ist. Kraft und Wärme sind die Energieverbraucher, die im Haushalt zusammenwirken und eine Gesamtbilanz erzeugen.

Übersicht: Energieverbrauch in Deutschland

Der Energieverbrauch in deutschen Privathaushalten teilt sich wie folgt auf:

Icon
  • Heizwärme (etwa drei Viertel des Gesamtenergiebedarfs)
  • Warmwassererzeugung (10 bis 15 Prozent des Gesamtenergiebedarfs)
  • Haushalts- und Küchengeräte (etwa 10 Prozent des Gesamtenergiebedarfs)
  • Sonstiges wie Beleuchtung (niedrige einstellige Prozentwerte)

Die Anteile der Komponenten variieren abhängig von der Nutzungsart um bis zu 5 Prozent. So verringert sich der Verbrauch für Warmwasseraufwand, wenn die Heizung mit sowieso vorhandener Wärme arbeitet. Bei elektrisch betriebenen Wassererwärmern steigt der Anteil an Haushaltsgeräten wie Durchlauferhitzern bei gleichzeitigem Sinken des Warmwassererzeugungsanteils.

Stromverbrauch

Für Verbraucher lassen sich die Stromverbrauchswerte in der Maßeinheit Kilowattstunde am Stromzähler ablesen. Für die Haushalts- und Küchengeräte, Beleuchtung und Sonstiges ohne elektrische Warmwasserbereitung fallen folgende Durchschnittswerte in Deutschland an:

Haushaltsgröße

Energieverbrauch in Kilowattstunde

 1 Personen Haushalt etwa 2.300
2 Personen Haushalt etwa 3.000
4 Personen Haushalt 4.000

Der Stromverbrauch wächst nicht linear oder exponentiell, da mehrere Personen durch das Teilen von Ressourcen pro Kopf weniger verbrauchen. Durch Stromsparmaßnahmen lässt sich der Energieverbrauch, bezogen auf die Durchschnittswerte, in diesem Bereich bis 30 Prozent senken.

Icon

Warmwasserbereitung

Um den eigenen Energieverbrauch zu ermitteln, sind mehrere Berechnungswege entsprechend des jeweiligen Warmwasseraufbereitungsystems möglich. Wenn das Warmwasserbereitung elektrisch erfolgt, beispielsweise durch einen Durchlauferhitzer, „wandert“ der Energieverbrauchskennwert in den Gesamtstromverbrauchswert.

Liefert eine Zentralheizung Warmwasser, ist der Energieverbrauch nur indirekt zu ermitteln.

Aus der Menge und der Temperatur des entnommenen Warmwassers kann der dazu benötigte Heizleistungswert auf Liter oder Kubikmeter Öl oder Gas oder andere Energiequellen wie Feststoffbrenner, Wärmepumpen oder auf eine Solaranlage „zurückgeführt“ werden. Vereinfacht gesagt muss beim Berechnen die Verteilung der erzeugten Energie individuell „seziert“ werden, um einen anteiligen Verbrauchswert zu erhalten.

Heizwärme

Der größte Energieverbraucher im privaten Haushalt sind Heizungssysteme. Die Bezugsgröße zur Erfassung des Energieverbrauchs ist der Quadratmeter Wohnfläche. Gas wird in kWh oder Kubikmeter abgerechnet. Der Gesamtjahresverbrauch wird durch die Quadratmeterzahl geteilt, um den Quadratmeterpreis zu ermitteln.

Icon

Berechnungsinfo

Bei Öl gilt der gleiche Rechenweg, der allerdings von verbrauchten Litern zu Litern pro Quadratmeter führt. Um das Volumenmaß in kWh umzurechnen, ist der Heizwert pro Liter Heizöl zu multipilizieren. Normales Heizöl erzeugt aus einem Liter einen Heizwert von 9,8 kWh.

Um auf einen vergleichsfähigen Einheitsmaßstab in kWh zu kommen, sind die Heizwerte anderer Energieträger die Berechnungsgrundlage . Holz besitzt einen Heizwert von etwa vier kWh, Pellets von 4,8 kWh.

Energieverbrauch zweier Immobilien im Direktvergleich

 

Quelle: In Anlehnung an Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie

Zusammenführen und Vergleichen

Um beispielsweise den gesamten Verbrauch in einem 1-Personen Haushalt zu ermitteln, sind die beteiligten Komponenten auf Kilowattstunde (kWh) umzurechnen. Entscheidend ist, keine „Äpfel mit Birnen“ zu vergleichen. Die Kraft- und Wärmequellen werden je nach Beschaffenheit rechnerisch entweder von „vorne“ oder von „hinten“ aufgezäumt.

Verbrauchsmengen von Brennstoffen liegen dabei vorne. Der Wärmeverbrauch durch Heizkörper oder Zapfstellen liegt hingegen hinten. Um den Gesamtverbrauch, die kWh pro Quadratmeter einschätzen zu können, dienen statistische Erhebungen und die vorherigen Verbrauchswerte als Referenzwerte.