Die Sicherheitsgruppe an einem Warmwasserspeicher dient dem Druckausgleich, der Kontrolle und der Absicherung des Warmwasserabflusses. In geschlossenen Wasserkreisläufen entsteht bei Erwärmung Druck, da sich das im Warmwasserboiler aufgeheizte Trinkwasser ausdehnt und Spannung auf Bauteile und Anschlüsse ausübt. Ab einer Betriebstemperatur von 60 Grad ist der Betrieb nach DIN 1988 nur mit Sicherheitsgruppe zulässig. Wir erklären, welche Funktion die Sicherheitsgruppe erfüllt, aus welchen Bauteilen sie besteht und worauf bei Einbau und Wartung zu achten ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Sicherheitsgruppe schützt Warmwasserspeicher vor gefährlichem Überdruck.
  • Ab 60 Grad Betriebstemperatur ist sie nach DIN 1988 vorgeschrieben.
  • Sie besteht typischerweise aus Kontrollventil, Überdruckventil, Rückflussverhinderer und Prüfanschluss.
  • Sie sollte regelmäßig geprüft werden, da bei einem Defekt meist die gesamte Gruppe getauscht wird.

Die Bauteile der Sicherheitsgruppe

Die klassische Sicherheitsgruppe mit Druckminderer besteht aus vier Komponenten:

  1. einem Kontroll- beziehungsweise Druckminderungsventil,
  2. einem Überdruckventil,
  3. einem Rückflussverhinderer,
  4. einem Prüfanschluss für ein Kontrollinstrument wie ein Manometer.

Das Druckminderungsventil ist nicht immer zwingend, sondern ab einem Leitungs- und Tankdruck von etwa 4,8 bar vorgeschrieben. Es sitzt im Kaltwasserzulauf und verhindert zusätzlichen Druckaufbau neben dem durch die Erwärmung entstehenden Druck. Das Überdruckventil löst aus, wenn der Druck eine bestimmte Höhe erreicht, und lässt Wasser ab, um die Anlage zu schützen. Der Rückflussverhinderer blockiert den Rückfluss von erwärmtem Wasser in die Kaltwasserleitung; ein zugehöriges Prüfventil kontrolliert seine Funktion. Bei kleinen, wandhängenden Boilern bis 200 Liter kann dieses zusätzliche Prüfventil entfallen. Der Prüfanschluss bietet den Platz für ein gut ablesbares Manometer.

Installationsbedingungen

Voraussetzung für die einwandfreie Funktion bei der Warmwasserbereitung ist die Montage am Wasseraustritt beziehungsweise am Kaltwasserzulauf des Speichers. Bei wandhängenden Boilern über Waschbecken oder Wanne wird die Sicherheitsgruppe am unteren Gehäuseteil montiert. Ein Zulauffilter unterstützt die Sauberkeit des Wassers und die Funktionssicherheit der Bauteilgruppe. Wichtig ist zudem, dass das Überdruckventil frei abblasen kann und der Ablauf sichtbar in einen Trichter oder Ablauf geführt wird, damit austretendes Wasser bemerkt wird. Im Einzelverkauf kosten Sicherheitsgruppen etwa 40 bis 100 Euro. Beim Kauf eines Boilers oder Warmwasserspeichers sollte auf eine passende, gegebenenfalls bereits integrierte Sicherheitsgruppe geachtet werden.

Wartung

Die Einstellwerte sind in den Herstellerunterlagen angegeben. Als Faustregel gilt, dass mit steigender Betriebstemperatur der Auslösedruck höher eingestellt werden kann. Löst ein Ventil zu früh aus, geht viel Wasser verloren und die Effizienz des Warmwasserbereiters sinkt. Entsprechend muss das Druckminderungsventil abgestimmt werden. Zur Wartung wird der Wasserzulauf abgesperrt. Idealerweise kontrolliert der Betreiber halbjährlich die Funktion, indem er das Überdruckventil kurz betätigt. Das hat zugleich eine spülende Wirkung. Ist ein Bauteil defekt, muss meist die gesamte Gruppe ausgetauscht werden. Da die Sicherheitsgruppe eine wichtige Schutzfunktion erfüllt, sollten Einbau und Wartung im Zweifel von einem Fachbetrieb übernommen werden.

Warum die Sicherheitsgruppe unverzichtbar ist

Ohne funktionierende Sicherheitsgruppe könnte der bei der Erwärmung entstehende Überdruck den Speicher, die Leitungen und Armaturen beschädigen und im Extremfall zu einem Bersten des Behälters führen. Die Sicherheitsgruppe fängt diesen Druck kontrolliert ab und leitet überschüssiges Wasser gefahrlos ab. Zugleich verhindert der Rückflussverhinderer, dass erwärmtes Trinkwasser in die Kaltwasserleitung zurückfließt, was aus hygienischer Sicht wichtig ist. Damit erfüllt die kompakte Bauteilgruppe gleich mehrere sicherheits- und hygienerelevante Aufgaben. Gerade weil sie unscheinbar ist, wird ihre Bedeutung oft unterschätzt. Ihre regelmäßige Kontrolle ist jedoch entscheidend für den sicheren Betrieb der Warmwasserbereitung.

Ein tropfendes Überdruckventil richtig deuten

Viele Hausbesitzer beobachten, dass am Überdruckventil während des Aufheizens Wasser austritt, und halten das für einen Defekt. Tatsächlich ist ein leichtes Tropfen beim Aufheizen ein normaler Vorgang, denn das sich ausdehnende Wasser muss irgendwo hin. Tropft das Ventil jedoch dauerhaft und auch außerhalb der Aufheizphasen, deutet das auf einen zu hohen Leitungsdruck, ein defektes Ausdehnungsgefäß oder ein verschlissenes Ventil hin. In diesem Fall sollte der Fachbetrieb die Anlage prüfen. Ein zusätzliches Ausdehnungsgefäß für Trinkwasser kann den Wasserverlust deutlich verringern, indem es die Ausdehnung aufnimmt, bevor das Überdruckventil anspricht. So bleibt die Sicherheitsgruppe funktionsfähig, ohne unnötig Wasser zu verlieren.

Das Zusammenspiel mit dem Ausdehnungsgefäß

Für einen dauerhaft störungsfreien Betrieb ist das Zusammenspiel von Sicherheitsgruppe und Ausdehnungsgefäß entscheidend. Ein Trinkwasser-Ausdehnungsgefäß nimmt die Volumenzunahme des sich erwärmenden Wassers auf, bevor das Überdruckventil ansprechen muss. Dadurch geht weniger Wasser verloren, und das Überdruckventil wird geschont. Fehlt ein solches Gefäß oder ist es defekt, tropft das Überdruckventil bei jedem Aufheizen, was auf Dauer zu Verschleiß und Wasserverlust führt. Bei der Auslegung achtet der Fachbetrieb darauf, dass Sicherheitsgruppe, Ausdehnungsgefäß und der eingestellte Druck aufeinander abgestimmt sind. So bleibt die Warmwasserbereitung sicher, effizient und wartungsarm.

Damit ist die regelmäßige Kontrolle der Sicherheitsgruppe ein einfacher, aber wichtiger Beitrag zum sicheren und wirtschaftlichen Betrieb der Warmwasserbereitung.

Fazit

Die Sicherheitsgruppe ist ein unverzichtbares Bauteil jedes Warmwasserspeichers, da sie den beim Aufheizen entstehenden Überdruck kontrolliert abfängt und so Schäden verhindert. Ab 60 Grad Betriebstemperatur ist sie nach DIN 1988 vorgeschrieben. Sie besteht aus Kontrollventil, Überdruckventil, Rückflussverhinderer und Prüfanschluss und übernimmt zugleich hygienische Aufgaben. Ein leichtes Tropfen beim Aufheizen ist normal, dauerhaftes Tropfen dagegen ein Warnsignal. Da bei einem Defekt meist die ganze Gruppe getauscht wird und die Schutzfunktion sicherheitsrelevant ist, gehören Einbau und Wartung in fachkundige Hände.