
Ein Kleinspeicher ist ein kompakter Warmwasserspeicher mit einem Fassungsvermögen zwischen etwa 5 und 15 Litern. Er wird meist direkt an der Zapfstelle montiert, etwa unter dem Waschbecken oder in einem Küchenunterschrank, und versorgt einzelne Entnahmestellen mit warmem Wasser. Dieser Ratgeber erklärt, wie ein Kleinspeicher funktioniert, worin sich drucklose und druckfeste Geräte unterscheiden und worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Kleinspeicher fasst rund 5 bis 15 Liter und versorgt einzelne Zapfstellen wie das Waschbecken in der Küche oder im Gäste-WC mit warmem Wasser.
- Unterschieden werden drucklose (offene) und druckfeste (geschlossene) Geräte. Druckfeste Speicher können mehrere Zapfstellen versorgen und größere Entfernungen überbrücken.
- Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind ein geringer Stromverbrauch im Bereitschaftsbetrieb und eine präzise Temperaturregelung. Ein Temperaturbegrenzer schützt vor Verbrühungen.
Funktion und Einsatz
Kleinspeicher werden nahe der gewünschten Entnahmestelle platziert, um kurze Leitungswege und geringe Wärmeverluste zu erreichen. Typische Einsatzorte sind Unterschränke unter der Küchenarbeitsplatte oder der Bereich unter einem Waschbecken, wo das Gerät unauffällig verschwindet. Wichtig ist eine präzise Steuerung des Energieverbrauchs, denn gerade im Bereitschaftsbetrieb entscheidet sich die Effizienz. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Tropffreiheit während der Aufheizphase: Da sich das Wasser beim Erwärmen ausdehnt, kann es zu einem Überlauf kommen, den gute Geräte durch eine Rückhaltetechnik verhindern.
Drucklos oder druckfest
Grundsätzlich kann ein Kleinspeicher offen (drucklos) oder geschlossen (druckfest) ausgeführt sein. Drucklose Speicher nehmen nicht am Betriebsdruck der Leitung teil und werden über eine spezielle Armatur betrieben. Die Schwerkraft sorgt für den Wasserfluss. Sie können aus Kunststoff gefertigt sein, brauchen keine Ventilsteuerung und sind daher günstiger. Druckfeste Geräte sind an das geschlossene Leitungssystem mit Betriebsdruck angeschlossen, benötigen Tanks aus Metall und eine entsprechende Verrohrung. Sie eignen sich, wenn mehrere Zapfstellen versorgt werden sollen oder der Abstand zwischen Gerät und Zapfstelle größer ist. Ein druckfester Speicher lässt sich auch drucklos betreiben, umgekehrt ist das nicht möglich. Preislich liegen druckfeste Varianten etwa beim Dreifachen der drucklosen Geräte.
Wann sich welches Gerät lohnt
Ein drucklose Kleinspeicher genügt für eine einzelne, selten genutzte Zapfstelle. Steigt der Wasserbedarf oder die Entnahmefrequenz, ist ein druckfestes System zu empfehlen. Bereits ab einem Haushalt mit drei Personen kann die druckfeste Variante auch wirtschaftlich vorteilhafter sein, weil sie mehrere Stellen zuverlässig versorgt. Eine wichtige Komfort- und Schutzfunktion ist die Begrenzung der Höchsttemperatur: In den meisten Fällen reichen 40 bis 60 Grad aus. Das senkt die Energiekosten und schützt zugleich vor Verbrühungen.
Stromverbrauch und Regelung
Nahezu jeder in Deutschland erhältliche Kleinspeicher hat eine Anschlussleistung von 1 oder 2 Kilowatt. Beim Kauf sollten Sie besonders auf einen niedrigen Stromverbrauch im Bereitschaftsmodus achten, denn hier bestehen große Unterschiede: Qualitätsgeräte haben ihr Sparpotenzial im Stand-by über die Jahre deutlich verbessert, während günstige Geräte teils erheblich mehr verbrauchen. Der zweite wichtige Faktor ist die Temperaturregelung. Empfehlenswert sind mehrere einstellbare Temperaturstufen oder eine stufenlose Regelung. Ein automatischer Temperaturbegrenzer minimiert das Verbrühungsrisiko zusätzlich.
Montage und Installation
Die Installation eines Kleinspeichers ist je nach Bauart unterschiedlich aufwendig. Drucklose Geräte werden zusammen mit einer speziellen Niederdruckarmatur betrieben, die den Ausdehnungsvorgang beim Aufheizen aufnimmt. Wird versehentlich eine normale Armatur verwendet, kann das Gerät undicht werden oder Schaden nehmen. Druckfeste Speicher lassen sich dagegen mit gewöhnlichen Armaturen kombinieren und an mehrere Zapfstellen anschließen. In beiden Fällen sollte der Anschluss an Wasser und Strom fachgerecht erfolgen, insbesondere die elektrische Absicherung. Bei Unsicherheit ist die Montage durch einen Fachbetrieb ratsam.
Für einen sparsamen Betrieb empfiehlt es sich, die Temperatur nur so hoch einzustellen, wie sie tatsächlich benötigt wird. Jede unnötig hohe Speichertemperatur erhöht die Bereitschaftsverluste. Wird der Speicher längere Zeit nicht genutzt, etwa im Urlaub, lässt er sich abschalten, um Strom zu sparen. So bleibt der Kleinspeicher eine komfortable und zugleich wirtschaftliche Lösung für einzelne Zapfstellen.
Speicher mit Mischbatterie
Bei druckfesten Geräten gibt es Ausführungen, an die sich eine Einhandmischbatterie anschließen lässt. Damit die Erwärmung korrekt funktioniert, muss die Steuertechnik des Geräts das Zusammenspiel mit der Mischbatterie unterstützen. Eine ungeeignete Steuerung kann sonst die voreingestellten Werte nicht zuverlässig halten, wodurch der Effizienzvorteil verloren geht. Achten Sie beim Kauf daher darauf, dass Speicher und Armatur aufeinander abgestimmt sind. Zusammengefasst ist der Kleinspeicher eine praktische Lösung, um einzelne Zapfstellen ohne lange Leitungswege mit warmem Wasser zu versorgen. Wer auf einen niedrigen Bereitschaftsverbrauch, eine gute Temperaturregelung und die passende Bauart achtet, verbindet Komfort mit sparsamem Betrieb. Achten Sie beim Kauf außerdem auf eine gute Dämmung des Speichers und auf ein Energieeffizienzlabel, das den Verbrauch im Bereitschaftsbetrieb ausweist. So finden Sie ein Gerät, das über viele Jahre zuverlässig und sparsam arbeitet und genau zu Ihrer Zapfstelle passt. Bei Fragen zur Auswahl oder zur Einbindung in Ihre Warmwasserversorgung erhalten Sie über Kesselheld eine unabhängige Beratung und ein passendes Angebot. Achten Sie schließlich darauf, dass Speicher und Armatur vom selben Prinzip sind, also drucklos zu drucklos und druckfest zu druckfest passen, um Fehlfunktionen und Schäden zuverlässig zu vermeiden.
Zur Einordnung der Betriebskosten: Kleinspeicher arbeiten elektrisch und wandeln Strom im Verhältnis eins zu eins in Wärme. Ein 5-Liter-Untertischgerät für gelegentliches Händewaschen fällt kaum ins Gewicht, weil die Wärmemenge klein ist. Wird ein Kleinspeicher dagegen zur Hauptversorgung einer Dusche genutzt, kehrt sich die Rechnung um: Bei rund 37 Cent je Kilowattstunde kostet dieselbe Wärme etwa das Dreifache dessen, was sie mit Erdgas kosten würde. Kleinspeicher sind deshalb eine Lösung für kurze Wege und kleine Mengen, nicht für den Dauerbetrieb.
