Infrarot-Heizplatten geben ihre Wärme als Strahlung ab und erwärmen dadurch Flächen und Gegenstände statt der Raumluft. Sie eignen sich für die Bautrocknung ebenso wie als komfortable Zusatzheizung in Bad oder Wohnraum. Als alleinige Heizung für einen Haushalt sind sie wegen der hohen Stromkosten dagegen kaum wirtschaftlich.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Infrarot-Heizplatten sind eine Form der Flächenheizung. Sie strahlen Wärme direkt an Körper und Oberflächen ab und werden zur Bautrocknung sowie als Zusatzheizung genutzt.
  • Als Wärmegrundversorgung eines Haushalts sind sie nicht geeignet, weil Strom der teuerste Energieträger ist. Sinnvoll sind sie für temporäre und punktuelle Heizaufgaben.
  • Geräte für Räume bis etwa 15 Quadratmeter gibt es ab rund 200 Euro. Die Betriebskosten ergeben sich aus Nennleistung und Strompreis, bei 500 Watt und 30 Cent je kWh etwa 15 Cent je Betriebsstunde.

Im Prinzip ist jede Infrarot-Flächenheizung eine Heizplatte. Im Sprachgebrauch werden vor allem die Geräte zur Trocknung von Feuchtigkeit so bezeichnet. Grundsätzlich finden Infrarotheizungen aber auch im Alltag im Bad oder Wohnzimmer Anwendung.

Infrarot-Heizplatten

Das häufigste Anwendungsgebiet liegt in Neubauten und bei Sanierungen. Infrarot-Heizplatten für die Bautrocknung beseitigen die typische Baunässe, die durch den Wasseranteil in frischem Zement und Beton entsteht. Strahlungsheizungen sind hier besonders geeignet, denn anders als ein herkömmlicher Konvektor verteilen sie die Wärme gleichmäßig und strahlen umgebende Flächen direkt an.

Funktionsweise und Kombination mit anderen Geräten

Die Strahlungswärme erwärmt die Flächen und Körper, auf die sie trifft. Die erwärmte Oberfläche gibt Feuchtigkeit an die Luft ab, die durch Lüftung abtransportiert wird. Bei hohen Feuchtigkeitsanteilen unterstützen Ventilatoren den Abtransport, je nach baulicher Situation kommen zusätzlich Luftentfeuchter zum Einsatz. Mit der Kombination aus Luftbewegung und Flächenerwärmung lassen sich Wasserschäden in Mauerwerk und Estrich gut austrocknen. Gegenüber reinen Warmluftgeräten haben Infrarot-Heizplatten den Vorteil, dass sie die Bausubstanz direkt erwärmen und die Feuchtigkeit so von innen heraus austreiben, statt nur die Raumluft aufzuheizen. Das verkürzt die Trocknungsdauer und arbeitet zielgerichteter, gerade bei punktuellen Schäden an Wänden oder Böden.

Infrarot-Heizplatten als temporäre Zusatzheizung

Für die Nutzung als Heizquelle wird vor allem die Erwärmung der bestrahlten Oberflächen und des menschlichen Körpers genutzt. Die langwellige Strahlung gilt als gesundheitlich unbedenklich. Wie stark sich Flächen erwärmen, hängt vom Material ab: Treffen die Platten auf wärmespeichernde Werkstoffe, steigt die Heizwirkung. Als Grundversorgung eines Haushalts reicht das jedoch nicht aus. Strom ist der mit Abstand teuerste Energieträger, aus dem Wärme gewonnen wird, und kostet je Kilowattstunde ein Mehrfaches von Gas. Bei den Brennstoffkosten ist die Elektroheizung damit die teuerste Heizungsart. Sinnvoll sind Infrarot-Heizplatten daher für temporäre Aufgaben, etwa in selten genutzten Räumen oder als Zusatzheizung im Bad während des Duschens.

Metall- oder Steinkörper

Infrarot-Bildheizung

Infrarot-Heizplatten werden als Wand- oder Deckenheizung sowie als frei stehende Heizkörper angeboten. Funktionale Modelle für die Bautrocknung bestehen aus Metallkörpern mit internen Reflektoren. Für den Wohnbereich sind Metall- und Steinplatten erhältlich, dazu Designobjekte mit Bild- oder Spiegeloberflächen. Natursteinkörper wie Marmorheizungen bringen eine leichte Wärmespeicherfähigkeit mit, die den Wärmeeffekt nach dem Abschalten verlängert.

Preise und Betriebskosten

Decken- und elektrische Wandheizungen für Räume bis rund 15 Quadratmeter gibt es ab etwa 200 Euro. Die Preise richten sich vor allem nach Leistung und Design. Grob steigt der Preis um 20 bis 30 Prozent je 100 Watt zusätzlicher Nennleistung. Zur Einschätzung der Betriebskosten rechnen Sie die Leistung in Kilowattstunden um:

  • 500 Watt entsprechen 0,5 Kilowattstunden je Stunde.
  • Bei einem Strompreis von 30 Cent je kWh kostet eine Betriebsstunde damit rund 15 Cent.
  • Die bedarfsgerechte Wahl und Montage bestimmen die tatsächlichen Unterhaltskosten.

Wer die Platten gezielt und nur bei Bedarf einsetzt, hält die Kosten im Rahmen. Für die dauerhafte Beheizung ganzer Wohnungen sind sie wegen des hohen Strombedarfs jedoch die falsche Wahl.

Vor- und Nachteile im Überblick

Zu den Vorteilen der Infrarot-Heizplatten zählen die schnelle, angenehme Strahlungswärme, die geringe Staubaufwirbelung, die kompakte und designfähige Bauform sowie der niedrige Anschaffungspreis. Sie lassen sich ohne wasserführende Leitungen einfach montieren und eignen sich gut, um einzelne Räume unabhängig vom Hauptheizsystem zu versorgen. Dem stehen als Nachteile die hohen Betriebskosten gegenüber, weil Strom der teuerste Energieträger ist, sowie die begrenzte Reichweite der Strahlungswärme, die vor allem im direkten Umfeld wirkt. In gut gedämmten Räumen und bei gezieltem, kurzem Einsatz fallen die Stromkosten weniger ins Gewicht, in schlecht gedämmten Altbauten mit hohem Dauerbedarf werden sie dagegen schnell zum Kostentreiber. Damit sind Infrarot-Heizplatten immer dann eine gute Wahl, wenn punktuell und zeitlich begrenzt geheizt werden soll, nicht aber als dauerhafte Grundheizung.

Häufige Fragen zu Infrarot-Heizplatten

Kann ich mit Infrarot-Heizplatten mein Haus heizen?

Als alleinige Heizung sind sie wegen der hohen Stromkosten unwirtschaftlich. Sinnvoll sind sie als Zusatzheizung für einzelne Räume oder für temporäre Aufgaben wie die Bautrocknung.

Was kostet der Betrieb einer Infrarot-Heizplatte?

Das hängt von Leistung und Strompreis ab. Eine 500-Watt-Platte verbraucht je Stunde 0,5 Kilowattstunden, bei 30 Cent je kWh also rund 15 Cent pro Betriebsstunde.

Eignen sich Infrarot-Heizplatten zur Bautrocknung?

Ja, sehr gut. Die Strahlungswärme erwärmt Flächen direkt und treibt die Feuchtigkeit aus Mauerwerk und Estrich. In Kombination mit Lüftung oder Luftentfeuchtern trocknen so auch Wasserschäden zuverlässig aus.