Warmwasserspeicher in einem Heizungskeller

Zu fast jeder modernen Heizungsanlage gehört ein Warmwasserspeicher. Denn kaum jemand möchte auf den Komfort verzichten, jederzeit über warmes Brauchwasser zu verfügen. Doch nicht jeder Speicher ist gleich: Die Geräte unterscheiden sich in Größe, Bauart und Funktionsweise. Dieser Ratgeber erklärt, wie ein Warmwasserspeicher funktioniert, welche Arten es gibt, mit welchen Kosten zu rechnen ist und worin der Unterschied zum Durchlauferhitzer liegt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Warmwasserspeicher hält erwärmtes Wasser für den späteren Gebrauch bereit, während ein Durchlauferhitzer erst bei Bedarf erhitzt. Der Speicher liefert konstant warmes Wasser, verursacht aber gewisse Bereitschaftsverluste.
  • Die Kosten liegen je nach Fassungsvermögen und Hersteller meist zwischen 600 und 1.200 Euro. Etablierte Marken wie Vaillant, Viessmann und Wolf bieten langlebige Modelle mit guter Ersatzteilversorgung.
  • Ein Warmwasserspeicher braucht regelmäßige Wartung und sollte zeitweise 60 Grad erreichen, um Legionellen vorzubeugen.

Funktion des Warmwasserspeichers

Ein Warmwasserspeicher, auch Boiler oder Heißwasserspeicher genannt, speichert erwärmtes Wasser und hält es bereit. Die Funktion lässt sich in fünf Schritten beschreiben:

  1. Befüllung: Kaltes Wasser tritt über den Kaltwassereinlass in den unteren Bereich des Tanks ein.
  2. Erwärmung: Ein Wärmetauscher oder Heizelement erwärmt das Wasser. Bei solarthermischen Systemen liefert die Solarthermie die Wärme.
  3. Temperaturregelung: Ein Thermostat überwacht die Temperatur und hält sie im gewünschten Bereich.
  4. Speicherung: Das erwärmte Wasser steigt wegen seiner geringeren Dichte nach oben und wird dort vorgehalten.
  5. Entnahme: Wird warmes Wasser gebraucht, strömt es aus dem oberen Bereich über den Warmwasserauslass zu den Zapfstellen, etwa zur Dusche oder Spüle.

Beliebte Modelle und Preise

Warmwassertank

Der Preis eines Warmwasserspeichers richtet sich vor allem nach Fassungsvermögen und Ausführung. Im Durchschnitt liegen die Kosten zwischen 600 und 1.200 Euro. Wer auf ein Modell eines etablierten Herstellers wie Wolf, Viessmann oder Vaillant setzt, macht grundsätzlich wenig falsch. Preislich unterscheiden sich die Marken nur geringfügig:

Modell

Preis ohne Montage

Vaillant uniSTOR plus, 150 Liter ca. 650 Euro
Wolf CSW, 120 Liter ca. 550 Euro
Viessmann Vitocell, 160 Liter ca. 620 Euro

Die genannten Preise sind grobe Richtwerte und können je nach Hersteller und Ausstattung schwanken. Ein Vorteil großer Marken: Wegen der weiten Verbreitung finden sich viele Heizungsbauer, die die Geräte kennen, und die Ersatzteilversorgung ist über Jahre gesichert.

Warmwasserspeicher-Tests kritisch lesen

Bei der Auswahl greifen viele auf Vergleichstests im Internet zurück. Hier ist Vorsicht geboten: Ein Teil der kursierenden Ranglisten verfolgt in erster Linie eine Verkaufsabsicht und ersetzt keine unabhängige Prüfung. Verlässlicher ist eine an den eigenen Bedarf angepasste Auslegung durch einen Fachbetrieb.

Unterschied zum Durchlauferhitzer

Der Warmwasserspeicher ist mit dem Heizkessel verbunden. Ein Teil des erwärmten Wassers versorgt über den Heizkreis die Heizkörper, ein anderer Teil erwärmt das Brauchwasser im Speicher. Dort bleibt es warm, bis es an einer Zapfstelle gebraucht wird. Der Speicher hält also konstant eine Menge Warmwasser vor und kann ein ganzes Haus versorgen. Eine besonders effiziente Unterform ist der Schichtenspeicher, der das Wasser in Temperaturschichten vorhält.

Die Alternative ist der Durchlauferhitzer. Er speichert kein Wasser, sondern erhitzt es in dem Moment, in dem es durchläuft, meist mit Strom oder Gas. Vorteil ist der Wegfall der Bereitschaftsverluste, Nachteil sind mögliche Temperaturschwankungen, wenn an mehreren Stellen gleichzeitig Wasser entnommen wird, sowie ein hoher Strombedarf bei elektrischer Ausführung.

Vor- und Nachteile

Ein Warmwasserspeicher liefert zuverlässig und konstant warmes Wasser und kann zur Effizienz beitragen, wenn er gut gedämmt und passend dimensioniert ist. Zugleich benötigt er Platz, verursacht Bereitschaftsverluste und hat eine begrenzte Kapazität.

Vorteile

  • Konstante Versorgung: Es steht jederzeit eine größere Menge warmes Wasser bereit, was besonders bei hohem Bedarf praktisch ist.
  • Flexible Wärmequellen: Der Speicher lässt sich mit Gas, Strom, Solarthermie oder einer Wärmepumpe kombinieren.
  • Entlastung des Wärmeerzeugers: Durch die Pufferwirkung muss der Kessel nicht ständig anspringen, was die Lebensdauer verlängern kann.

Nachteile

  • Platzbedarf: Ein Speicher braucht Stellfläche, was in kleinen Wohnungen problematisch sein kann.
  • Wärmeverluste: Trotz guter Dämmung geht über die Zeit etwas Wärme verloren.
  • Begrenzte Menge: Ist der Speicher geleert, dauert es, bis wieder Wasser auf Temperatur ist.
  • Anschaffung und Wartung: Kauf, Installation und regelmäßige Pflege verursachen Kosten.

Arten von Warmwasserspeichern

Kleinspeicher mit 5 bis 15 Litern lassen sich untertisch nahe einer Spüle oder eines Waschbeckens anschließen und decken einen geringen Bedarf, etwa zum Händewaschen. Für größere Immobilien sind Speicher mit 50, 80 oder mehr Litern verfügbar. Hochwertige Modelle sind gut isoliert, um die Bereitschaftsverluste und damit den Energieverbrauch gering zu halten.

Warum die Entkalkung wichtig ist

Buderus Warmwasserspeicher im Querschnitt

Es empfiehlt sich, jeden Warmwasserspeicher regelmäßig zu entkalken. Das verbessert die Wasserqualität und sichert die einwandfreie Funktion über viele Jahre. Nach Möglichkeit sind Speicher zu bevorzugen, die in ein Heizsystem integriert sind, da sie ohne separaten Strombezug arbeiten und mehrere Zapfstellen gleichzeitig bedienen können.

Speicher passend zum Verbrauch wählen

Die Auslegung hängt davon ab, wie viele Personen im Haushalt leben und wie hoch der Warmwasserverbrauch ist. Ein zu groß dimensionierter Speicher ist unwirtschaftlich, weil er unnötig Wärme vorhält. Die richtige Dimensionierung überlässt man daher dem Heizungsbauer, der sich an der Norm DIN 4708 orientiert. Als Faustwert liegt der Bedarf bei rund 30 bis 50 Litern pro Person. In einem Vier-Personen-Haushalt ergibt sich so ein Fassungsvermögen von etwa 120 bis 200 Litern.

Renommierte Hersteller bieten passend zu ihren Kesseln Speicher in verschiedenen Größen an, die meist effizienter arbeiten und optimal auf die jeweilige Heizungsanlage abgestimmt sind. Eine Bauform aus korrosionsbeständigem Edelstahl oder mit hochwertiger Emaillierung sorgt für eine lange Lebensdauer.

Legionellen vorbeugen

Um schädlichen Keimen keine Chance zu geben, sollte das Wasser im Speicher zeitweise 60 Grad erreichen. Dieses Temperaturniveau unterbindet die Vermehrung von Legionellen. Moderne Regelungen sehen dafür ein regelmäßiges Aufheizen vor.

Platzbedarf beachten

Jeder Warmwasserspeicher braucht ausreichend Platz zur Aufstellung, entweder direkt neben dem Heizkessel oder, bei elektrischen Geräten, im Wohnbereich. Zudem sind unter Umständen zusätzliche Warmwasserleitungen im Gebäude durch den Heizungsinstallateur zu verlegen. Die Kosten hierfür hängen von der Zahl der Zapfstellen ab. Wird der Speicher gemeinsam mit einer neuen Wärmepumpe oder einer Solarthermieanlage eingebaut, kann er als Teil dieser förderfähigen Maßnahme in die Bundesförderung für effiziente Gebäude einfließen.