Radiator Heizung in Schwarz

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden sowohl mobile als auch fest montierte Heizkörper oft als Radiator bezeichnet. Der Begriff Radiation beschreibt in der Heiztechnik die Strahlungswärme. Bei herkömmlichen Heizkörpern spielt die Strahlungswärme gegenüber der Konvektionswärme jedoch nur eine untergeordnete Rolle, weshalb die Bezeichnung oft nicht ganz zutrifft. Wir erklären, was einen echten Radiator ausmacht, wie er funktioniert und wann sich der Einsatz lohnt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein reiner Radiator gibt Wärme vorwiegend über Strahlung ab. Ein typisches Beispiel ist die elektrische Infrarotheizung.
  • Strahlungswärme wirkt zielgerichtet dort, wo sie auftrifft, und steigt nicht wie warme Luft nach oben.
  • Als Dauer- und Hauptheizung sind elektrische Radiatoren wegen der hohen Stromkosten meist unwirtschaftlich.
  • Als Zusatz- oder Notheizung sind sie dagegen günstig, flexibel und sofort einsatzbereit. Die Preise beginnen bei rund 60 Euro.

Radiator und Konvektor im Vergleich

Bei einem reinen Radiator handelt es sich um ein Gerät, das die Wärme überwiegend über Wärmestrahlung abgibt. Ein typisches Beispiel für einen elektrischen Radiator ist die Infrarotheizung. Klassische Heizkörper nutzen dagegen vor allem die Konvektion, also die Erwärmung und Zirkulation der Luft. Hier ist die Bezeichnung Konvektor zutreffender. Der Unterschied ist im Alltag spürbar: Konvektionswärme erwärmt die Raumluft, die nach oben steigt, während Strahlungswärme wie Sonnenlicht direkt auf Personen und Oberflächen wirkt.

Wärme entsteht und verteilt sich zielgerichtet

Strombetriebener Radiator in Weiß

Im praktischen Einsatz kommt ein Radiator vor allem dann zum Zuge, wenn schnell viel Wärme benötigt wird. Elektroheizungen sind die am häufigsten genutzten Radiatoren. Strahlungselemente wie Heizstäbe und Reflexionsflächen erzeugen Wärme, die sich wellenförmig ausbreitet und erst auf festen Flächen in fühlbare Wärme umgesetzt wird. Zusätzlich erwärmen sich die Oberflächen des Geräts und dienen je nach Beschaffenheit als kurzfristiger Wärmespeicher. Genutzt wird dieser Effekt zum Beispiel im Badezimmer, wo sich Fliesen oder auch die Fläche einer Spiegelheizung erwärmen.

Eine wichtige Eigenschaft der Strahlungsheizung ist der zielgerichtete Wärmetransport: Während bei der Konvektion die erwärmte Luft nach oben steigt, entsteht die Wärme beim Radiator dort, wo die Strahlung entsprechend der Ausrichtung auftrifft. Dieser direkte und nahezu verlustfreie Transport relativiert den hohen Stromverbrauch der Strahlungsheizung ein Stück weit.

Typische Einsatzbereiche

Als Dauer- und Hauptheizung sind Radiatoren wirtschaftlich und in der Umweltbilanz meist nicht tragbar, da Strom teurer ist als Öl oder Gas. Unter bestimmten Bedingungen kann der Einsatz aber die beste Lösung sein:

  • hohe Räume, in denen die Wärme „am Boden“ bleiben soll,
  • selten genutzte Räume, die gelegentlich schnell aufgeheizt werden, etwa in einem Ferienhaus, in dem sich eine Öl- oder Erdgasheizung wegen der hohen Anschaffungskosten nicht lohnt,
  • die Ergänzung der Konvektionswärme durch einen zusätzlichen Strahlungsanteil für mehr Behaglichkeit,
  • der Einsatz als vorübergehende Notheizung.

Vorteile und Preise

Vor allem als Zusatzheizung sind Strahlungsgeräte beliebt. Die moderaten Preise halten das Investitionsvolumen gerade bei temporärem Einsatz überschaubar. Ein weiterer Vorteil ist die einfache Installation: Die leichten Geräte lassen sich nahezu überall aufstellen oder an die Wand hängen, einzige Voraussetzung ist ein Haushaltsstromanschluss. Ein Abgassystem sowie Aufwendungen für Wartung entfallen.

  • Die kleinsten Wärmestrahler ähneln Heizlüftern oder Wärmelampen und sind bereits ab etwa 60 Euro erhältlich.
  • Für das vollständige Beheizen eines Zimmers mit 10 bis 15 Quadratmetern sind Geräte mit 1.500 bis 2.000 Watt ab etwa 300 Euro nötig.

Betriebskosten im Blick behalten

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind die laufenden Stromkosten. Bei einem Haushaltsstrompreis von rund 0,37 Euro pro Kilowattstunde kostet der Betrieb eines 2.000-Watt-Geräts über fünf Stunden bereits rund 3,70 Euro pro Tag. Über eine ganze Heizsaison summiert sich das schnell, weshalb ein elektrischer Radiator als alleinige Heizung teuer wird. Für kurze Einsätze und einzelne Räume bleibt er dagegen eine sinnvolle Lösung. Ein Thermostat hilft, den Verbrauch zu begrenzen, indem die Heizung nur bei Bedarf läuft.

Auswahl und Ausstattung

Beim Kauf eines Radiators lohnt der Blick auf einige Ausstattungsmerkmale. Ein Thermostat oder eine elektronische Regelung ist wichtig, damit das Gerät die Temperatur hält und nicht dauerhaft mit voller Leistung läuft. Ein Überhitzungsschutz und ein Kippschutz erhöhen die Sicherheit, gerade in Räumen mit Kindern oder Haustieren. Für den mobilen Einsatz sind Rollen und ein Tragegriff praktisch. Bei Infrarot-Strahlungsheizungen entscheidet die Qualität der Reflexions- und Strahlflächen darüber, wie viel der eingesetzten Leistung tatsächlich als spürbare Wärme ankommt. Wer den Radiator gezielt und mit Zeitschaltung betreibt, hält den Verbrauch niedrig.

Radiator und Gebäudeenergiegesetz

Wer eine elektrische Direktheizung als alleinige Heizung eines Gebäudes einsetzen möchte, sollte beachten, dass die Stromdirektheizung im Gebäudeenergiegesetz und in geplanten Neuregelungen kritisch gesehen wird, da sie viel wertvollen Strom verbraucht. Als Zusatz- oder Notheizung für einzelne Räume ist der Radiator davon nicht betroffen. Für die dauerhafte Beheizung eines Hauses sind dagegen wassergeführte Systeme oder eine Wärmepumpe deutlich wirtschaftlicher und zukunftssicherer.

Fazit

Ein Radiator gibt Wärme vorwiegend über Strahlung ab und wirkt dadurch zielgerichtet und angenehm, ähnlich der Sonne. Als flexible, günstig anzuschaffende Zusatz- oder Notheizung ist er ideal für selten genutzte Räume, Bäder oder Ferienhäuser. Wegen der hohen Stromkosten eignet er sich jedoch nicht als dauerhafte Hauptheizung. Wer die Einsatzgrenzen kennt und den Betrieb über ein Thermostat steuert, nutzt die Vorteile der Strahlungswärme, ohne unnötig hohe Energiekosten zu riskieren.