Heizung entlüften mit Schlüssel

Heizungsentlüfter sind kleine Ventile, die meist oben seitlich am Heizkörper sitzen und das gezielte Ablassen von Luft ermöglichen. Sammelt sich Luft in der Anlage, wird der Heizkörper nicht mehr richtig warm und der Verbrauch steigt. Regelmäßiges Entlüften erhält daher die Leistung und spart Energie. Dieser Ratgeber erklärt die Arten von Heizungsentlüftern, zeigt die Unterschiede zwischen manuellen und automatischen Ventilen und beschreibt, wie Sie einen Entlüfter selbst montieren.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Heizungsentlüfter lassen Luft aus dem Heizkörper entweichen. Man unterscheidet manuelle Ventile, die mit einem Schlüssel betätigt werden, und automatische Entlüfter, die selbsttätig arbeiten.
  • Manuelle Entlüfter kosten nur wenige Euro, automatische Modelle etwas mehr, bieten aber Komfort, weil sie kleine Luftansammlungen sofort beseitigen.
  • Der Austausch eines Entlüfters ist mit etwas handwerklichem Geschick selbst möglich. Nach dem Entlüften sollten Sie den Wasserdruck prüfen und bei Bedarf Wasser nachfüllen.

Manuelle und automatische Entlüfter

Manuelle Heizkörperentlüfter werden mit einem Schlüssel betätigt: Sie lösen die Schraube, halten einen Becher unter die Öffnung und schließen das Ventil wieder, sobald das Zischen der Luft aufhört und Wasser austritt. Automatische Entlüfter arbeiten selbsttätig. Häufig sitzt im Ventil eine Quellscheibe: Im trockenen Zustand lässt sie Luft entweichen, bei Kontakt mit Wasser dichtet sie ab. Oft ist zusätzlich eine manuelle Schnellentlüftung möglich. Ein automatischer Entlüfter erspart Arbeit und sorgt dafür, dass selbst kleine Luftmengen umgehend abgeführt werden.

Modelle und Preise

Automatische Heizungsentlüfter werden häufig im Mehrfachpack angeboten und kosten dann rund 25 Euro für mehrere Stück. Dank integrierter Rückschlagautomatik lassen sie sich austauschen, ohne dass Wasser austritt. Einfache manuelle Ventile sind bereits für wenige Euro pro Stück erhältlich. Der passende Schlüssel kostet nur wenige Cent im Fachhandel. Es gibt außerdem manuelle Entlüfter mit integriertem Auffangbehälter, bei denen austretendes Wasser nicht auf den Boden tropft, sondern gesammelt wird. Solche Modelle kosten ebenfalls nur wenige Euro und erleichtern das Entlüften.

Manuell oder automatisch: Was passt?

Für die meisten Haushalte reichen manuelle Entlüfter aus, sofern die Heizung ein- bis zweimal pro Jahr entlüftet wird. Automatische Entlüfter lohnen sich vor allem dort, wo sich häufig Luft ansammelt oder Heizkörper schwer zugänglich sind, etwa im Dachgeschoss. Sie halten die Anlage kontinuierlich frei von kleinen Luftmengen und erhalten so die volle Heizleistung. In beiden Fällen gilt: Ein funktionierender Entlüfter ist die einfachste Maßnahme, um gluckernde Geräusche und ungleichmäßig warme Heizkörper zu beheben.

Warum sich Luft in der Heizung sammelt

Luft gelangt auf verschiedenen Wegen in eine Heizungsanlage. Beim Nachfüllen von Heizungswasser wird oft ein Teil Luft mit eingetragen, und frisches Wasser enthält gelöste Gase, die sich bei Erwärmung lösen und nach oben steigen. Diese sammeln sich an den höchsten Punkten der Anlage, meist in den oberen Bereichen der Heizkörper. Dort verhindern sie, dass sich das warme Wasser gleichmäßig verteilt, wodurch der Heizkörper oben kalt bleibt oder gluckernde Geräusche entstehen. Ein funktionierender Heizungsentlüfter schafft hier Abhilfe.

Regelmäßiges Entlüften ist daher kein Zeichen eines Defekts, sondern normale Pflege. Tritt jedoch sehr häufig Luft auf, kann das auf eine undichte Stelle, ein defektes Ausdehnungsgefäß oder einen zu niedrigen Anlagendruck hindeuten. In diesem Fall lohnt sich eine genauere Prüfung durch einen Fachbetrieb.

Heizungsentlüfter montieren

Der Austausch eines Entlüfters gelingt in den meisten Fällen so:

  1. Drehen Sie Zu- und Ablauf des Heizkörpers zu, zuerst das obere Ventil, dann das untere. Ist unten kein Ventil vorhanden, muss das Wasser aus dem Rohrsystem abgelassen werden.
  2. Stellen Sie eine Schale unter das Entlüftungsventil und öffnen Sie es vorsichtig, damit Wasser und Luft entweichen. Ist kein Druck mehr im Heizkörper, schließen Sie es wieder.
  3. Schrauben Sie das alte Ventil mit einem Maulschlüssel gegen den Uhrzeigersinn heraus.
  4. Setzen Sie den neuen Entlüfter ein und montieren Sie ihn.
  5. Öffnen Sie die Schraube, um die verbliebene Luft abzulassen. Da Wasser entwichen ist, müssen Sie anschließend gegebenenfalls Heizungswasser nachfüllen.

Regelmäßig entlüften und warten

Das Entlüften sollte fester Bestandteil der jährlichen Heizungspflege sein, idealerweise vor Beginn der Heizperiode. In Kombination mit der Kontrolle des Wasserdrucks lassen sich so viele Störungen vermeiden, bevor sie auftreten. Bleibt ein Heizkörper trotz Entlüftung kalt oder verteilt sich die Wärme ungleichmäßig, kann ein hydraulischer Abgleich durch den Fachbetrieb Abhilfe schaffen. Er sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die richtige Wassermenge erhält, und steigert zugleich die Effizienz der gesamten Anlage. Zusammengefasst ist der Heizungsentlüfter ein kleines, aber wichtiges Bauteil, das mit wenig Aufwand für gleichmäßige Wärme und einen sparsamen Betrieb sorgt. Regelmäßiges Entlüften gehört zur normalen Heizungspflege. Führen Sie das Entlüften am besten vor Beginn der Heizperiode durch, damit alle Heizkörper von Anfang an ihre volle Leistung bringen und die Anlage effizient in den Winter startet. So starten alle Räume gleichmäßig warm in die kalte Jahreszeit und die Heizung muss nicht unnötig gegen eingeschlossene Luft anarbeiten.

Nach dem Entlüften gehört ein Blick aufs Manometer dazu, denn mit der Luft entweicht auch Druck. Der Anlagendruck sollte im Einfamilienhaus meist zwischen 1,0 und 2,0 bar liegen. Als Faustregel gilt: Statische Höhe der Anlage in Metern geteilt durch 10, plus rund 0,5 bar Sicherheitszuschlag. Bei 10 Metern Höhe sind das etwa 1,5 bar. Muss auffällig oft nachgefüllt oder entlüftet werden, ist das kein Wartungsthema, sondern ein Hinweis auf eine Undichtigkeit oder ein defektes Ausdehnungsgefäß.