Rohrbegleitheizung: Dafür wird sie eingesetzt | Kesselheld

Rohrbegleitheizung: Dafür wird sie eingesetzt

rohrbegleitheizung
Eine Rohrbegleitheizung erfüllt zwei Funktionen. Sie wird als Frostschutz für Flüssigkeitsleitungen, in erster Linie Wasser, eingesetzt oder dient dem Erhalt von warmer Flüssigkeit im Rohrsystem. Die Rohrbegleitheizung kann für Leitungen aus Metall und Kunststoff ausgelegt sein. Sie wird mit Strom betrieben, dessen Heizeffektivität und Anpassung der Wirksamkeit durch die physikalischen Eigenschaften von Kohlenstoff optimiert wird.

Die meisten Modelle erhalten Sie in Form von Heizbändern, die sich teil- oder vollisoliert auf oder an den Rohrleitungen montieren lassen. Die mechanische Befestigung ist einfach durchzuführen und variiert zwischen ein und vier Bändern am Rohr.

Durch die Flexibilität der Heizbänder können Sie auch an abknickenden und abgerundeten Rohrverläufen und an Bedienungselementen wie Ablaufhähnen oder Messgeräten eingesetzt werden.

Metallrohre & Kunststoffrohre

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Metallrohre

Die hohe Leitfähigkeit von Metall vereinfacht die Montage einer Rohrbegleitheizung. Meist reicht für den Erhalt der inneren Temperatur beziehungsweise den Frostschutz das einfache Aufkleben der angemessenen Anzahl an Heizbändern. Wichtig ist die quetsch- und knickfreie Führung, um den Stromdurchfluss und die freie Beweglichkeit der Kohlenstoffmoleküle zu gewährleisten. Die Anzahl und Leistungsfähigkeit muss dem Metall angepasst werden, aus dem die Rohre bestehen. Während Kupfer- und Aluminiumrohre eine hohe Leitfähigkeit besitzen, sind Eisen und Stahlleitungen stark von der Legierungsart abhängig. Die Heizbänder werden in Längsrichtung mit hitzebeständigem Gewebeband befestigt. Die Verlegung erfolgt außer bei Regenrinnen nie am tiefsten Punkt des Rohrquerschnitts. Eine Umgebungsdämmung ist zwingend erforderlich.

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Kunststoffrohre

Eine Rohrbegleitheizung an einem Kunststoffrohr muss die eingeschränkte Leitfähigkeit des Werkstoffs ausgleichen. Das erreichen Sie durch eine verhältnismäßig einfache Ergänzung bei der Befestigung. Ein Aluminiumklebeband mit reflektierender Innenfläche optimiert und hält die Wärmeabstrahlung ins Rohrinnere. Das Aluminium sollte von der Verlaufsbahn des Heizbandes aus gesehen mindestens ein Achtel des Rohrdurchmessers in beide Richtungen bedecken. Auch hier werden je nach Heizbedarf bis zu vier Heizbänder montiert. Die Positionen der Heizbänder einer Rohrbegleitheizung befinden sich im Sinne eines Uhrziffernblatts auf ein, fünf, sieben oder elf Uhr, bei zwei oder vier Bändern symmetrisch verteilt.

Hähne und Messgeräte

Insbesondere bei außen liegenden Hähnen, Ventilen und Ausläufen wird die Rohrbegleitheizung in Heizbandform auch an den Bedienungselementen „vorbeigeschlungen“. So kann beispielsweise der Flüssigkeitsmischraum eines Hahns oder ein Manometer beheizt werden. Bei der Heizungsinstallation müssen Sie darauf achten, dass die Heizbänder einen Höchstknick- und Umlenkungsgrad haben, der nicht zu unterschreiten ist. Auch das Verlegen über scharfe Montage- und Materialkanten ist zu vermeiden. Eine spezielle Umgebungsdämmung ist wie an den Rohren erforderlich. Als ergänzendes Bauteil kann ein Eismelder in die Installation integriert werden, der neben der Temperatur auch die Feuchtigkeit erfasst und als zusätzliches Steuerelement angeschlossen wird.

Steuerung und Stromverbrauch einer Rohrbegleitheizung

Meist wird eine Rohrbegleitheizung über das Einstellen einer Einschalttemperatur gesteuert. Sie legt fest, bei welcher Außentemperatur das Heizband eingeschaltet wird. Als Alternative können Sie eine Rohrbegleitheizung selbstregelnd installieren. Der in den Bändern vorhandene Kohlenstoff unterbricht, etwas vereinfacht gesagt, den Stromfluss ab einer gewissen Außentemperatur. Bei Abkühlung wird der Stromkreis physikalisch wieder geschlossen und die Heizwirkung setzt wieder ein. Dieses selbstregelnde System setzt eine ständige Stromleistungsbereitschaft voraus. Je nach Einsatzort und Montagevoraussetzungen kann eine Thermostatsteuerung einen wirtschaftlicheren Betrieb ermöglichen. Rohrbegleitheizungen werden auf zehn bis 500 Meter ausgelegt und sind mit einem FI-Schutzschalter zu versehen.