Warmwasserboiler – Ein überholtes Relikt?

elektrischer warmwasserboiler an der Wand
Die Funktionsweise eines Warmwasserboiler ist mit dem Durchlauferhitzer näher verwandt als mit Warmwasserspeichern. Die benötigte Warmwasseraufbereitung wird im Moment des Bedarfs gestartet und hält bis zum Ende der Entnahme an. Ein Wasserboiler ist kaum isoliert und, wenn erwärmtes Wasser auf Temperatur gehalten werden soll, fällt zusätzlicher Energiebedarf an. Die Boilertechnik ist im Prinzip überholt und wird nur noch ausgewählt und eingesetzt, wenn andere technische Lösungen nicht praktikabel sind. Typisches Beispiel für den sinnvollen Einsatz sind selten genutzte oder weit abgelegene Zapfstellen. Ein weiterer häufiger Grund, einen Wasserboiler statt eines Durchlauferhitzers zu wählen, ist der nicht verfügbare Stromanschluss mit einer Spannung von 400 Volt.

Tankgefäß mit Tauchsieder

Der klassische Warmwasserboiler ist vor allem als Heißwassergerät an Spül- und Waschbecken bekannt. Der ungedämmte Tank fasst zwischen fünf und 15 Liter Wasser, das auf Knopfdruck direkt vor der Entnahme erhitzt wird. In größeren Ausführungen mit einem Fassungsvermögen von 70 bis 200 Litern wird die Warmwasserbereitung beispielsweise in sogenannten Badeöfen ausgeführt. Ein großer Vorteil gegenüber anderen Bereitstellern von Warmwasser ist die Flexibilität des Einsatzorts, der lediglich über einen herkömmlichen Steckdosenanschluss verfügen muss.

Im Inneren ist ein Wasserboiler wie ein geschlossener Tank mit einem Heizstab oder Heizdraht aufgebaut. Wie ein Tauchsieder erwärmt er in eingeschaltetem Zustand das Wasser. Kaltes Zuflusswasser wird unten eingeleitet, erwärmtes Wasser oben im Tank abgenommen.

Bauteile und hygienische Aspekte

Fast alle Warmwasserboiler werden mit Strom aus der Steckdose angetrieben. Die in der technischen Ausstattung schlichten Geräte müssen über einige vorgeschriebene Bauteile verfügen. Ein Rückschlagventil unterbindet den Abfluss erwärmten Wassers. Für die Temperaturmessung und Einstellung werden mechanische Systeme verwendet. Üblich sind Röhrchen mit zwei unterschiedlichen Flüssigkeiten, deren Ausdehnungsdifferenz bei Erwärmung zur Schaltung genutzt wird.

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Wichtig ist eine Erwärmung von über fünfzig Grad Celsius, um einer Legionellenbildung vorzubeugen. Für Geräte, die Warmwasser erzeugen, sind aus diesem Grund Mindesttemperaturen von 60 Grad vorgeschrieben. Vor allem bei seltenem Gebrauch sollte die Bereitung von Warmwasser im Boiler mit einer automatischen Legionellenschutzschaltung ausgestattet sein.

Heiztechnikhersteller führen auch Wasserboiler

Da trotz der überholten Technik genug Nachfrage aufgrund spezifischer bautechnischer Situation und individuellen Nutzungsmustern besteht, sind weiterhin eine Vielzahl an Elektroboilern und auch Gasboiler erhältlich. Bei allen renommierten Heizkesselherstellern finden sich Warmwasserboiler zum Kaufen im Produktprogramm. AEG, Buderus, Gorenje, Junkers, Stiebel-Eltron, Vaillant, Viessmann und Wolf wie etwas weniger bekannte Marken wie Remeha, Ariston, Clage, Dimplex, Hajdu, Quantex und Tatramat. Bei allen Produkten muss die GS-Zertifizierung beachtet werden.

Boilertechnik nur im Sonderfall nutzen

Der Vorteil der verhältnismäßig günstigen Anschaffung eines Boilers verliert sich während des Betriebs. Zwar verbraucht der elektrisch betriebene Boiler im originären Aufheizen die gleiche Strommenge wie ein Durchlauferhitzer, hinterlässt allerdings gewärmtes Wasser, das durch die schwache oder nicht vorhandene Dämmung erkaltet. Dieser Wärmeverlust fällt beim Durchlauferhitzer nicht an.

Eine höhere Energieeffizienz erzielen Speichergeräte, die beispielsweise als Pufferspeicher montiert werden. Ein Boiler ist auf die sofortige Verfügbarkeit von Warmwasser ausgelegt und produziert dabei Übermengen, durch die sich die Energiebilanz verschlechtert. Sie sollten die Boilertechnik nur noch einsetzen, wenn technische oder Standortgründe eine Alternative nicht zulassen.