Brauchwasserpumpe

Der Begriff Brauchwasserpumpe wird für zwei unterschiedliche Geräte verwendet: die Brauchwasserwärmepumpe, die Warmwasser erzeugt, und die Trinkwasser-Zirkulationspumpe, die warmes Wasser im Leitungsnetz in Bewegung hält. Beide können den Komfort erhöhen und Energie sparen. Dieser Ratgeber erklärt die Funktion einer Brauchwasserpumpe, die Unterschiede zwischen den Systemen und stellt Produktbeispiele mit Preisen vor.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Brauchwasserwärmepumpe erzeugt ausschließlich Warmwasser, indem sie der Umgebungsluft, der Abluft oder der Außenluft Wärme entzieht. Sie arbeitet effizienter als ein reiner Elektroheizstab.
  • Eine Trinkwasser-Zirkulationspumpe hält das warme Wasser im Leitungsnetz in Bewegung, sodass an der Zapfstelle sofort warmes Wasser kommt und weniger Wasser ungenutzt abläuft.
  • Als optimale Warmwassertemperatur gelten rund 50 bis 55 Grad. Zum Schutz vor Legionellen sollte das Wasser regelmäßig auf 60 Grad und mehr erhitzt werden.

Die Brauchwasserwärmepumpe

Funktion einer Brauchwasserpumpe

Die Brauchwasserwärmepumpe speist den Warmwasserspeicher und wird daher in dessen Nähe montiert. Sie ist eine spezielle Form der Wärmepumpe, die anders als eine Heizungswärmepumpe nur die Warmwasserbereitung übernimmt. Um Nutzwärme abzugeben, benötigt sie eine Wärmequelle. Häufig entzieht sie der Luft im Keller Wärme und arbeitet damit ähnlich wie eine Abluftwärmepumpe.

Gerade ältere Heizkessel erwärmen die Umgebungsluft stark, sodass sich diese als Wärmequelle anbietet. Bei hohem Warmwasserbedarf kann die Raumluft jedoch zu stark auskühlen, sodass die Leistungszahl sinkt und der Strombedarf steigt. Die Hersteller geben die Leistungszahl daher für die jeweilige Umgebungstemperatur an. Auch die Außenluft kann als Quelle dienen, allerdings sinkt im Winter die Effizienz, weil die Temperaturdifferenz zum Warmwasser groß ist. Eine dritte Möglichkeit ist die Nutzung der Abwärme einer Lüftungsanlage.

Vorteile und Betrieb

Ein wesentlicher Vorteil: Mit einer Brauchwasserwärmepumpe lässt sich die Heizung im Sommer abschalten. Dadurch entfallen die Bereitschaftsverluste des Kessels, und die Jahresenergiebilanz verbessert sich. Für eine gute Jahresarbeitszahl sollte die Warmwassertemperatur nicht zu hoch gewählt werden. Optimal sind rund 50 bis 55 Grad. Um Legionellen vorzubeugen, sollte das Wasser jedoch regelmäßig, etwa einmal pro Woche, auf 60 bis 65 Grad erhitzt werden. Praktisch ist die Kombination aus Zeitschaltuhr und Elektroheizstab, den ein Fachbetrieb dauerhaft installiert. Trotz der zusätzlichen Kosten spart die überwiegend niedrigere Temperatur unterm Strich Energie.

Zur Effizienzsteigerung lässt sich die Wärmepumpe für die Vorwärmung nutzen, während der Heizkessel die weitere Erhitzung übernimmt. Im Winter kann die Brauchwasserwärmepumpe auch abgeschaltet und durch den Kessel ersetzt werden, wenn die Effizienz der Luftquelle zu stark sinkt.

Effizienz und Auslegung der Brauchwasserwärmepumpe

Wie wirtschaftlich eine Brauchwasserwärmepumpe arbeitet, hängt stark von der gewählten Wärmequelle und der Umgebungstemperatur ab. Am günstigsten ist die Nutzung von Abwärme, die ohnehin anfällt, etwa aus einem warmen Heizungskeller oder aus der Abluft. Je höher die Temperatur der Quelle, desto besser die Leistungszahl und desto weniger Strom wird benötigt. Kühlt die Quelle dagegen stark aus, sinkt die Effizienz. Bei der Auslegung sollte daher geprüft werden, ob im Aufstellraum dauerhaft genügend Wärme zur Verfügung steht.

Zu bedenken ist außerdem, dass eine Brauchwasserwärmepumpe den Raum, aus dem sie die Wärme entzieht, abkühlt und entfeuchtet. In einem Kellerraum kann das durchaus erwünscht sein, etwa um Feuchtigkeit zu reduzieren. Steht der Raum jedoch mit beheizten Bereichen in Verbindung, sollte dieser Effekt bei der Planung berücksichtigt werden, damit die eingesparte Energie nicht an anderer Stelle wieder verloren geht.

Die Trinkwasser-Zirkulationspumpe

Von der Brauchwasserwärmepumpe zu unterscheiden ist die Zirkulationspumpe. Sie erzeugt keine Wärme, sondern hält das bereits erwärmte Wasser im Leitungsnetz in Bewegung. So kommt an der Zapfstelle sofort warmes Wasser, ohne dass zunächst kaltes Wasser ablaufen muss. Moderne, elektronisch geregelte Zirkulationspumpen verbrauchen wenig Strom und lassen sich über Zeitschaltprogramme bedarfsgerecht steuern. Einige Modelle bieten einen integrierten Legionellenschutz.

Produktbeispiele mit Preisen

Produkt Preis ca. Merkmale
Wilo Star Z Nova A 90 bis 100 Euro Trinkwasser-Zirkulationspumpe für Ein- und Zweifamilienhäuser, hohe Stromeinsparung, integrierter Legionellenschutz
Grundfos UPS 15-14 B PM rund 95 Euro selbstlernende Regelung, einfache Installation, temporäre Steuerung zur Stromeinsparung
Vortex BWZ 152 V KT rund 105 Euro wellenloser Kugelmotor, einfache Reinigung, robustes Messinggehäuse

Welche Lösung sich lohnt

Ob eine Brauchwasserwärmepumpe oder eine Zirkulationspumpe sinnvoll ist, hängt vom Ziel ab. Wer die Warmwasserbereitung effizienter und unabhängiger vom Heizkessel gestalten möchte, profitiert von der Brauchwasserwärmepumpe, besonders im Sommer. Wer dagegen den Komfort erhöhen und Wasser sparen möchte, ist mit einer elektronisch geregelten Zirkulationspumpe gut beraten. Beide Geräte lassen sich auch kombinieren. Zusammengefasst kann eine Brauchwasserpumpe, ob als Wärmepumpe für die Warmwasserbereitung oder als Zirkulationspumpe für den Komfort, den Energieverbrauch senken und den Wohnkomfort erhöhen. Entscheidend ist die passende Auswahl und Auslegung für Ihr Gebäude. Achten Sie außerdem darauf, die Warmwassertemperatur nicht höher als nötig einzustellen und den regelmäßigen Legionellenschutz nicht zu vergessen, um Effizienz und Hygiene in Einklang zu bringen. So verbinden Sie einen niedrigen Energieverbrauch mit hohem Warmwasserkomfort und einer sicheren Trinkwasserqualität.

Der größte Hebel liegt in der Laufzeit. Eine Zirkulationspumpe, die rund um die Uhr läuft, hält die gesamte Leitung dauerhaft warm und verursacht damit nicht nur Stromkosten, sondern vor allem Wärmeverluste über die Rohrlänge. Eine Zeitschaltuhr, die den Betrieb auf die tatsächlichen Nutzungszeiten am Morgen und Abend begrenzt, reduziert beides deutlich, ohne dass der Komfort spürbar leidet. Wichtig ist dabei die Hygiene: Die Absenkung darf nicht dazu führen, dass das Warmwasser dauerhaft unter 55 Grad fällt.

Häufige Fragen zur Brauchwasserpumpe

Was ist der Unterschied zur Zirkulationspumpe?

Eine Brauchwasserwärmepumpe erzeugt Warmwasser, indem sie der Umgebungs-, Ab- oder Außenluft Wärme entzieht. Eine Trinkwasser-Zirkulationspumpe hält bereits erwärmtes Wasser im Leitungsnetz in Bewegung.

Warum ist sie sparsamer als ein Heizstab?

Weil sie den Großteil der Energie aus der Umgebungsluft gewinnt und nur Strom für den Verdichter benötigt.

Was bringt die Zirkulationspumpe?

An der Zapfstelle kommt sofort warmes Wasser, und es läuft weniger Wasser ungenutzt ab. Ohne Zeitsteuerung verursacht sie allerdings unnötigen Stromverbrauch.

Wie stelle ich die Zirkulation richtig ein?

Über ein Zeitprogramm, das sich an den tatsächlichen Zapfzeiten orientiert. Ganz abschalten sollte man sie aus hygienischen Gründen nicht.