
Ein Durchlauferhitzer erwärmt Brauchwasser im Moment der Entnahme und arbeitet unabhängig von der Zentralheizung. Klassisch kommt er in Küche oder Bad zum Einsatz, wenn keine zentrale Warmwasserversorgung vorhanden ist. Dieser Ratgeber erklärt die Funktionsweise, den Unterschied zwischen elektrischen und gasbetriebenen Geräten, Vor- und Nachteile sowie die Kosten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Durchlauferhitzer erwärmt Wasser nur bei Bedarf und vermeidet so die Bereitschaftsverluste eines Speichers. Es gibt elektrische und gasbetriebene Modelle.
- Elektrische Geräte sind einfach zu installieren und brauchen keine Abgasführung. Gasgeräte sind aufwendiger zu installieren, im Betrieb aber oft günstiger, vor allem bei hohem Warmwasserbedarf.
- Kleingeräte gibt es ab rund 100 Euro, Geräte für Dusche oder Bad zwischen 150 und 200 Euro. Bei Gasgeräten kommen Kosten für Anschluss und Wartung hinzu.
So funktioniert ein Durchlauferhitzer
Beim Durchlauferhitzer ist der Name Programm: Er erhitzt das Wasser, während es durch das Gerät strömt. Wird an Waschbecken, Dusche oder Küche warmes Wasser benötigt und der Hahn geöffnet, fließt kaltes Wasser in das Gerät. Dort erwärmt es entweder ein Gasbrenner oder elektrische Heizstäbe, bevor es zur Zapfstelle gelangt.

Andere Wege der Warmwasserbereitung sind die Kombitherme, die zusätzlich Raumwärme liefert, oder eine Heizung mit Warmwasserspeicher, die eine Wassermenge vorrätig hält. Der Durchlauferhitzer ist demgegenüber oft effizient, weil er nur dann Energie verbraucht, wenn tatsächlich Wasser gezapft wird. Es entstehen keine Verluste durch das Aufheizen und Warmhalten eines Tanks, wie sie bei einem klassischen Speicher anfallen.
Gas- oder elektrischer Durchlauferhitzer?
Der Hauptunterschied liegt in der Energiequelle. Elektrische Durchlauferhitzer nutzen Heizelemente, sind einfach zu installieren und benötigen keine Abgasführung. Sie sind häufig als platzsparende Untertisch- oder Mini-Geräte für einzelne Zapfstellen erhältlich. Gas-Durchlauferhitzer sind meist größer und erwärmen das Wasser über eine Flamme mit Erd- oder Flüssiggas. Sie benötigen eine Abgasführung nach außen, was die Installation aufwendiger macht, sind im Betrieb aber oft günstiger und lohnen sich vor allem bei hohem Warmwasserbedarf.
Vorteile elektrischer Geräte
Ein elektrischer Durchlauferhitzer lässt sich flexibel und ohne besonderen Installationsaufwand montieren und ist hinsichtlich der Feuerung wartungsfrei. Durch optimierte Wärmeübertragung und intelligente Steuerung wird der eingesetzte Strom nahezu vollständig in Wärme umgesetzt. Zu bedenken ist allerdings, dass bei der Stromerzeugung im Kraftwerk Primärenergie verloren geht, sodass die Gesamtbilanz vom Strommix abhängt. Für einzelne Zapfstellen wie ein Waschbecken kommen kleine, wandmontierte Geräte mit rund 3,5 bis 6,5 Kilowatt zum Einsatz.
Anforderungen des Gasbetriebs
Für den Gasbetrieb ist ein geeigneter Gasanschluss nötig, alternativ die Versorgung über Flüssig- oder Flaschengas. Hinzu kommt ein jährlicher Reinigungs- und Wartungsaufwand: Die größeren Heizbauteile erzeugen mehr Nachwärme und damit stärkere Ablagerungen von Kalk und Kesselstein. Moderne Gasgeräte nutzen einen Großteil der eingesetzten Energie und arbeiten damit wirtschaftlich, sofern der Bedarf entsprechend hoch ist.
Vor- und Nachteile
Durchlauferhitzer bieten mehrere Vorteile, haben aber auch Grenzen:
- Energieeffizienz: Wasser wird nur bei Bedarf erwärmt, Bereitschaftsverluste entfallen.
- Warmwasser ohne Vorratsgrenze: Es fließt so lange warmes Wasser, wie gezapft wird. Es gibt kein begrenztes Speichervolumen.
- Platzsparend: Die Geräte sind kompakt und lassen sich auch in kleinen Räumen oder in der Dusche montieren.
- Hygiene: Da kein Wasser im Tank steht, ist das Risiko von Legionellen oder Ablagerungen gering.
Dem stehen einige Nachteile gegenüber: Die Anschaffungs- und Installationskosten können höher sein als bei einem einfachen Speicher. Bei elektrischen Geräten ist die gleichzeitig verfügbare Warmwassermenge begrenzt, sodass der Strahl bei sehr hohem Bedarf kühler werden kann. Gasgeräte erfordern eine Abgasführung und eine aufwendigere Installation, und leistungsstarke elektrische Geräte benötigen einen kräftigen Stromanschluss, der in älteren Gebäuden nachgerüstet werden muss.
Ausgewählte Hersteller und Modelle
Durchlauferhitzer für beide Energieträger werden von nahezu allen renommierten Heizungs- und Elektrogeräteherstellern angeboten. Eine große Auswahl über alle Leistungsklassen bieten etwa AEG oder Vaillant, deren Geräte in unabhängigen Tests regelmäßig gut abschneiden. Im elektrischen Bereich sind zudem Marken wie Clage, Siemens und Stiebel Eltron verbreitet. Unter den gasbetriebenen Geräten sind neben Junkers und Wolf weitere Anbieter am Markt vertreten. Typische Ausstattungsmerkmale sind mehrere einstellbare Temperaturstufen, eine digitale Steuerung und eine hohe Energieeffizienzklasse.
Für welchen Einsatz welcher Durchlauferhitzer?
Die Wahl des passenden Geräts richtet sich nach dem Bedarf an der jeweiligen Zapfstelle. Für ein einzelnes Handwaschbecken, etwa in einer Gästetoilette, genügt ein kleiner Untertisch-Durchlauferhitzer mit geringer Leistung, der sich unauffällig unter dem Becken montieren lässt. Für Küche oder Dusche, wo größere Wassermengen und höhere Temperaturen gefragt sind, ist ein leistungsstärkeres Gerät nötig, das häufig einen Starkstromanschluss benötigt. Sollen mehrere Zapfstellen gleichzeitig versorgt werden oder ist der Warmwasserbedarf insgesamt hoch, spielt der Gas-Durchlauferhitzer seine Stärken aus, weil Gas je Kilowattstunde günstiger ist als Strom. In einem Haushalt mit zentraler Heizung übernimmt dagegen meist die Heizung selbst die Warmwasserbereitung, sodass ein Durchlauferhitzer nur für abgelegene Zapfstellen sinnvoll ist. Wer unsicher ist, welche Leistung und welcher Energieträger passen, sollte den tatsächlichen Bedarf und die vorhandenen Anschlüsse mit einem Fachbetrieb klären, um weder ein zu schwaches noch ein überdimensioniertes Gerät zu wählen.
Kosten und Steuerungsarten
Die Anschaffungskosten hängen vor allem von der Leistung und der Regelung ab. Kleingeräte mit bis zu etwa fünf Kilowatt kosten ab knapp 100 Euro, während Geräte für die üblichen Zapfstellen wie Waschbecken, Spüle oder Dusche zwischen 150 und 200 Euro liegen. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Steuerung: Hydraulisch gesteuerte Geräte sind günstiger, halten die Temperatur aber weniger konstant und benötigen einen Mindestdurchfluss, was den Verbrauch erhöht. Elektronisch geregelte Geräte sind teurer, arbeiten dafür temperaturstabil und sparsamer. Vor der Kaufentscheidung lohnt es sich zu prüfen, ob sich der höhere Preis der elektronischen Regelung über die niedrigeren Verbrauchswerte amortisiert. Möchte man ein Gerät als Untertischmodell montieren, ist meist eine höhere Leistung nötig als bei einer Montage über der Zapfstelle. Beim Gasbetrieb kommen zusätzlich die Kosten für den fachgerechten Anschluss sowie für Reinigung, Wartung und die Kontrolle durch den Schornsteinfeger hinzu.
Einordnung 2026
Der Durchlauferhitzer ist eine praktische Lösung für die dezentrale Warmwasserbereitung, ersetzt aber keine erneuerbare Heizung. Weder ein elektrisches noch ein gasbetriebenes Gerät ist über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig, da diese nur erneuerbare Systeme bezuschusst. Bei den Betriebskosten macht sich beim Gasgerät der steigende CO2-Preis bemerkbar, während beim Elektrogerät der Strompreis entscheidend ist. Eigener Solarstrom kann diesen deutlich senken. Wer ohnehin eine neue zentrale Wärmeversorgung plant, sollte prüfen, ob sich die Warmwasserbereitung über eine Wärmepumpe oder eine Warmwasser-Wärmepumpe effizienter lösen lässt. Für einzelne, weit entfernte Zapfstellen bleibt der Durchlauferhitzer jedoch eine sinnvolle und platzsparende Wahl, weil er lange Leitungswege und die damit verbundenen Wärmeverluste vermeidet.
Häufige Fragen zum Durchlauferhitzer
Elektrisch oder mit Gas, was ist günstiger?
Im Betrieb der Gasdurchlauferhitzer, weil Gas je Kilowattstunde deutlich weniger kostet als Strom. Ein elektronischer Elektrodurchlauferhitzer ist dafür günstiger in der Anschaffung und braucht keinen Abgasanschluss. Wo warmes Wasser oft und viel gebraucht wird, rechnet sich Gas, für die selten genutzte Gästetoilette das Elektrogerät.
Wie viel Strom braucht ein elektrischer Durchlauferhitzer?
Sehr viel kurzzeitig: Ein Gerät leistet meist 18 bis 27 Kilowatt und braucht deshalb einen eigenen Starkstromanschluss. Über den Tag zählt aber nur die tatsächliche Nutzung. Bei 37 Cent je Kilowattstunde kostet eine Minute Warmwasser bei 21 Kilowatt rund 13 Cent, eine ausgiebige Dusche also schnell einen Euro.
Lohnt sich ein Durchlauferhitzer gegenüber einem Speicher?
Er spart die Bereitschaftsverluste, weil er nur bei Bedarf heizt, und liefert unbegrenzt warmes Wasser. Ein Speicher hält dagegen eine Menge vorrätig und kommt mit geringerer Anschlussleistung aus. Für einzelne, entfernte Zapfstellen ist der Durchlauferhitzer meist die bessere Wahl, für die zentrale Versorgung eher der Speicher.
Was ist bei elektronischen gegenüber hydraulischen Geräten besser?
Elektronische Durchlauferhitzer halten die Temperatur gradgenau, unabhängig von Durchfluss und Zulauftemperatur, und sparen dadurch Energie und Wasser. Hydraulische Geräte schalten in Stufen und liefern schwankende Temperaturen. Der Aufpreis für die elektronische Regelung ist in der Regel schnell wieder hereingeholt.
Kann ein Durchlauferhitzer mit einer Wärmepumpe zusammenarbeiten?
Für die zentrale Warmwasserbereitung ist die Wärmepumpe klar günstiger. Ein elektrischer Durchlauferhitzer bleibt aber für weit entfernte Einzelzapfstellen sinnvoll, wo eine lange Zirkulationsleitung mehr Wärme verlöre als das Gerät verbraucht. Als Hauptquelle für Warmwasser ist er wegen der hohen Stromkosten dagegen unwirtschaftlich.
