luftabscheider montiert von einem heizungsbauer

Ein Luftabscheider entfernt Luft und Mikroblasen aus dem Heizwasser und schützt so die Heizungsanlage vor Störungen und Verschleiß. Warum er wichtig ist, wie er funktioniert, welche Bauarten es gibt und worauf beim Einbau zu achten ist, fasst dieser Ratgeber zusammen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Luftabscheider entfernt Luft und feine Mikroblasen aus dem Heizkreislauf. Das beugt Geräuschen, Korrosion und einer schlechteren Wärmeübertragung vor.
  • Man unterscheidet Mikroblasenabscheider und Absorptionsabscheider. Die Entlüftung erfolgt meist automatisch über ein Ventil im oberen Bereich des Geräts.
  • Der Abscheider wird im Vorlauf hinter dem Kessel oder Mischventil eingebaut. Marken-Geräte kosten grob 60 bis 110 Euro. Für ein normales Einfamilienhaus genügt ein Gerät.

Warum ein Luftabscheider wichtig ist

Im Kessel werden bei hohen Temperaturen kleine Luftblasen aus dem Heizwasser freigesetzt. In kühleren Bereichen der Anlage lösen sie sich teilweise wieder. Bevor das geschieht, sollten die Blasen abgeschieden werden, denn Luft im System führt zu gluckernden Geräuschen, schlechterer Wärmeübertragung und langfristig zu Korrosion. Der Abscheider wird deshalb im Vorlauf direkt hinter dem Mischventil oder dem Kessel installiert, wo das Wasser am wärmsten ist und die meisten Blasen freigesetzt werden. Eine Anbringung an der Saugseite der Umwälzpumpe entfernt zuverlässig größere Blasen, bevor daraus kleinere entstehen. So bleibt das Heizwasser dauerhaft frei von störender Luft, und die Anlage arbeitet ruhig und gleichmäßig.

Bauarten und Modelle

Verschiedene Hersteller bieten Luftabscheider in unterschiedlichen Größen und Anschlussvarianten an. Ein typischer Mikroblasenabscheider aus Messing entfernt kontinuierlich Luft- und Mikroblasen über ein nicht absperrbares, permanentes Entlüftungsventil und kostet grob ab 60 Euro. Für bestimmte Kesseltypen gibt es zudem spezielle Pumpengruppen mit integriertem Luftabscheider, die auf die jeweilige Anlage abgestimmt sind. Andere Modelle eignen sich für geschlossene Kalt- und Warmwasseranlagen und sind für Betriebstemperaturen bis rund 120 Grad ausgelegt. Bei den Anschlüssen wird zwischen Gewinde-, Schweiß- und Flanschanschluss unterschieden.

Mikroblasenabscheider

Der Mikroblasenabscheider ist auf besonders kleine Blasen spezialisiert. Während sich große Luftblasen leicht abscheiden lassen, sind Mikroblasen für einfache Entlüfter ein Problem. Der Abscheider lenkt einen Teilstrom des Wassers in eine turbulenzfreie Zone. Dort können sich kleine Blasen zu größeren verbinden und nach oben aufsteigen, wo sie über ein Entlüftungsventil entweichen. Schwebstoffe sammeln sich am unteren Ende des Gehäuses und lassen sich ablassen. Sehr feine Schlämme werden allerdings nicht vollständig zurückgehalten.

Absorptionsabscheider

Absorptionsabscheider sind mit einer Füllung aus Metallgranulat, Drahtgeflechten oder anderen Festkörpern ausgestattet. An diesen Oberflächen sammeln sich die Mikroblasen und bilden eine beruhigte Zone, in der sie aufsteigen können. Über einen Schwimmentlüfter entweicht die Luft anschließend aus dem Gehäuse.

Woher die Luft im Heizsystem kommt

Luft gelangt auf mehreren Wegen ins Heizwasser. Beim Befüllen der Anlage ist von Anfang an Luft im System, und über Jahre kann durch winzige Undichtigkeiten, über Dichtungen oder durch das Nachfüllen von Wasser weitere Luft hineingelangen. Zudem enthält frisches Füllwasser gelöste Gase, die sich bei Erwärmung als Blasen freisetzen. Typische Anzeichen für Luft im System sind gluckernde oder rauschende Geräusche in den Heizkörpern, Heizkörper, die oben kalt bleiben, sowie eine insgesamt schlechtere Wärmeleistung. Ein Luftabscheider entfernt diese Luft kontinuierlich und automatisch, während das manuelle Entlüften der einzelnen Heizkörper nur eine punktuelle Maßnahme bleibt, die zudem regelmäßig wiederholt werden muss.

Luftabscheider und Schlammabscheider

Neben Luft sammeln sich im Heizwasser über die Jahre auch feste Partikel wie Rost und Schlamm an. Diese setzen sich in Heizkörpern, Ventilen und der Pumpe ab und mindern die Effizienz. Deshalb gibt es neben reinen Luftabscheidern auch kombinierte Luft- und Schlammabscheider sowie separate Schlammabscheider, die im Rücklauf eingebaut werden. Gerade beim Einbau einer neuen, effizienten Heizung oder einer Wärmepumpe ist ein sauberes, luft- und schlammfreies Heizwasser wichtig, damit die Anlage ihre volle Leistung erreicht und langlebig bleibt. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vom Zustand der Anlage ab und lässt sich mit einem Fachbetrieb klären.

Einbau, Wartung und Auswahl

Für ein normales Einfamilienhaus genügt in der Regel ein Luftabscheider. Bei sehr hohen Gebäuden ist zu beachten, dass der statische Druck mit der Höhe abnimmt, wodurch zusätzlich Luft freigesetzt wird. Hier kann in oberen Etagen ein weiteres Gerät sinnvoll sein. Damit die Anlage dauerhaft zuverlässig arbeitet, gehört der Luftabscheider zur regelmäßigen Wartung. Im Rahmen eines Wartungsvertrags überprüft ein Heizungsinstallateur die Anlage in Abständen von ein bis zwei Jahren, reinigt sie, kontrolliert die Funktion und tauscht bei Bedarf Dichtungen oder Bauteile aus. Erfüllt der Abscheider seine Funktion nicht mehr, schützt ein rechtzeitiger Austausch die übrigen Heizungssysteme und vermeidet Folgekosten. Wer einen Luftabscheider auswählt, sollte auf die passende Baugröße, den richtigen Anschluss und eine gute Verarbeitung achten, damit das Gerät zuverlässig entlüftet und lange hält. Die Anschaffungskosten von grob 60 bis 110 Euro sind im Verhältnis zum Nutzen gering, denn ein gut entlüftetes System arbeitet leiser, effizienter und verschleißärmer. In vielen Fällen amortisiert sich der Abscheider durch die bessere Wärmeübertragung und die vermiedenen Folgeschäden bereits nach kurzer Zeit. Beim Einbau ist auf die richtige Einbaulage und Fließrichtung zu achten, weshalb die Installation am besten durch einen Fachbetrieb erfolgt, der zugleich prüfen kann, ob zusätzlich ein Schlammabscheider sinnvoll ist.

Häufige Fragen zum Luftabscheider

Warum ist Luft im Heizkreislauf ein Problem?

Luftblasen verschlechtern die Wärmeübertragung, verursachen Gluckern und begünstigen Korrosion an Stahlbauteilen. Betroffene Heizkörper werden oben nicht mehr richtig warm.

Wo wird der Abscheider eingebaut?

Im Vorlauf hinter dem Kessel oder dem Mischventil. Dort ist das Wasser am wärmsten, wodurch sich gelöste Gase am leichtesten ausscheiden.

Welche Bauarten gibt es?

Mikroblasenabscheider fangen feinste Bläschen über eine Netzstruktur ab. Absorptionsabscheider binden die Gase über ein Trägermaterial. Beide entlüften meist automatisch über ein Ventil im oberen Bereich.

Ersetzt er das Entlüften der Heizkörper?

Weitgehend, aber nicht vollständig. Nach dem Befüllen der Anlage oder nach Reparaturen bleibt das manuelle Entlüften einzelner Heizkörper sinnvoll.