
Der Austausch alter Heizkörperthermostate gegen moderne, programmierbare Modelle ist eine der günstigsten Maßnahmen, um Heizenergie zu sparen. Elektronische Thermostate senken die Temperatur automatisch, wenn keine Wärme gebraucht wird. Dieser Kaufratgeber zeigt, worauf es bei der Auswahl ankommt und welche Funktionen sinnvoll sind.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein programmierbares Heizkörperthermostat regelt die Temperatur nach Zeitplan und kann so bis zu rund zehn Prozent der Heizkosten sparen.
- Es gibt manuelle, programmierbare und smarte Thermostate mit Bluetooth oder WLAN; letztere lassen sich per App steuern und bieten Funktionen wie Fenster-offen-Erkennung.
- Der Einbau gelingt meist selbst und kostet je Thermostat grob 20 bis 30 Euro. Als Heizungsoptimierung kann der Austausch förderfähig sein.
Warum sich der Austausch lohnt
Eine neue Heizung ist eine große Investition, die sich erst nach vielen Jahren amortisiert. Deutlich günstiger und schneller wirksam ist der Austausch der Heizkörperthermostate: Elektronische Modelle lassen sich programmieren, sodass die Heizung automatisch absenkt, wenn niemand zu Hause ist oder nachts. So wird ohne großen Aufwand Energie gespart. Der Einbau ist unkompliziert und kann in Eigenregie erfolgen, da meist nur das alte Thermostat abgeschraubt und das neue aufgesetzt wird. Die Kosten liegen grob zwischen 20 und 30 Euro je Thermostat, sodass sich die Anschaffung durch die eingesparte Energie oft schon nach kurzer Zeit bezahlt macht.
Schaltzeiten und Funktionen
Der wesentliche Vorteil elektronischer Thermostate liegt in der zeitgesteuerten Heizungsregelung: Sie können die Temperatur für den gesamten Tagesverlauf programmieren und so genau dann heizen, wenn Wärme gebraucht wird, etwa am Morgen und am Abend. Je nach Gerät lassen sich unterschiedlich viele Schaltzeiten hinterlegen, bei einfachen Modellen wenige, bei anderen über zehn. Die meisten smarten Thermostate bieten heute zusätzlich eine Fenster-offen-Erkennung, die beim Lüften automatisch herunterregelt, sowie eine Kindersicherung. Solche Funktionen gehören inzwischen bei vielen Herstellern zum Standard und tragen dazu bei, unnötigen Verbrauch zu vermeiden.
Manuell, programmierbar oder smart?
Bei der Auswahl lassen sich drei Gruppen unterscheiden. Manuelle Thermostate werden von Hand eingestellt und sind die einfachste und günstigste Variante. Programmierbare Thermostate besitzen eine Zeitschaltung und senken die Temperatur automatisch nach hinterlegtem Plan. Smarte Thermostate mit Bluetooth oder WLAN lassen sich zusätzlich per Smartphone oder Tablet steuern, auch von unterwegs, und in ein Smart-Home-System einbinden. Manche Hersteller setzen auf eigene Konzepte, etwa ein am PC erstelltes Temperatur-Zeit-Profil, das per Stick übertragen wird und besonders wenig Strom verbraucht. Welche Variante passt, hängt vom gewünschten Komfort und Budget ab.
Einbau in Eigenregie
Der Austausch eines Heizkörperthermostats gehört zu den wenigen Arbeiten an der Heizung, die sich problemlos selbst erledigen lassen. In der Regel muss das Heizungswasser dafür nicht abgelassen werden, da nur der Thermostatkopf getauscht und nicht in den wasserführenden Teil eingegriffen wird. Man dreht das Thermostat auf die höchste Stufe, um das Ventil zu entlasten, löst die Überwurfmutter oder den Klemmring, zieht den alten Kopf ab und setzt den neuen auf. Die meisten Thermostate passen über gängige Adapter auf die verbreiteten Ventilanschlüsse; nur in Einzelfällen ist ein spezieller Adapter nötig, der oft im Lieferumfang enthalten ist. Nach der Montage wird das elektronische Thermostat einmal kalibriert, indem es den Ventilhub selbst einmisst, und anschließend programmiert. Der gesamte Vorgang dauert je Heizkörper nur wenige Minuten, sodass sich auch eine ganze Wohnung an einem Nachmittag umrüsten lässt.
Manuell und elektronisch im Vergleich
Ein manuelles Thermostat hält lediglich die eingestellte Temperatur, ohne selbstständig abzusenken. Wer die Temperatur nachts oder bei Abwesenheit senken möchte, muss dies von Hand tun und daran denken, was im Alltag oft untergeht. Genau hier liegt der Vorteil des elektronischen Thermostats: Es senkt die Temperatur automatisch nach Zeitplan und hebt sie rechtzeitig wieder an, sodass die eingesparte Energie tatsächlich anfällt, ohne dass man selbst eingreifen muss. Der Aufpreis gegenüber einem manuellen Modell ist gering und amortisiert sich durch die Einsparung meist schnell. Für Räume mit gleichmäßiger Nutzung kann ein manuelles Thermostat ausreichen; überall dort, wo sich der Wärmebedarf im Tagesverlauf ändert, spielt das elektronische Modell seine Stärken aus.
Auf Batterieverbrauch und Bedienung achten
Funkthermostate werden üblicherweise mit zwei Batterien betrieben, die idealerweise viele Monate halten. Der Energieverbrauch fällt je nach Modell unterschiedlich aus; geht der Strom während einer längeren Abwesenheit zur Neige, ist der Spareffekt schnell dahin. Beim Kauf lohnt daher ein Blick auf die angegebene Batterielaufzeit. Ebenso wichtig ist eine einfache Bedienung, denn ein Funkthermostat spart nur dann zuverlässig Energie, wenn die Programmierung im Alltag tatsächlich genutzt wird. Bewährt haben sich Modelle etablierter Hersteller wie Honeywell, Eurotronic oder Heimeier, die eine hohe Regelgenauigkeit und eine verständliche Bedienung bieten. Wer sich nicht mit einer komplizierten Handhabung herumärgern möchte, sollte solchen Marken den Vorzug geben.
Sparpotenzial und Förderung
Ein programmierbares Heizkörperthermostat kann bis zu rund zehn Prozent der Heizkosten einsparen. Damit dieser Effekt zum Tragen kommt, ist eine einfache Handhabung wichtig, sonst wird das Potenzial nicht voll genutzt. Wer beispielsweise erst am Abend nach Hause kommt, kann die Heizung so einstellen, dass sie sich rechtzeitig einschaltet, statt den ganzen Tag zu laufen. Der Austausch alter Thermostate zählt zur Heizungsoptimierung und kann, gemeinsam mit einem hydraulischen Abgleich, über die Bundesförderung für effiziente Gebäude beim BAFA bezuschusst werden. Neben dem finanziellen Vorteil bringt die zeitgesteuerte Regelung zudem mehr Wohnkomfort, weil die Räume genau dann warm sind, wenn sie genutzt werden.
