Voreinstellbare Thermostatventile erkennen und ihre Funktion | Kesselheld

Voreinstellbare Thermostatventile erkennen und ihre Funktion

Voreinstellbare Thermostatventile bedienen
Voreinstellbare Thermostatventile sind die Grundvoraussetzung für die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs. Dieser sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung und erhöht die Effizienz der Heizung. Ob es sich bei Ihrem Heizungsventil um ein herkömmliches oder ein voreinstellbares Ventil handelt, lässt sich anhand einiger Merkmale überprüfen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Ventilart erkennen

Einem Heizkörperventil ist auf Anhieb nicht anzusehen, ob es über die für den hydraulischen Ausgleich erforderliche Voreinstellungsmöglichkeit verfügt. Der Drehkopf eines Thermostatventils, meist aus Kunststoff, muss demontiert werden, um die Ventilart zu erkennen. Die Demontage ist durch ein Herausdrehen mit der Hand, gegebenenfalls mit leichter Greifunterstützung durch eine Rohrzange, auch für Laien problemlos zu bewältigen. Der jetzt freigelegte Ventileinsatz mit dem Ventilstift oder Bolzen in der Mitte gibt Aufschluss über die Ventilart.

Voreinstellbare Thermostatventile, die den Ring um den Stift oder Bolzen bilden, verfügen über eine eingravierte Skalierung. Die Zahlenfolgen variieren und sind vom Ventilhersteller abhängig und gehen häufig von 1 bis 5. Meist sind etwa fünf Markierungen auf der Skala eingraviert. Denn gravurlose Ventileinsätze müssen ausgetauscht werden, um die hydraulische Ausgleichsfähigkeit zu ermöglichen.

Aufbau und Funktion

Im Prinzip regeln voreinstellbare Thermostatventile die Durchflussmenge des Heizwassers. Im ausgebauten Zustand ist die Durchlauföffnung des Ventils zu erkennen. Sie wird durch das Drehen und Einstellen am Ventileinsatz reguliert. Eine Art Verschlussbolzen öffnet oder schließt die Durchflussöffnung in dem erforderlichen Grad. Die Voreinstellung bildet die mechanische Basis für das mögliche Durchflussvolumen beziehungsweise den Massenstrom.

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Voreinstellbare Thermostatventile regeln wie herkömmliche Ventile durch Auslösemomente, die ihnen durch den Temperaturfühler der Heizung vorgegeben werden. Der hydraulische Abgleich entsteht durch die kleinere oder größere Durchflussöffnung.
Bei passender Einstellung entfallen zu große Heizleistungen oder eine Wärmeunterversorgung durch individuelle und spezifische Faktoren im beheizten Raum.

Heizkörper- und Raumeigenschaften

Für die Ermittlung der vorteilhaftesten Werte müssen voreinstellbare Thermostatventile an die Raumgegebenheiten angepasst werden. Das Heizausgabegerät bringt folgende zu berücksichtigende Eigenschaften mit:

  • Wärmeausgabefläche beziehungsweise Dimensionierung
  • Wärmeausgabeart (Anteil Konvektion und Strahlungswärme)
  • Differenz beziehungsweise Spreizung von Vor- und Rücklauftemperatur abhängig von der Heizkurve der Heizungsanlage

Auch der Raum und die bauliche Situation beeinflussen die Einstellung durch folgende Eigenschaften und potenzielle oder optionale Einflüsse:

  • Dämmungssituation wie Fenster- und Türengröße und Anzahl
  • Raumlage im Gebäude bezüglich Außenwänden, Böden und Decken
  • Raumgröße und Deckenhöhe
  • Platzierung des Heizausgabegeräts (Nischen, Wandecken, Vorsprünge, Verjüngungen)

Je längere Wege entstehen und je mehr Heizausgabegeräte versorgt werden müssen, umso unvermeidlicher ist ein hydraulischer Ausgleich. Nach der Sichtprüfung lassen sich voreinstellbare Thermostatventile nachrüsten.

Anschaffungskosten und Preisspannen

Die Preise für voreinstellbare Thermostatventile weichen geringfügig von herkömmlichen Ventilen ab. Durchschnittlich können Heizungsbesitzer mit etwa 20 Prozent höheren Anschaffungskosten kalkulieren.

  • Renommierte Hersteller für Thermostate wie Danfoss und Heimeier bieten für Privathäuser und Wohnungen mechanische Ventile im Preisbereich zwischen 20 und 50 Euro an.
  • Ventile mit elektronischer und digitaler Unterstützung beginnen ab etwa 50 Euro.
  • Eine programmierbare Bedienung über ein Display und Funksteuerung ist bei Ventilen ab etwa 100 Euro erhältlich.