
Früher war der Boiler in nahezu jedem Haushalt zu finden, oft elektrisch oder sogar mit Holz befeuert. Im Kern handelt es sich um einen von der Zentralheizung unabhängig arbeitenden Warmwasserspeicher. Während holzbefeuerte Boiler heute kaum noch eine Rolle spielen, bieten Hersteller wie Stiebel Eltron, Vaillant oder Junkers weiterhin elektrische Boiler und Gasboiler an. Dieser Ratgeber erklärt, wie ein Gasboiler funktioniert, wie effizient er ist, wann er sich noch lohnt und was er kostet.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Gasboiler ist ein direkt gasbeheizter Warmwasserspeicher, der unabhängig von der Zentralheizung arbeitet.
- Reine Gasboiler haben einen niedrigeren Wirkungsgrad als moderne Brennwerttechnik und lohnen sich vor allem als Nischenlösung.
- Bivalente Geräte lassen sich zusätzlich über Wärmepumpe oder Solaranlage speisen und arbeiten dadurch sparsamer.
- Günstige Modelle sind ab etwa 450 Euro erhältlich. Der Preis hängt von Volumen, Leistung und Dämmung ab.
Wie funktioniert ein Gasboiler?
In einem Gasboiler erhitzt eine Gasflamme das im Speicher enthaltene Wasser auf die eingestellte Solltemperatur. Das Gerät besitzt einen Zulauf für Kaltwasser und einen Ablauf für das erwärmte Wasser. Modelle, die das Wasser ausschließlich durch die Gasverbrennung erhitzen, nennt man monovalent. In den vergangenen Jahren haben Hersteller zunehmend bivalente Boiler entwickelt: Bei ihnen kann das Wasser zusätzlich über eine externe Quelle erwärmt werden, etwa über den Wärmetauscher einer Wärmepumpenheizung oder einer Solaranlage.
Die Effizienz von Gasboilern
Gegenüber der Warmwasserbereitung über eine zentrale Brennwertheizung oder eine Kombitherme in Brennwertausführung haben reine Gasboiler einen deutlich geringeren Wirkungsgrad. Ein gasbetriebener Boiler verbraucht also mehr Energie, um die gleiche Wassermenge auf die gleiche Temperatur zu bringen, als eine Brennwerttherme mit integriertem Speicher. Hinzu kommen Bereitschaftsverluste, weil der Speicher das Wasser dauerhaft warm hält. Wer die Wahl hat, fährt mit Brennwerttechnik oder mit einem bivalenten System, das günstig erzeugte Umweltwärme einbindet, meist wirtschaftlicher.
Wann lohnt sich ein Gasboiler?
Die Anschaffung lohnt sich heute in der Regel nur, wenn es keine sinnvollere Möglichkeit gibt, ein Gebäude oder einen Gebäudeteil mit Warmwasser zu versorgen. Das ist etwa der Fall, wenn eine zentrale Heizung gänzlich fehlt oder wenn sich die Erweiterung einer bestehenden Anlage auf den betreffenden Bereich nur mit hohem Aufwand realisieren ließe. Auch in Ferien- oder Wochenendhäusern sowie im Wohnwagen kann ein Gasboiler sinnvoll sein, da hier wegen der seltenen Nutzung der erhöhte Energiebedarf weniger ins Gewicht fällt. In diesen Fällen sollte das Gerät bei Abwesenheit stets abgeschaltet werden. Nach Möglichkeit ist einem bivalenten System der Vorzug zu geben, da sich damit auch günstiger erzeugte externe Wärme nutzen lässt.
Einzuordnen ist der Gasboiler außerdem im Licht der aktuellen Rahmenbedingungen: Erdgas ist ein fossiler Energieträger, dessen CO2-Bepreisung in den kommenden Jahren steigt, und neue Heizungen müssen die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes erfüllen. Als reine Warmwasserlösung für Nischenfälle bleibt der Gasboiler nutzbar, für die dauerhafte Versorgung eines Wohngebäudes sind effizientere und zukunftssichere Alternativen jedoch meist die bessere Wahl.
Gasboiler, elektrischer Boiler oder Durchlauferhitzer?
Wer Warmwasser dezentral bereitstellen möchte, hat mehrere Optionen. Der elektrische Boiler ist in der Anschaffung günstig und einfach zu installieren, im Betrieb aber wegen des hohen Strompreises meist teurer als ein Gasboiler. Ein Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser dagegen erst bei der Entnahme und kommt ohne Speicherverluste aus, benötigt jedoch eine hohe Anschlussleistung. Der Gasboiler positioniert sich dazwischen: Er hält Warmwasser bevorratet, arbeitet mit vergleichsweise günstigem Gas, verursacht aber Bereitschaftsverluste. Welche Lösung sich rechnet, hängt vom Bedarf, den vorhandenen Anschlüssen und dem Nutzungsverhalten ab.
Sicherheit und Wartung
Wie jedes gasbetriebene Gerät benötigt ein Gasboiler eine sichere Abgasführung und regelmäßige Wartung. Der Schornsteinfeger prüft die Anlage im Rahmen der gesetzlichen Feuerstättenschau und misst gegebenenfalls die Abgaswerte. Zusätzlich empfiehlt sich eine regelmäßige Wartung durch den Fachbetrieb, der Brenner, Dichtungen und Sicherheitseinrichtungen kontrolliert. Wichtig ist außerdem eine ausreichende Belüftung des Aufstellraums. Wird der Boiler in Ferienhäusern oder im Wohnwagen nur zeitweise genutzt, sollten Sie ihn bei längerer Abwesenheit vollständig abschalten, um Energie zu sparen und die Sicherheit zu erhöhen.
Hersteller und Preise
Zu den bekannten Anbietern gasbetriebener Boiler zählt neben den bereits genannten auch Junkers, dessen Geräte heute unter der Marke Bosch geführt werden. Die Preise variieren je nach Modell deutlich. Günstige Geräte kosten ab rund 450 Euro. Maßgeblich für den Preis sind unter anderem das Speichervolumen, die Heizleistung, der Wirkungsgrad sowie die Qualität der Dämmung. Ein Vaillant atmoMAG mit 10 Kilowatt Nennleistung liegt beispielsweise bei etwa 530 Euro. Für die Auslegung und die sichere Installation, insbesondere im Hinblick auf Abgasführung und Gasanschluss, sollten Sie einen Fachbetrieb hinzuziehen.
Bei der Auswahl spielt neben dem Preis auch das Speichervolumen eine Rolle: Es sollte zum tatsächlichen Warmwasserbedarf passen, damit weder ständig nachgeheizt werden muss noch unnötig große Mengen auf Vorrat warmgehalten werden. Eine gute Dämmung des Speichers hält die Bereitschaftsverluste gering.
Fazit
Ein Gasboiler ist eine einfache, unabhängige Lösung zur Warmwasserbereitung, spielt seine Stärken aber nur in Sonderfällen aus. Wo eine effiziente Zentralheizung oder Brennwerttherme möglich ist, sind diese in Betrieb und Kosten überlegen. Fällt die Wahl doch auf einen Boiler, ist ein bivalentes Modell die sparsamere Variante, weil es günstige Wärme aus Wärmepumpe oder Solaranlage einbinden kann.
