Rauchgasthermostat von Jumo JUMO GmbH und Co. KG

Die Überwachung der Rauchgastemperatur dient dazu, angeschlossene Geräte ein- oder auszuschalten. Genau diese Aufgabe übernimmt ein Rauchgasthermostat. Nötig ist es beispielsweise, wenn zwei Wärmeerzeuger wie ein Ölkessel und ein Kaminofen denselben Schornstein nutzen: Sobald der Kaminofen in Betrieb geht, schaltet das Thermostat den Ölkessel ab. Wir erklären Funktion, Einsatzbereiche und Preise und geben Produktbeispiele.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Rauchgasthermostat misst die Rauchgastemperatur und schaltet danach Geräte ein oder aus.
  • Es kommt vor allem zum Einsatz, wenn zwei Wärmeerzeuger einen Schornstein teilen.
  • Die Montage darf nur durch eine befugte Fachkraft erfolgen. Wichtig ist die DIBt-Zulassung.
  • Heute wird es seltener genutzt, da moderne Anlagen meist Druckwächter einsetzen.

Die Funktion

Das Rauchgasthermostat misst die Rauchgastemperatur und wird an oder im Rauchrohr des Kaminofens oder Festbrennstoffkessels montiert. Werden ein Festbrennstoffkessel und ein Öl- oder Gasheizkessel parallel betrieben, sorgt das Thermostat dafür, dass sich der Festbrennstoffkessel abschaltet, sobald der Gas- oder Ölbrenner anspringt. Ein einstellbares Modell erlaubt die individuelle Programmierung der Grenztemperatur. Da es sich um ein sicherheitsrelevantes Bauteil handelt, darf die Montage nur durch eine befugte Fachkraft wie einen Elektriker oder Schornsteinfeger erfolgen. Heute ist die Verwendung eher unüblich, da die meisten Anlagen stattdessen Druckwächter nutzen.

Einsatz in Holzvergasern

In Holzvergasern empfiehlt es sich, das Thermostat auf etwa 65 Grad einzustellen. Ab dieser Grenztemperatur schaltet es das Verbrennungsluftgebläse und die Umwälzpumpe ab, wodurch sich Energie sparen lässt. So arbeitet die Anlage nur dann mit Gebläse und Pumpe, wenn die Rauchgastemperatur einen sinnvollen Betrieb anzeigt.

Steuerung der Ladepumpe

Das Rauchgasthermostat kann auch die Ladepumpe zwischen Pufferspeicher und Heizkessel ein- und ausschalten. Der Fühler wird außen am Rauchgasrohr angebracht. Die Pumpe startet, sobald die Betriebstemperatur am Rauchrohr erreicht ist, und schaltet ab, wenn das Rauchgas abgekühlt ist. So wird die Wärme des Kessels erst dann in den Speicher geladen, wenn tatsächlich ausreichend Temperatur vorhanden ist, was den Betrieb effizienter macht.

Produktbeispiele und Preise

Beim Kauf sollte auf die DIBt-Zulassung geachtet werden, die das Deutsche Institut für Bautechnik vergibt und die für die Sicherheit des Modells spricht.

  • WIP Rauchgasthermostat: für Festbrennstoffkessel, kostet rund 90 Euro. Die Ausschalttemperatur ist zwischen 40 und 160 Grad einstellbar, das Kapillarrohr etwa 50 Zentimeter lang, ein Anlagefühler ist vorhanden.
  • JUMO Thermostat AT-3: rund zwei Euro teurer. Der Hersteller gibt eine maximale Fühlertemperatur von 400 Grad an, die Tauchhülse ist 15 Zentimeter lang.
  • WS 519-6894: mit rund 66 Euro günstiger, vom TÜV und nach DIN geprüft. Die Temperatur ist fest auf 100 Grad eingestellt, was nicht für alle Systeme passt. Durch Keramik- und Metallwerkstoffe ist es sehr temperaturbeständig.

Rauchgasthermostat oder Druckwächter?

Auch wenn das Rauchgasthermostat seine Aufgabe zuverlässig erfüllt, wird es in modernen Anlagen zunehmend durch Druckwächter ersetzt. Ein Druckwächter reagiert auf den Unterdruck im Schornstein und kann so besonders schnell und sicher erkennen, ob eine Feuerstätte in Betrieb ist. Für neue Installationen ist er daher meist die erste Wahl. Das Rauchgasthermostat bleibt jedoch eine bewährte Lösung, etwa bei bestehenden Anlagen oder in speziellen Konstellationen mit Festbrennstoffkesseln. Welche Variante im Einzelfall die richtige ist, hängt von der Anlage und den örtlichen Gegebenheiten ab und sollte mit dem Schornsteinfeger und einem Fachbetrieb abgestimmt werden. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Sicherheit beim gemeinsamen Betrieb mehrerer Wärmeerzeuger an einem Schornstein gewährleistet ist.

Sicherheit beim gemeinsamen Schornsteinbetrieb

Der Betrieb zweier Wärmeerzeuger an einem Schornstein birgt besondere Risiken, die das Rauchgasthermostat oder ein Druckwächter absichern sollen. Würden etwa ein Kaminofen und ein Ölkessel gleichzeitig in denselben Schornstein abgasen, könnte es zu einem gefährlichen Rückstau der Abgase und im schlimmsten Fall zum Austritt von Kohlenmonoxid in den Wohnraum kommen. Kohlenmonoxid ist geruchlos und hochgiftig, weshalb solche Konstellationen unbedingt fachgerecht abgesichert werden müssen. Das Rauchgasthermostat sorgt dafür, dass immer nur eine Feuerstätte den Schornstein nutzt, indem es den zweiten Wärmeerzeuger abschaltet. Ob eine solche gemeinsame Nutzung überhaupt zulässig ist und welche Sicherung erforderlich ist, entscheidet der zuständige Schornsteinfeger. Ein zusätzlicher Kohlenmonoxidmelder im Aufstellraum erhöht die Sicherheit weiter. So lässt sich die Behaglichkeit eines zusätzlichen Kaminofens genießen, ohne die Sicherheit zu gefährden.

Bedeutung im modernen Heizsystem

Auch wenn das Rauchgasthermostat in neuen Anlagen seltener eingesetzt wird, bleibt seine Funktion grundsätzlich wichtig. Immer dann, wenn eine zusätzliche Feuerstätte wie ein Kaminofen nachträglich in ein bestehendes Heizsystem eingebunden wird, stellt sich die Frage, wie der gemeinsame Schornsteinbetrieb sicher geregelt werden kann. Neben dem klassischen Rauchgasthermostat kommen dafür heute vor allem elektronische Druckwächter zum Einsatz, die schneller und flexibler reagieren. In beiden Fällen geht es darum, den sicheren Abzug der Abgase zu gewährleisten und einen gefährlichen Rückstau zu verhindern. Für Eigentümer ist wichtig zu wissen, dass solche Erweiterungen immer mit dem Schornsteinfeger abgestimmt und fachgerecht ausgeführt werden müssen. So bleibt die Sicherheit gewahrt, und die zusätzliche Wärmequelle lässt sich bedenkenlos nutzen.

Fazit

Das Rauchgasthermostat misst die Rauchgastemperatur und schaltet danach angeschlossene Geräte ein oder aus. Sein Hauptzweck ist es, beim gemeinsamen Betrieb zweier Wärmeerzeuger an einem Schornstein den Festbrennstoffkessel abzuschalten, sobald der Öl- oder Gasbrenner anspringt. Es kann zudem Gebläse, Umwälz- oder Ladepumpe steuern. Wegen der Sicherheitsrelevanz darf es nur eine Fachkraft montieren, und es sollte über eine DIBt-Zulassung verfügen. In modernen Anlagen wird es häufig durch Druckwächter ersetzt. Welche Lösung passt, klärt am besten der Fachbetrieb.