
Ein Gas-Durchlauferhitzer erwärmt Brauchwasser im Moment der Entnahme und stellt so schnell warmes Wasser bereit. Er ist vor allem dort sinnvoll, wo keine Zentralheizung vorhanden ist oder sehr lange Leitungswege zum Wärmeerzeuger führen würden. Dieser Ratgeber erklärt Funktion, Gasarten, Vorteile und Kosten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Gas-Durchlauferhitzer erhitzt Wasser bei Bedarf im Durchfluss und liefert innerhalb weniger Augenblicke warmes Brauchwasser, ohne einen Speicher.
- Er lässt sich mit Erdgas oder Propangas betreiben. Die Umrüstung auf die andere Gasart erfolgt über einen Düsenwechsel durch eine Fachkraft.
- Gegenüber elektrischen Durchlauferhitzern sind die Betriebskosten in der Regel spürbar niedriger. Gute Modelle gibt es ab rund 250 Euro, Markengeräte ab 400 bis 500 Euro.
Funktionsweise
Der Brenner eines Gas-Durchlauferhitzers wird nur bei Bedarf gezündet. Die Zündung erfolgt entweder über eine elektronische Piezo-Zündung oder über eine dauerhaft brennende Zündflamme, die geringe Mengen Gas verbraucht. Beide Verfahren sind sicher: Erlischt die Zündflamme, unterbricht ein Thermosensor sofort die Gaszufuhr. Moderne Geräte mit Piezo-Zündung kommen oft ohne Stromanschluss aus, da die Zündung über eine Batterie versorgt wird, was sie auch bei einem Stromausfall funktionsfähig hält. Im Gerät strömt das zu erwärmende Wasser durch Rohre mit Lamellen, die von den Flammen erhitzt werden und die Wärme an das Wasser abgeben. Je nach Leistung ist eine Abgasöffnung nach außen mit Frischluftzufuhr oder ein Schornsteinanschluss erforderlich.
Welche Gasarten sind möglich?
Gas-Durchlauferhitzer eignen sich in der Regel sowohl für Erdgas als auch für Propangas. Ein Erdgasgerät benötigt einen festen Gasanschluss, während ein Propangasgerät flexibel aus Gasflaschen oder einem stationären Tank versorgt wird und daher auch dort einsetzbar ist, wo kein Erdgasnetz vorhanden ist. Die Umrüstung von einer Gasart auf die andere ist meist mit geringem Aufwand möglich, in der Regel durch den Wechsel der Brennerdüse. Diese Arbeit sollte immer eine qualifizierte Fachkraft übernehmen, um Fehlfunktionen auszuschließen.
Vorteile
Wie alle Durchlauferhitzer stellt auch das mit Gas betriebene Gerät warmes Wasser in kürzester Zeit bereit. Je näher es an der Entnahmestelle sitzt, desto kürzer die Leitung und desto schneller kommt warmes Wasser an. Dabei lassen sich je nach Leistung des Geräts mehrere Entnahmestellen an einen Durchlauferhitzer anschließen. Gerade in Altbauten ohne Zentralheizung oder überall dort, wo lange Leitungen zu langen Wartezeiten führen, ist ein Durchlauferhitzer eine gute Lösung. Gegenüber einem elektrischen Gerät ist der Betrieb mit Gas meist günstiger, weil Strom je Kilowattstunde teurer ist. Elektrische Durchlauferhitzer rechnen sich vor allem dort, wo nur gelegentlich warmes Wasser gebraucht wird, etwa in einer Gäste-Toilette.
Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher?
Bei der dezentralen Warmwasserbereitung stellt sich oft die Frage nach dem passenden Prinzip. Ein Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser erst im Moment der Entnahme und hält keinen Vorrat bereit. Dadurch entfallen die Bereitschaftsverluste eines Speichers, und es steht theoretisch unbegrenzt warmes Wasser zur Verfügung, solange gezapft wird. Ein Warmwasserspeicher oder Boiler hält dagegen eine bestimmte Menge warmes Wasser vor, das jederzeit sofort verfügbar ist, aber durch die Dämmung langsam auskühlt und nachgeheizt werden muss. Der Durchlauferhitzer ist vor allem dort im Vorteil, wo warmes Wasser häufig und in wechselnder Menge gebraucht wird, während ein Speicher bei sehr hohem gleichzeitigem Bedarf punkten kann. Der Gas-Durchlauferhitzer verbindet die Vorteile der Durchflusserwärmung mit dem günstigeren Brennstoff Gas gegenüber Strom.
Wartung und Sicherheit
Wie jedes gasbetriebene Gerät benötigt ein Gas-Durchlauferhitzer eine regelmäßige Wartung durch eine Fachkraft, die Brenner, Zündung und Abgasführung überprüft. Eine korrekte Abgasführung ist besonders wichtig, damit keine Verbrennungsgase in den Wohnraum gelangen; der Schornsteinfeger kontrolliert die Anlage im vorgeschriebenen Rahmen. Moderne Geräte verfügen über Sicherheitseinrichtungen wie die Flammenüberwachung, die die Gaszufuhr bei erloschener Flamme sofort stoppt. Bei Propangasgeräten ist zusätzlich auf die sichere Lagerung und den Anschluss der Gasflaschen zu achten. Wer diese Punkte beachtet und die Wartung nicht vernachlässigt, kann einen Gas-Durchlauferhitzer über viele Jahre sicher und zuverlässig betreiben.
Das passende Modell finden
Wer einen Gas-Durchlauferhitzer kauft, sollte zunächst die benötigte Leistung bestimmen. Sie hängt davon ab, wie viele Entnahmestellen versorgt werden und wie hoch die durchschnittliche Entnahmemenge ist. Ebenfalls zu klären ist, ob ein Erdgasgerät infrage kommt, weil bereits ein Gasanschluss vorhanden ist, oder ob ein Propangasgerät nötig ist. Empfehlenswerte Modelle sind je nach Ausführung und Leistung ab etwa 250 Euro erhältlich, gute Markengeräte etwa von Junkers oder Vaillant ab rund 400 bis 500 Euro aufwärts.
Einordnung 2026
Ein Gas-Durchlauferhitzer ist eine bewährte Lösung für die dezentrale Warmwasserbereitung an einzelnen Zapfstellen. Zu bedenken ist jedoch, dass er mit Erdgas oder Propan einen fossilen Brennstoff nutzt, dessen Kosten durch den steigenden CO2-Preis über die Jahre zunehmen. Anders als der Austausch einer Heizung ist die Anschaffung eines Gas-Durchlauferhitzers nicht über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig, da diese nur erneuerbare Systeme bezuschusst. Wer ohnehin eine neue zentrale Wärmeversorgung plant, sollte prüfen, ob sich die Warmwasserbereitung über eine Wärmepumpe oder eine Warmwasser-Wärmepumpe effizienter und klimafreundlicher lösen lässt. Für einzelne, weit entfernte Zapfstellen bleibt der Gas-Durchlauferhitzer aber eine praktikable und schnelle Lösung, die lange Leitungswege und die damit verbundenen Wärmeverluste vermeidet.
