
Gas ist nach wie vor ein beliebter Brennstoff für das Heizen in privaten Haushalten. Geringer Platzbedarf, kein benötigtes Brennstofflager, leiser Betrieb und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen für Gasfeuerungsanlagen. Ein Gasofen eröffnet in vielen baulichen Situationen eine flexible Heizlösung. Wir zeigen, worauf Sie beim Kauf eines Gasofens achten sollten, welche Bauarten es gibt und welche Hersteller und Preise üblich sind.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Gasofen ist eine Einzelfeuerstelle, die vor allem als zusätzliche Wärmequelle in einzelnen Räumen dient.
- Für den dauerhaften Betrieb in Innenräumen ist ein Abgasanschluss und eine gute Belüftung erforderlich.
- Wichtige Sicherheitsmerkmale sind eine Piezozündung und eine Sauerstoffmangelsicherung.
- Die Preise reichen je nach Bauart von etwa 70 Euro für einfache Katalytöfen bis über 850 Euro für Gaskamine.
Einsatz und Funktion
Als Einzelfeuerungsstellen werden Gasöfen vor allem in geschlossenen Räumen eingesetzt. Bei dauerhafter Nutzung in Innenräumen ist eine Abgasanlage erforderlich, etwa über einen Kamin- oder Schornsteinanschluss. Bei kurzer Nutzung ist je nach Gerät auch ein Betrieb ohne festen Abgasanschluss möglich. Dann ist eine gute Belüftung wichtig, damit der Sauerstoffverbrauch ausgeglichen wird. Als Bauarten stehen Konvektor, Radiator, Kachel- und Katalytmodelle zur Wahl.
Modellvarianten und Einsatzarten

Gasöfen werden sowohl in nüchternem Funktionsdesign als auch mit sichtbarer Brennkammer als Gaskamin angeboten. Verwendung finden sie vor allem in seltener genutzten Räumen wie Anbauten, Werkstätten oder Hobbyräumen. Sonderformen sind Katalytöfen und Heizpilze, die mit Gasflaschen betrieben werden und Strahlwärme auf Balkonen und Terrassen liefern.
Gasöfen dienen meist als zusätzliche Wärmequelle zu einem Hauptheizsystem; die Verwendung als alleinige Heizung ist gesetzlich nicht immer erlaubt. Wer einen Gasofen kaufen möchte, sollte auf folgende Ausstattungsmerkmale achten:
- Piezozündung,
- Sauerstoffmangelsicherung,
- Regelung mit Thermostat,
- passende Abgasanschlussart.
Wird der Gasofen an eine dauerhafte Gasversorgung angeschlossen, treten häufig zusätzliche baurechtliche Anforderungen in Kraft.
Hersteller und Preise
Während einige Heizungshersteller wie Vaillant die Produktion von Standheizgeräten weitgehend eingestellt haben, bieten Spezialhersteller wie Oranier Gaskamine und Gasheizautomaten in großer Auswahl an. Kaminmodelle benötigen einen Schornstein– oder Außenwandanschluss, Automaten sind mit und ohne Abgasrohr erhältlich. Ein Überblick über verschiedene Modelle:
Gasofen |
Ausstattung |
Preis |
| Oranier Heizautomat Palma Plan | 3 bis 9 kW, mit Schornsteinanschluss, für Wohnräume geeignet | ab 850 Euro |
| Rowi Gas-Katalytofen | 3,4 kW, ohne Schornsteinanschluss, für Wohnräume geeignet | ab 130 Euro |
| Admiral Gasheizofen | 4,2 kW, ohne Schornsteinanschluss, für die Außenaufstellung | ab 70 Euro |
Für einen mobilen Gasofen mit Flaschengas beginnen die Preise ab etwa 100 Euro. Auf eine Piezozündung und eine Sauerstoffmangelsicherung sollte nie verzichtet werden, da diese den Ofen bei zu geringer Sauerstoffkonzentration automatisch abschaltet.
Vor- und Nachteile
Ein Gasofen wird neben seiner Funktion oft wegen seiner Optik geschätzt: Designmodelle mit sichtbarer Flamme schaffen Behaglichkeit. Verglichen mit einer Gasheizung sind die Anschaffungspreise gering, und durch das leichte Gewicht eignen sich viele Geräte als mobile Heizung. Als Ersatz für eine Gaszentralheizung ist ein Gasofen jedoch nicht geeignet, da jeder Ofen einen eigenen Gasanschluss benötigt und für das gesamte Haus entsprechend viele Geräte nötig wären.
Gasofen und rechtlicher Rahmen
Da ein Gasofen mit dem fossilen Brennstoff Gas betrieben wird, sollte der langfristig steigende CO2-Preis in die Überlegungen einfließen. Als Zusatzheizung für einzelne, selten genutzte Räume bleibt der Gasofen praktisch. Für die Grundversorgung eines ganzen Hauses greifen dagegen die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes, das beim Einbau einer neuen zentralen Heizung schrittweise die Einbindung erneuerbarer Energien verlangt. Wer dauerhaft und wirtschaftlich heizen möchte, sollte daher ein zentrales, zukunftsfähiges Heizsystem in Betracht ziehen und den Gasofen nur ergänzend nutzen.
Sicherheit beim Betrieb eines Gasofens
Beim Betrieb eines Gasofens steht die Sicherheit an erster Stelle. Bei der Verbrennung wird Sauerstoff verbraucht, und bei unzureichender Belüftung oder unvollständiger Verbrennung kann das geruchlose, giftige Kohlenmonoxid entstehen. Deshalb ist eine ausreichende Frischluftzufuhr unverzichtbar, und Geräte ohne festen Abgasanschluss dürfen nur zeitweise und in gut belüfteten Räumen betrieben werden. Eine Sauerstoffmangelsicherung schaltet den Ofen automatisch ab, wenn die Sauerstoffkonzentration im Raum zu niedrig wird. Zusätzlich empfiehlt sich die Installation eines Kohlenmonoxid-Melders, der frühzeitig warnt, sowie die regelmäßige Prüfung der Anlage.
Rechtliche Anforderungen beachten
Für fest installierte Gasöfen mit dauerhaftem Anschluss gelten baurechtliche Vorschriften, und der Schornsteinfeger ist einzubeziehen. Der Abgasweg muss zugelassen und dicht sein, und der Aufstellraum muss die Anforderungen an die Verbrennungsluftversorgung erfüllen. Vor der Anschaffung sollten Sie daher klären, welche Anforderungen für Ihren Aufstellort gelten und ob eine Genehmigung erforderlich ist. So stellen Sie sicher, dass der Gasofen nicht nur behaglich, sondern auch sicher und rechtskonform betrieben wird.
Fazit
Ein Gasofen ist eine flexible und günstige Zusatzheizung für einzelne Räume, Werkstätten oder Terrassen. Entscheidend für den sicheren Betrieb sind ein passender Abgasanschluss, eine gute Belüftung sowie Piezozündung und Sauerstoffmangelsicherung. Als alleinige Heizung für ein ganzes Haus eignet er sich nicht. Wer die Sicherheitsmerkmale beachtet und den Gasofen gezielt als Ergänzung einsetzt, erhält eine praktische und behagliche Wärmequelle für den passenden Einsatzzweck.
Zusammengefasst ist der Gasofen eine praktische, günstige und flexible Zusatzheizung, wenn die Sicherheitsmerkmale beachtet und die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Für einzelne Räume, Werkstätten oder den gelegentlichen Einsatz auf der Terrasse bietet er eine schnell verfügbare Wärmequelle, die sich vielseitig einsetzen lässt.
