Kleindurchlauferhitzer von Stiebel Eltron unter dem Waschbecken Quelle: STIEBEL ELTRON

An vielen Stellen im Haushalt wird warmes Wasser nur in kleinen Mengen und selten gebraucht: am Gäste-WC, in der Werkstatt, im Waschkeller oder im Gästezimmer. Wo ein normal dimensionierter Durchlauferhitzer zu viel Leistung mitbringt und zu viel Platz beansprucht, ist ein Kleindurchlauferhitzer die passende Lösung. Die Geräte sind kaum größer als ein Schuhkarton, leisten bis etwa 9 Kilowatt und erwärmen das Wasser nur bei Bedarf. Dieser Ratgeber zeigt, wie ein Kleindurchlauferhitzer funktioniert, worauf Sie beim Kauf achten und was er kostet.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Kleindurchlauferhitzer erwärmt Wasser dezentral und nur während der Entnahme, ideal für einzelne Waschbecken mit geringem Bedarf.
  • Die Leistung liegt im einstelligen Kilowattbereich. Viele Modelle laufen an einer normalen 230-Volt-Steckdose.
  • Einfache Geräte gibt es ab etwa 100 Euro, elektronisch regelbare Ausführungen ab rund 200 Euro.
  • Für Dusche oder Wanne ist ein Kleindurchlauferhitzer nicht geeignet. Dort ist die Leistung zu gering.

So funktioniert ein Kleindurchlauferhitzer

Der Kleindurchlauferhitzer, auch Mini-Durchlauferhitzer genannt, erwärmt das Wasser direkt an der Zapfstelle. Sobald Sie den Hahn öffnen, fließt Kaltwasser durch das Gerät und wird von einem Heizelement erwärmt. Anders als große Geräte mit 15, 18, 21 oder 24 Kilowatt arbeiten die kleinen Ausführungen mit Nennleistungen im einstelligen Kilowattbereich. Die geringe Leistungsaufnahme sorgt trotz ausreichendem Zapfkomfort für niedrigere Verbrauchskosten. Viele Modelle liefern sekundenschnell Wasser mit 35 bis 50 Grad Celsius. Ein Gerät mit 230-Volt-Anschluss erreicht dabei problemlos Temperaturen bis etwa 50 Grad.

Weil nur während der Wasserentnahme Strom fließt, entfällt jede Vorhalteleistung. In Verbindung mit den kurzen Leitungswegen bis zur Zapfstelle lassen sich so gegenüber einer zentralen Warmwasserversorgung mit langen Leitungen deutliche Verluste vermeiden. Da Strom im Vergleich zu Gas ein vergleichsweise teurer Energieträger bleibt, spielt der geringe Bedarf dieser Geräte ihre wirtschaftliche Stärke gerade an selten genutzten Zapfstellen aus.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Hersteller bieten hydraulisch und elektronisch geregelte Kleindurchlauferhitzer an. Ein großer Teil der einfachen Geräte verfügt über keine individuelle Temperatureinstellung, sondern erwärmt das Kaltwasser um einen festen Wert, meist um rund 25 Grad. Erst ab Leistungen um 21 Kilowatt werden stufenlose Einstellungen angeboten. Komfortgeräte erlauben immerhin die Wahl zwischen zwei oder drei Temperaturstufen.

Trotz der kleinen Bauform kann ein Kleindurchlauferhitzer unterschiedlich ausgestattet sein. Preiswerte Modelle ab etwa 100 Euro erwärmen das Wasser automatisch auf hydraulischem Weg ohne Regelmöglichkeit. Elektronische Steuerungen erlauben bei höherwertigen Geräten sowohl die Anpassung der Leistung als auch die Auswahl der Ausgabetemperatur. So bietet der Vaillant Mini-VED eine Heizleistung zwischen 3,5 und 5,7 Kilowatt, während sich beim Modell MCX von Clage per Tastendruck 35, 38 oder 45 Grad einstellen lassen. Regelbare Geräte der Mittel- und Oberklasse kosten ab etwa 200 Euro.

Ausstattung, Design und Armaturen

Die Gehäuse sind an gängige Waschbeckengrößen angepasst. Die meist rechteckigen Geräte lassen sich unter dem Becken montieren, ohne wegen Abflussrohr und Siphon seitlich überzustehen. Viele Hersteller legen Wert auf dezente Optik, sodass sich einzelne Modelle auch sichtbar über dem Becken anbringen lassen. Praktisch für die Eigenmontage sind Sets, in denen der Kleindurchlauferhitzer bereits mit passender Niederdruckarmatur geliefert wird. Hier haben Sie die Wahl zwischen einfachen Hähnen, Einhandmischern und sensorgesteuerten Armaturen.

Klar definiertes Einsatzprofil

Die Konstruktion verbraucht nur bei laufender Entnahme Strom und hält kein Wasser auf Vorrat warm. Das begrenzt zugleich den Einsatzbereich: Für mehr als Händewaschen und leichtes Spülen reicht die Leistung nicht aus. Schon beim Vorspülen stark verschmutzten Geschirrs stößt das Gerät an seine Grenzen, und für Dusche oder Badewanne ist es ungeeignet. Wer regelmäßig größere Warmwassermengen braucht, sollte einen vollwertigen Durchlauferhitzer oder eine zentrale Warmwasserbereitung wählen.

Drucklos oder druckfest: den richtigen Typ wählen

Beim Kauf ist die Unterscheidung zwischen drucklosen und druckfesten Geräten wichtig. Drucklose, also offene Kleindurchlauferhitzer versorgen genau eine Zapfstelle und benötigen eine spezielle Niederdruckarmatur, bei der das Wasser drucklos im Gerät steht. Druckfeste, geschlossene Geräte lassen sich dagegen mit normalen Armaturen betreiben und können bei entsprechender Auslegung mehrere Zapfstellen versorgen. Wer ein Gerät samt passender Armatur als Set kauft, umgeht diese Verwechslungsgefahr. Vor dem Einbau sollten Sie zudem prüfen, ob die vorhandene Elektroinstallation die Leistung des Geräts abdeckt.

Verbrauch und Wirtschaftlichkeit

Wie viel ein Kleindurchlauferhitzer kostet, lässt sich einfach abschätzen. Ein Gerät mit 3,5 Kilowatt verbraucht bei einer Minute Betrieb rund 0,06 Kilowattstunden. Bei einem Haushaltsstrompreis von rund 0,37 Euro je Kilowattstunde kostet das gut zwei Cent. Weil das Gerät ausschließlich während der Entnahme läuft und kein Wasser auf Vorrat warm hält, bleiben die laufenden Kosten an selten genutzten Stellen niedrig. Gegenüber einem elektrischen Speicher, der ständig Wärme nachheizt, spart die dezentrale Lösung damit spürbar Energie.

Fazit: Sparsame Lösung für seltene Warmwasserstellen

Ein Kleindurchlauferhitzer ist die richtige Wahl überall dort, wo nur gelegentlich und in kleinen Mengen warmes Wasser gebraucht wird. Er spart lange Leitungswege, arbeitet nur bei Bedarf und ist ab rund 100 Euro erhältlich. Wichtig ist, das Gerät auf den tatsächlichen Bedarf abzustimmen: Für einzelne Waschbecken ist es ideal, für Dusche und Wanne aber unterdimensioniert. Wer Temperaturkomfort möchte, greift zu einem elektronisch geregelten Modell.