Stromverbrauch eines Durchlauferhitzers

Der Durchlauferhitzer erzeugt Warmwasser im Durchflussprinzip: Wird an einer Zapfstelle wie der Dusche warmes Wasser benötigt, erwärmt das Gerät das durchfließende Wasser mit Strom. Im Folgenden erfahren Sie, wie hoch der Stromverbrauch ausfällt und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Durchlauferhitzer erwärmt Wasser bedarfsgerecht mit Strom und verursacht keine Bereitschaftsverluste, ist aber wegen des hohen Strompreises im Betrieb teuer.
  • Als Faustwert liegt der Verbrauch für die Warmwasserbereitung bei rund 500 Kilowattstunden je Person und Jahr, was sich mit jeder weiteren Person erhöht.
  • Für kleine Haushalte ist der Durchlauferhitzer gut geeignet, für größere mit hohem, regelmäßigem Bedarf ist ein Warmwasserspeicher meist sinnvoller.

Wie hoch ist der Stromverbrauch?

Für die Warmwasserbereitung gibt es zwei Wege: Ein Warmwasserspeicher hält warmes Wasser vor und wird meist über die Heizungsanlage gespeist, während ein Durchlauferhitzer das Wasser mit Strom erhitzt, während es durchfließt. Als grober Richtwert verbraucht ein Durchlauferhitzer für die Warmwasserbereitung rund 500 Kilowattstunden je Person und Jahr. Bei einem Strompreis von etwa 37 Cent je Kilowattstunde entspricht das rund 185 Euro je Person und Jahr. Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft den Verbrauch und die Kosten nach Haushaltsgröße:

Personen im Haushalt

Stromverbrauch für Warmwasser in kWh/Jahr

Kosten bei rund 37 Cent/kWh

1 Person rund 500 rund 185 Euro
2 Personen rund 1.000 rund 370 Euro
3 Personen rund 1.500 rund 555 Euro
4 Personen rund 2.000 rund 740 Euro

Es handelt sich um Durchschnittswerte, die je nach Warmwasserverbrauch und tatsächlichem Strompreis abweichen können und sich direkt auf die Energiekosten auswirken. Mit jeder weiteren Person steigt der Verbrauch um mehrere hundert Kilowattstunden.

Auch der Wasserverbrauch zählt

Neben der Personenzahl beeinflusst der Wasserverbrauch den Strombedarf, weshalb sich der Vergleich zwischen Warmwasserspeicher und Durchlauferhitzer lohnt. Der Durchlauferhitzer eignet sich besonders für die bedarfsorientierte Warmwasserbereitung in kleinen Haushalten, und durch die Erzeugung nach Bedarf ist das Risiko der Keimbildung geringer. Je mehr Wasser jedoch regelmäßig erhitzt werden soll, desto unwirtschaftlicher wird das Gerät, da es sich häufig ein- und ausschaltet. Für größere Mengen, die regelmäßig in konstanter Temperatur benötigt werden, ist der Warmwasserspeicher die bessere Wahl. Dabei gilt: Die Wassertemperatur sollte 60 Grad Celsius nicht dauerhaft unterschreiten, da unterhalb dieser Grenze das Wachstum von Bakterien wie Legionellen zunimmt. Tipps, wie Sie Ihren Warmwasserverbrauch senken, helfen zusätzlich, Kosten zu sparen.

Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher?

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Merkmale beider Varianten zusammen:

Merkmal

Durchlauferhitzer

Warmwasserspeicher

Versorgung dezentral zentral
Betrieb meist elektrisch meist mit der Heizung verbunden
geeignet für kleine Haushalte größere Haushalte

Produkte und Hersteller

Um den Stromverbrauch zu senken, lohnt sich ein hochwertiges Markenmodell, das sparsam arbeitet und meist zusätzliche Regelfunktionen bietet. Zu den bekannten Herstellern zählen unter anderem Stiebel Eltron, CLAGE, AEG und Siemens. Je nach Bedarf gibt es Modelle mit einem Durchlaufvolumen von bis zu 30 Litern sowie Kleindurchlauferhitzer für einzelne Wasch- und Spülbecken. Elektronisch geregelte Geräte halten die Temperatur konstant und arbeiten sparsamer als einfache hydraulische Modelle.

Fazit

Zusammengefasst erwärmt ein Durchlauferhitzer Wasser bedarfsgerecht und ohne Bereitschaftsverluste, ist aber wegen des hohen Strompreises im Betrieb vergleichsweise teuer. Als Faustwert fallen rund 500 Kilowattstunden je Person und Jahr an, was bei aktuellen Strompreisen etwa 185 Euro je Person entspricht. Für kleine Haushalte mit geringem Warmwasserbedarf ist der Durchlauferhitzer gut geeignet, während sich für größere Haushalte mit hohem, regelmäßigem Bedarf ein Warmwasserspeicher oder eine Warmwasserbereitung über die Heizung eher lohnt. Wer ein sparsames, elektronisch geregeltes Markenmodell wählt und den Warmwasserverbrauch senkt, hält die Stromkosten spürbar niedriger.

Wer über den Wechsel des Warmwassersystems nachdenkt, sollte auch die Einbindung in eine moderne Heizung prüfen. Eine Wärmepumpe oder ein mit erneuerbarer Energie gespeister Speicher bereitet Warmwasser deutlich günstiger als ein rein elektrischer Durchlauferhitzer. Für einzelne, weit von der Heizung entfernte Zapfstellen bleibt der Durchlauferhitzer dagegen oft die praktischste Lösung, da lange Leitungswege und die damit verbundenen Wärmeverluste entfallen.

Um den Stromverbrauch spürbar zu senken, helfen zudem einfache Maßnahmen wie ein wassersparender Duschkopf, das Reparieren tropfender Armaturen und ein bewusster Umgang mit warmem Wasser. Da beim Durchlauferhitzer jede erwärmte Wassermenge direkt Strom kostet, wirkt sich sparsames Verhalten unmittelbar auf die Rechnung aus. Ein modernes, elektronisch geregeltes Gerät unterstützt dies, indem es die Temperatur konstant hält und unnötiges Aufheizen vermeidet.

Ein weiterer praktischer Hinweis betrifft die Leitungslänge: Sitzt der Durchlauferhitzer nahe an der Zapfstelle, gelangt das warme Wasser rasch dorthin, und es geht wenig Energie über kalte Leitungen verloren. Gerade in großen Wohnungen mit weit auseinanderliegenden Bädern kann daher der gezielte Einsatz mehrerer kleiner Geräte sinnvoller sein als eine einzige zentrale Lösung mit langen Wegen.

Rechenbeispiel: Warum die Dusche im Winter schwächer wird

Gerechnet mit der physikalischen Grundformel: Durchfluss in Litern je Stunde = Leistung in Watt geteilt durch (1,163 mal Temperaturdifferenz). Zieltemperatur 38 Grad.

Ein Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser im Moment der Entnahme. Seine Leistung ist fix, also entscheidet die Temperaturdifferenz darüber, wie viel warmes Wasser gleichzeitig fließen kann. Im Winter ist das Leitungswasser kälter, die Differenz größer und der mögliche Durchfluss kleiner:

Gerät Sommer (Zulauf 15 Grad) Übergangszeit (10 Grad) Winter (6 Grad)
18 kW rund 11,2 l/min rund 9,2 l/min rund 8,1 l/min
21 kW rund 13,1 l/min rund 10,7 l/min rund 9,4 l/min
24 kW rund 15,0 l/min rund 12,3 l/min rund 10,7 l/min

Damit ist der häufigste Beschwerdegrund erklärt: Das Gerät ist nicht defekt, sondern es arbeitet im Winter schlicht gegen eine um rund neun Grad größere Differenz. Ein 18-Kilowatt-Gerät liefert dann nur noch gut acht Liter je Minute, während eine übliche Duschbrause rund 15 Liter je Minute durchlässt. Die Folge ist entweder ein dünner Strahl oder Wasser, das nicht heiß genug wird.

Daraus folgen zwei praktische Konsequenzen. Erstens: Eine Sparbrause mit sechs bis neun Litern je Minute löst das Problem oft besser als ein größeres Gerät, kostet unter zehn Euro statt mehrerer Hundert und senkt zugleich den Verbrauch. Zweitens: Wer doch aufrüstet, muss die Elektroinstallation prüfen lassen, denn 21 oder 24 Kilowatt verlangen einen entsprechend abgesicherten Starkstromanschluss und einen ausreichenden Leitungsquerschnitt. Der Netzbetreiber muss dem Anschluss zustimmen, und die Anmeldung übernimmt der Elektrofachbetrieb.