Bei einer Wärmespeicherheizung handelt es sich um eine Elektroheizung mit Speicherfunktion. Der Speicher nimmt Strom in Schwachlastphasen auf und stellt die daraus gewonnene Wärme später bereit. Schwachlastphasen sind Zeiträume mit geringer Stromnachfrage, häufig nachts, weshalb die Geräte auch als Nachtspeicherheizung bezeichnet werden. Der Gedanke dahinter: In diesen Zeiten war Strom traditionell günstiger.

Wärmespeicherheizung

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Wärmespeicherheizung speichert mit Strom erzeugte Wärme und gibt sie zeitversetzt ab. Genutzt wird meist günstigerer Nachtstrom über einen Doppeltarifzähler.
  • Die Anschaffung ist günstig, die laufenden Kosten sind wegen des hohen Strompreises jedoch hoch. Strom ist als Wärmequelle rund dreimal so teuer wie Gas.
  • Eine Förderung gibt es nicht, da reines Heizen mit Strom eine schlechte Klimabilanz hat. Sinnvoll ist die Technik vor allem dort, wo keine andere Versorgung möglich ist.

Funktion und Stromtarif

Um zwischen dem günstigeren Nachttarif und dem Tagtarif zu unterscheiden, benötigen Eigentümer einen Doppeltarifzähler. Wann welcher Tarif greift, steuert der Energieversorger. Trotz des günstigeren Tarifs zählt Strom als Energieträger zu den teuersten Heizarten. Eine Kilowattstunde Strom kostet derzeit rund dreimal so viel wie eine Kilowattstunde Gas. Dem stehen die geringen Anschaffungs- und Installationskosten der Wärmespeicherheizung gegenüber.

Anschaffungskosten

Elektrische Wärmespeicherheizungen gibt es in verschiedenen Leistungsklassen, entsprechend variieren die Preise. Pro Heizkörper müssen Sie mit rund 500 bis 1.200 Euro rechnen. Die Installationskosten sind gering, weil keine Rohre verlegt werden müssen. Viele Geräte sind für die Wandmontage vorgesehen und werden über eine handelsübliche Steckdose oder einen Festanschluss mit Strom versorgt. Eine staatliche Förderung ist für reine Elektroheizungen nicht vorgesehen, da das Heizen mit Strom eine schlechtere Klimabilanz aufweist.

Betriebskosten

Wie hoch die laufenden Kosten ausfallen, zeigt ein Beispiel. Angenommen, eine Heizung mit einer Leistung von 5 Kilowatt läuft im Winter fünf Stunden am Tag, wobei die gespeicherte Wärme bei guter Dämmung über den Tag gehalten wird. Bei einem Strompreis von rund 37 Cent pro Kilowattstunde ergibt sich: 5 Kilowatt mal 5 Stunden mal 37 Cent, also etwa 9,25 Euro pro Tag und Gerät. Ausgaben für Wartung und Schornsteinfeger entfallen zwar, doch die hohen Energiekosten bleiben der entscheidende Faktor. Für den dauerhaften Betrieb ist eine Stromspeicherheizung deshalb vor allem dann sinnvoll, wenn kein Gasanschluss vorhanden ist und auch für andere Systeme kein Platz besteht.

Rechtlicher Rahmen

Reine Stromdirekt- und Speicherheizungen stehen wegen ihrer Klimabilanz zunehmend im Fokus. Im Rahmen des geplanten Gesetzes zur Modernisierung des Gebäudeenergierechts ist unter anderem eine Einschränkung der Stromdirektheizung vorgesehen. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) löst das frühere Gebäudeenergiegesetz ab. Für bestehende Anlagen ergibt sich daraus zunächst kein unmittelbarer Handlungszwang, bei Neuinstallationen sollten Sie die Entwicklung jedoch im Blick behalten.

Verschiedene Arten

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Formen der Speicherheizung, die sich darin unterscheiden, welche Schwankungen sie überbrücken. Zum einen gibt es Geräte für tageszeitliche Schwankungen, etwa die klassische Nachtspeicherheizung: Ein eingebauter Speicher nimmt nachts Energie auf und gibt sie tagsüber ab, um den günstigeren Tarif zu nutzen. Zum anderen gibt es das Konzept der saisonalen Speicherung jahreszeitlicher Schwankungen, das im privaten Bereich wegen der hohen technischen Anforderungen bislang kaum umgesetzt wird und vor allem Gegenstand von Forschungs- und Pilotprojekten ist.

Fazit

Die Kosten einer Wärmespeicherheizung entstehen vor allem im Betrieb, weshalb Sie auf sparsame Geräte achten sollten. Gebrauchte oder sehr alte Modelle sind meist ineffizient und verursachen dauerhaft hohe Kosten. Sparpotenzial bietet der Bezug von günstigem Nachtstrom, für den ein Zweitarifzähler nötig ist. Wer ohnehin über einen Neubau oder eine Sanierung nachdenkt, sollte prüfen, ob eine Wärmepumpe in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage nicht die auf Dauer wirtschaftlichere und klimafreundlichere Lösung ist, da sie aus einer Kilowattstunde Strom ein Vielfaches an Wärme gewinnt.

Vor- und Nachteile im Überblick

Die Wärmespeicherheizung hat klare Stärken und Schwächen. Für sie sprechen die niedrigen Anschaffungs- und Installationskosten, die einfache Montage ohne Rohrverlegung sowie der Wegfall von Schornsteinfeger- und Wartungskosten. Da keine Verbrennung stattfindet, entstehen im Haus keine Abgase. Dem stehen gewichtige Nachteile gegenüber: Die laufenden Kosten sind wegen des hohen Strompreises hoch, eine Förderung gibt es nicht, und die Klimabilanz ist bei reinem Strombezug ungünstig. Hinzu kommt, dass ältere Geräte oft träge reagieren und sich die gespeicherte Wärme nicht immer bedarfsgerecht abrufen lässt. Wer eine Wärmespeicherheizung nutzt, sollte deshalb auf gute Dämmung, sparsame Geräte und einen günstigen Stromtarif achten, um die Kosten in Grenzen zu halten.

Für wen sich die Technik eignet

Sinnvoll ist eine Wärmespeicherheizung vor allem als Ergänzung oder Übergangslösung. In selten genutzten Räumen, in Ferienhäusern oder dort, wo weder ein Gasanschluss noch der Platz für andere Systeme vorhanden ist, kann sie die praktikabelste Wahl sein. Für die dauerhafte Beheizung eines ganzen Hauses ist sie wegen der hohen Betriebskosten dagegen selten die wirtschaftlichste Option. Wer langfristig plant, sollte prüfen, ob sich der Umstieg auf eine Wärmepumpe lohnt, idealerweise kombiniert mit einer Photovoltaikanlage, um den selbst erzeugten Strom effizient zum Heizen zu nutzen.

Prüfen Sie vor einer Entscheidung immer die zu erwartenden Jahreskosten und nicht nur den Kaufpreis. Eine günstige Wärmespeicherheizung kann sich über die Jahre als teuer erweisen, wenn der Stromverbrauch hoch ist. Ziehen Sie im Zweifel eine unabhängige Energieberatung hinzu, die Ihre konkrete Situation bewertet und aufzeigt, welche Heizlösung für Ihr Gebäude auf lange Sicht am sinnvollsten ist.