Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung im Überblick

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Quelle: Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG

Eine Heizart, die nahezu vollständig auf das Zuführen externer Energie verzichten kann, ist die Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.

Bei diesem Energiekonzept nutzen Sie vereinfacht schematisiert, die ohnehin in Ihren Wohnräumen entstehenden Ablufterwärmungen zum Heizen.

Voraussetzung für die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist eine gute bis ausgezeichnete Dämmung. Die Wärmerückgewinnung kann nur mit höchsten Effizienzwerten ausreichende Raumtemperaturen erzeugen.

In jedem Haushalt entsteht Abwärme durch den Wohnbetrieb. Aufsteigende Raumwärme durch menschliche Körper, Verrichtungen wie Speisenzubereitung und Körperhygiene und stoffliche Wärmeentwicklung durch Geräte, Einrichtungen und Werkmaterialien greift die Wohnraumlüftung auf. Zugespitzt formuliert nutzt das Heizsystem Abfallwärme, die sonst ungenutzt aus dem Gebäude austritt.

Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung: Funktionsweise

Eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung basiert auf der kontrollierten Ab- und Zuleitung von Luftströmen aus den Räumen hinaus und in die Räume hinein. Das Lüftungsgerät besitzt an der Schnittstelle zwischen Innen- und Außenluft einen Wärmetauscher.

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Es überträgt die Abluftwärme auf die kühlere Frischluftzufuhr. Der dabei fast unvermeidliche Wärmeverlust beziehungsweise die limitierte Aufheizfähigkeit wird von einem Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung meist durch ein Zusatzheizung unterstützt.
Gängig sind mit Strom betriebene Ventilatoren, Nachheizgeräte oder Luft Luft Wärmepumpen.

Die ausbeutungsfähige Wärmeenergie reicht nur für die Raumluftversorgung aus. Die Warmwasserbereitung erfolgt in einem gesonderten System. Die Öffnungen der Luftabführungen in den einzelnen Räumen liegen immer oben und deckennah. Eine gebäudeweite Zusammenführung der Luftkanäle führt die einzelnen Abluftzubringer zum Wärmetauscher.

Voraussetzungen und Eignung

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Quelle: Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG

Ihre höchste Effektivität und Wirtschaftlichkeit erreicht eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung in einem Niedrigenergie- und Passivhaus. Durch hochwertige Dämmung geht wenigstmögliche „Abfallwärme“ verloren. Wirkungsgrade bis zu 90 Prozent sind realisierbar und benötigen nur geringe zusätzliche Aufheizung.Die komplexe Luftkanalführung und die hohen Ansprüche an Luftdichtigkeit und Dämmung schränken die nachträgliche Installation in Bestandsgebäuden stark ein. Je nach Gebäudeart kann ein
Luftheizsystem überhaupt nicht geeignet sein, da es einen zu großen Bedarf an externer Hilfsenergie benötigt. In Altbauten muss man neben der grundlegenden Dämmung aller Wände, Decken, Fenster und Türen zudem Platz für die Luftkanäle schaffen. Das ist oft nur durch ein Abhängen der Decken möglich, was in den seltensten Fällen erwünscht ist.

Luftheizsysteme haben Vor- und Nachteile, die Sie bei der Planung berücksichtigen müssen:

Vorteile: Nachteile:
  • Keine Heizausgabegeräte erforderlich
  • Saubere Raumluft
  • Geringe Staubverwirbelung und Milbenentwicklung
  • Niedrige Heizkosten
  • Schnelle Regulierfähigkeit
  • Ständig Frischluft ohne Lüften verfügbar
  • Förderungsfähig
  • Mit Solarstrom kombinierbar
  • „Regenerative“ Energiequelle
  • Hohe Anschaffungskosten
  • Externe Warmwasserversorgung erforderlich
  • Zusätzliche Stromverbrauchskosten für Zusatzgeräte

Wärmerückgewinnung: Systeme und Konstruktionsarten

Um auf bauliche Gegebenheiten eingehen zu können, ist eine zentrale oder dezentrale Installation der Ab- und Zuluftanlagen möglich. Dezentrale Anlagen berücksichtigen nur einen oder einige ausgewählte Räume und führen den Wärmeaustausch zentral oder einzeln aus. Zentrale Varianten erstrecken sich über das gesamte Gebäude und nutzen die vollständige Energiebilanz beziehungsweise Abfallwärme.

Der Bauaufwand für dezentrale Montagen ist geringer als für zentrale Anlagen. Somit können bei partiell ausgewählten Anschlussräumen die Investitionskosten niedriger gehalten werden. Zudem ist die Realisierung auch in Bestandsgebäuden mit teilweise ungeeigneter Baubeschaffenheit überhaupt erst möglich.

Hersteller und Preise

Auf dem Markt für Lüftungssysteme sind sowohl bekannte und renommierte Heizungshersteller wie Brötje, Buderus, Stiebel Eltron, Vaillant, Viessmann und Wolf-Heiztechnik als auch Spezialanbieter vertreten. Etwa 50 Systemhersteller bieten in Deutschland meist unter der Bezeichnung Lüftungsanlagen Teil- oder Komplettprodukte an.

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  • In einem Einfamilienhausneubau, der die Kriterien eines Niedrigenergie- oder Passivhauses erfüllt, muss für eine zentrale Anlage mit Material- und Installationskosten zwischen 8.000 und 20.000 Euro kalkuliert werden.
  • Dezentrale Lösungen können ab etwa 2.000 Euro realisiert werden.
  • Für die Instandhaltung und Wartung einschließlich jährlichem Filtertausch müssen Sie mit Kosten zwischen 100 und 200 Euro rechnen.