Quelle: Bosch Thermotechnik, Buderus
Bei Raumfühlern handelt es sich um optionale Bauteile, die zusätzlich zur Heizungsanlage oder für einzelne Heizkreise eingesetzt werden. Mit ihrer Hilfe lässt sich die für die Bewohner optimale Raumtemperatur erreichen. Der Fühler misst die Temperatur in dem Raum, in dem er sitzt, und liefert diese Daten an ein Thermostat oder direkt an die Heizungssteuerung. Diese reguliert dann die abgegebene Wärme so, dass die gewünschte Temperatur gehalten wird. Bei einigen Geräten sitzen Fühler und Raumtemperaturregler im selben Gehäuse.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Raumfühler misst die Raumtemperatur und liefert die Werte an Thermostat oder Heizungssteuerung.
- Bei außentemperaturgeführten Anlagen ergänzt er die Regelung, bei innentemperaturgeführten liefert er die zentrale Messgröße.
- Die Genauigkeit bestimmt der Widerstandswert bei 0 Grad. Verbreitet sind PT100, PT500 und PT1000.
- KNX-fähige Raumfühler ermöglichen eine intelligente, lernende Steuerung und helfen so, Heizkosten zu sparen.
Das Zusammenspiel von Raumfühler und Außenfühler
Ist eine Heizungsanlage außentemperaturgeführt, liefert ein zusätzlicher Raumfühler der Heizungssteuerung wichtige Informationen. Damit lässt sich die primär von der Außentemperatur bestimmte Vorlauftemperatur des Heizwassers für die Heizkörper so anpassen, dass die gewünschte Raumtemperatur weder über- noch unterschritten wird. So gleicht das System zum Beispiel den Wärmeeintrag durch Sonneneinstrahlung oder viele Personen im Raum aus.
Raumfühler bei innentemperaturgeführten Heizungen
Bei innentemperaturgeführten Heizungsanlagen übermittelt der Raumfühler direkt verwertbare Informationen über die Raumtemperatur an die Steuerung. Die gemessene Temperatur ist damit ein unmittelbares Maß für den aktuellen Wärmebedarf. Um die gewünschte Temperatur zu erreichen, wird entweder die Vorlauftemperatur angepasst oder es öffnen und schließen die Heizkörperthermostate.
Einbau und Positionierung des Raumfühlers
Damit ein Raumfühler zuverlässige Werte liefert, kommt es entscheidend auf den richtigen Montageort an. Der Fühler sollte in einem repräsentativen Raum sitzen, häufig im Wohnzimmer, und zwar an einer Innenwand in etwa 1,50 Meter Höhe. Ungeeignet sind Plätze in der Nähe von Heizkörpern, in direkter Sonneneinstrahlung, hinter Vorhängen oder Möbeln sowie an zugigen Stellen neben Türen und Fenstern. All diese Faktoren würden die Messung verfälschen und die Regelung zu falschen Reaktionen veranlassen. Wichtig ist außerdem, dass in dem Referenzraum die Thermostatventile der Heizkörper voll geöffnet bleiben, damit die zentrale Regelung nicht gegen ein lokal geschlossenes Ventil arbeitet.
Kabelgebundene und funkbasierte Raumfühler
Raumfühler gibt es sowohl in kabelgebundener als auch in funkbasierter Ausführung. Kabelgebundene Geräte werden über eine Leitung mit der Heizungssteuerung verbunden und sind besonders zuverlässig, erfordern aber das Verlegen der Leitung. Funkraumfühler übertragen ihre Werte drahtlos an einen Empfänger und lassen sich daher auch nachträglich einfach anbringen, etwa bei einer Modernisierung im Bestand. Sie benötigen jedoch eine Stromversorgung über Batterien oder Akku, deren Ladezustand im Blick behalten werden sollte. Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab, ob ohnehin Leitungen verlegt werden oder eine nachträgliche, möglichst eingriffsarme Lösung gefragt ist.
Genauigkeit und Bezeichnung der Fühler
Die Messgenauigkeit eines Raum- oder Außenfühlers hängt vom elektrischen Widerstandswert bei 0 Grad Celsius und vom Material des Messwiderstands ab. Danach richtet sich auch die Benennung. Ein PT100 hat folgende Eigenschaften:
- Der Messwiderstand ist aus Platin gefertigt (Pt).
- Der elektrische Widerstand bei 0 Grad Celsius beträgt 100 Ohm.
- Verbreitet sind ebenso Fühler mit 500 oder 1.000 Ohm, entsprechend die Bezeichnungen PT500 und PT1000. Auch Ausführungen aus Nickel (Ni) sind erhältlich.
Beim Austausch oder Nachrüsten ist entscheidend, dass Fühlertyp und Widerstandswert zur Regelung passen, da die Steuerung sonst falsche Temperaturen interpretiert.
Raumfühler für die Hausautomation
Um der fortschreitenden Hausautomation gerecht zu werden, bieten viele Hersteller KNX-Raumtemperaturfühler an. Diese sind für die KNX-Buskommunikation geeignet und erlauben die zentrale Steuerung der Temperatur in einzelnen Räumen, sowohl im Haus als auch von unterwegs. Intelligente Fühler erkennen Muster und passen die Temperatur dem Heizverhalten an. So lässt sich die Raumtemperatur zum Beispiel rechtzeitig anheben, wenn Sie auf dem Nachhauseweg sind. Auf diese Weise verbessern Sie den Komfort, sorgen für die optimale Raumtemperatur und sparen durch die feinere Einstellung Heizkosten. Der Raumfühler ist damit ein wichtiger Hebel zur Heizungsoptimierung.
Fühler und Fußbodenheizung
Um eine Fußbodenheizung oder eine Wandheizung effizient zu betreiben, benötigen Sie spezielle Raumfühler, die in der Regel zusammen mit einem Heizkreisverteiler eingesetzt werden. Die gängigste Ausführung ist der Bimetall-Thermostat, der den Heizkreis vollständig öffnet oder schließt. Es gibt auch Fühler mit Stellmotoren. Diese sind jedoch häufig nicht nötig, wenn die Fußbodenheizung richtig ausgelegt und eingestellt ist. Denn dann schalten auch die elektrischen Thermostate den Heizkreis lediglich an oder aus. Eine sorgfältige Auslegung erspart in vielen Fällen zusätzliche Regeltechnik.
Fazit
Der Raumfühler ist ein kleines, aber wirkungsvolles Bauteil, das die Heizungsregelung präziser macht und so für gleichmäßigen Komfort bei geringerem Verbrauch sorgt. Ob als Ergänzung einer außentemperaturgeführten Anlage oder als zentrale Messgröße einer innentemperaturgeführten Steuerung: Entscheidend sind der passende Fühlertyp, der richtige Widerstandswert und ein gut gewählter Montageort. Moderne KNX- und Funkfühler erweitern die Möglichkeiten um eine intelligente, lernende Regelung, die sich bequem auch von unterwegs bedienen lässt. Wer diese Punkte beachtet, holt aus seiner Heizung ein Maximum an Effizienz heraus und kann seine Heizkosten spürbar senken.
