Wärmemengenzähler: Präzise Temperaturerfassung

Vor allem in älteren Gebäuden ist die Verbrauchserfassung von Wärme durch außen anmontierte Heizkostenverteiler bekannt. Analoge und digitale Modelle ermitteln den Wärmeverbrauch durch ein Verdunstungsröhrchen. Ein Wärmemengenzähler erfasst den Verbrauch sehr viel präziser.

Wärmemengenzähler
Ein Wärmemengenzähler für Heizkörper ist im Rohrsystem integriert und erfasst das Wasservolumen und die Temperaturdifferenz des Ab- und Zulaufs. Kesselheld zeigt Ihnen was Sie beim Einbau zu beachten haben und welche Hersteller vorzufinden sind. Auch heute finden sich trotzdem noch viele Heizkostenverteiler, da die Heizkostenabrechnung mit Wärmemengenzähler bau- und systembedingte Grenzen hat.
Abgesehen von dem hohen Anschaffungspreis und dem aufwendigen Einbau bietet nicht jedes Zirkulationssystem die erforderliche Montierfähigkeit. Wichtige ist die richtige Montage des Menegnzählers innerhalb des Systems. Die folgende Infografik zeigt den richtigen Aufbau:

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Wärmemengenzähler: Erfassen von Temperaturen und Volumen

Die technische Funktion des Wärmemengenzähler entspricht der einer herkömmlichen Wasseruhr mit zusätzlicher Wärmeerkennung. Neben dem Erfassen des durchlaufenden Volumens werden die Temperaturen des zu- und abströmenden Wassers gemessen. Die Differenz zwischen Vor- und Rücklauftemperatur mit dem durchgeflossenen Wasser in Beziehung gesetzt, ergibt den Wärmeverbrauch. Bei der Wärmemengenzähler Abrechnung wird die sogenannte spezifische Wärmekapazität des Wassers von 4,19 Kilojoule in der Sekunde als Multiplikator eingesetzt.

Ein Wärmemengenzähler wird in eine Rohrleitung eingebaut und misst mit einem rotierenden Flügelrad oder per Ultraschall das Durchlaufvolumen. An Vor- und Zulaufleitungen müssen extern Temperaturfühler oder Sensoren angebracht werden. Wenn der Zähler bereits in einer der beiden Leitungsseiten integriert ist, kann sich der entsprechende Fühler auch im Gerät selber befinden.

Einbau und Eichung

Fachgerecht eingebaut liefert ein Wärmemengenzähler präzise Volumina und Temperaturwerte, die in Ihrer Gesamtheit Messtoleranzen von fünf Prozent nicht überschreiten.

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Tipp: Prüfung der Temperaturfühler

Um Heizkostenberechnungserlaubnis zu erhalten, müssen die beiden Temperaturfühler erst unabhängig voneinander und danach im gemeinsamen Betrieb geprüft werden. Nach der anschließenden Prüfung der Volumenmesseinheit wird eine für fünf Jahre gültige Eichung zertifiziert.

Das geeichte Gerät muss ohne Montagemängel in den Heizkreislauf eingebaut werden. Die Größe des Volumenmessbauteils muss an die Durchflussmenge angepasst sein. Die Temperaturfühler müssen im selben Kreislauf positioniert werden und jeweils mindestens in die Rohrmitte reichen. Unverzichtbar für zuverlässige Messergebnisse sind die richtige Positionierung zur Fließrichtung des Wassers und der Lage zum Leitungsverlauf.

Hersteller und Modelle

Wenn Sie einen oder mehrere Wärmemengenzähler kaufen, haben Sie die Auswahl zwischen Modellen mit sehr unterschiedlichen technischen Ausstattungen. Während die Messbauteile der meisten Hersteller sehr ähnlich aufgebaut sind, führt insbesondere der Bedienungs- beziehungsweise Ablesekomfort zu Preisunterschieden. Als Basispreis müssen Sie pro Gerät zwischen 100 und 200 Euro kalkulieren.

Bekannte und renommierte Hersteller sind:

  • Allmess
  • Elster
  • Engelmann
  • Kampstrup
  • Kundo
  • Sensus
  • Zenner

Die Mehrzahl der standardmäßig mit digitalem Display ausgestatteten Geräte bewegen sich im Preisbereich zwischen 120 und 150 Euro. Für den unverzichtbaren fachgerechten Einbau durch einen qualifizierten Wärmebautechniker müssen Sie Arbeitskosten zwischen 50 und 100 Euro kalkulieren.

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Info für Verbraucher

Ab 2016 müssen die Geräte die sogenannte MID-Kennzeichnung tragen.

Vorbereitende Rohrleitungsplanung

Es gibt einige Heizsysteme, bei denen ein Heizkostenverteiler nicht realisierbar ist. Unverzichtbar ist ein Wärmemengenzähler bei Fußbodenheizungen und Luftheizsystemen aller Art. Sowohl bei der Planung dieser Heizsysteme als auch bei der generellen Konzeption eines Heizkreislaufs muss die Einbaufähigkeit gewährleistet werden. Insbesondere müssen bei zentral gespeisten Zirkulationssystemen getrennte Heizstränge für jede Abrechnungseinheit vorhanden sein. Eigentümer haben die freie Auswahl, ihr Messinstrument für die Heizkostenabrechnung selber zu bestimmen.